Imitation des Lebens: Douglas Sirk und das ironisierte Melodram

Der Filmwissenschaftler Thomas Brandlmeier hat aus seiner lebenslangen Beschäftigung mit dem Regisseur Douglas Sirk eine eingehende, sehr lesenswerte Monografie destilliert. Sämtliche Filme des Melodram-Spezialisten werden darin beleuchtet, wiederkehrende Motive offengelegt und Sirks Kunst der Ironie gefeiert, sodass hinter seinen künstlerischen Arrangements die Abgründe aufscheinen.

Von Jens Hinrichsen

Tagung „Abschied und Aufbrüche. Das Alter im Film“

Die Forschungsgruppe „Film und Theologie“ widmet ihre Sommertagung vom 15.-18. Juni 2022 dem Thema „Altern im Film“. Mit Filmvorführungen, Vorträgen und Diskussionen werden insbesondere religiös-spirituelle und philosophisch-theologische Perspektiven von Filmen wie „45 Years“, „Ewige Jugend“ oder „Nomadland“ näher beleuchtet. Am Symposium nimmt auch Michael Haneke teil, der zu einer Diskussion seines Films „Liebe“ zugeschaltet ist. Veranstaltungsort ist die Katholische Akademie Schwerte.

Triumph für "Coda"

In der Nacht vom 27. auf den 28.3.2022 wurden die 94. "Academy Awards" verliehen. Als bester Film wurde erstmals die Produktion eines Streamingdiensts geehrt: "Coda" von AppleTV+ über eine junge Frau, die das einzige hörende Mitglied einer Familie von Gehörlosen ist, inszeniert von Siân Heder. Ein sympathischer, wenn auch nicht ganz verdienter Sieg. Die Preisgala sollte die Vitalität Hollywoods demonstrieren, offenbarte aber auch Strukturprobleme.

Von Marius Nobach

„Oscar“-Nominierungen 2022

Am 27. März werden in Los Angeles die 94. „Oscars“ vergeben, deren Nominierungen am 8. Februar verkündet worden waren. Stattliche zwölf und damit die meisten Nominierungen konnte Jane Campions Cowboy-Drama „The Power of the Dog“ einheimsen, starke Konkurrenz hat die Neuseeländerin mit Kenneth Branaghs „Belfast“, Denis Villeneuves „Dune“ und Steven Spielbergs „West Side Story“-Neuverfilmung.

Schuss – Gegenschuss

Was zeigen die Bilder des Kriegsgeschehens, die täglich in den Nachrichtensendungen des Fernsehens zu sehen sind? Oder in schnell zusammen- geschnittenen Dokumentationen, die über Hintergründe und Verlauf des russisch-ukrainischen Konfliktes aufklären wollen? Ihre Schuss-Gegenschuss-Montagen kommen über den Allgemeinplatz, dass Krieg herrscht, nicht hinaus. Das, was man sieht, bleibt abstrakt, auch wenn es durch einen Kommentar gedeutet wird.

Von Dietrich Leder

Kino gegen den Stream (I): Zurück ins Kino?

Das Kino ist zurück. Aber ist es noch dasselbe? Kann man etwas, das rund 125 Jahre lang allgegenwärtig war, so einfach aus- und wieder anschalten wie eine Projektorlampe? Und sind wir diesem Kino noch dasselbe Publikum? Zum Start der Essayreihe „Kino gegen den Stream“ blickt der Siegfried-Kracauer-Stipendiat Daniel Kothenschulte auf die Chancen des Kinos nach dem Wegfall der Pandemie-Beschränkungen.