Die begehrte „Lola“

Deutscher Filmpreis 2026: Die Nominierungen

Der internationale Erfolg von „In die Sonne schauen“ hat sich auch bei den Nominierungen für den 76. Deutschen Filmpreis niedergeschlagen. Mit elf Nennungen darf das komplexe Vier-Zeitebenen-Drama von Mascha Schilinski als Favorit für die „Lolas“ am 29. Mai gelten. Daneben hat die Deutsche Filmakademie mit der Bekanntgabe der „Lola“-Auswahl unter anderem auch die Filme „Gelbe Briefe“, „Amrum“ und „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ gestärkt.

Von Marius Nobach

Ungewöhnliche Arbeit mit dem Ton: „Nachmittage der Einsamkeit“

Furcht vor der Stille - Über Filmmusik

Musik begleitet das Kino seit seinen Anfängen. Sie ist für Atmosphäre, Spannungsaufbau, Komik oder die Montage ebenso wichtig wie das Tondesign. Doch zunehmend setzen Filmemacher Musik fast inflationär ein und überfrachten sie mit der Aufgabe, die Bilder zusammenzuhalten. Dabei täte es dem Kino gut, Musik weit sparsamer zu verwenden, um Filme wieder als Schule des genauen Hörens erfahren zu können.

Von Patrick Holzapfel

Die Rolling Stones in ihren Anfängen

Die Doku „Brian Jones und die Rolling Stones“

Der britische Gitarrist Brian Jones zählte neben Mick Jagger und Keith Richards zu den Gründungsmitgliedern der Rolling Stones. Im Unterschied zu seinen Mitstreitern kam er aber mit der Professionalisierung des Showgeschäfts nicht klar. Einige Wochen nach seinem Hinauswurf aus der Band wurde er tot in seinem Swimmingpool gefunden. Der Dokumentarfilm von Nick Broomfield kann sich allerdings nicht so recht zwischen Jones’ Lebensgeschichte und einem Porträt der Rockband entscheiden.

Von Dietrich Leder

Die Familie Gheorghius in "Fjord"

Die Meinung der anderen: Rückblick aufs 79. Cannes-Festival

Beim 79. Filmfestival in Cannes präsentierte sich das Weltkino in einer erfrischend vielfältigen Form, mit jungen, unverbrauchten Filmschaffenden, provozierenden Geschichten und einem klaren Plädoyer für mehr Toleranz und Respekt – auch für überwunden geglaubte Vorstellungen wie etwa in dem mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Film „Fjord“ von Cristian Mungiu. Auch das Festival selbst räumte neuen Stimmen zunehmend mehr Platz ein.

Von Josef Lederle

Der Regisseur Cristian Mungiu und die Goldene Palme

Goldene Palme für „Fjord“

So viele Preise und Preisträger gab es in Cannes lange nicht mehr. Doch im Kern hat die Jury unter Vorsitz von Park Chan-wook kluge Entscheidungen getroffen, die der Vielfalt und Qualität der Filme des 79. Festivals entsprechen. Besonders erfreulich sind dabei auch die neuerlichen Ehrungen deutscher Produktionen.

Von Josef Lederle

Julia Windischbauer in "Etty"

Bischof Wilmer lobt „verstörende Schönheit“ der Serie „Etty“

In Hagai Levis Serie „Etty“ geht es um die junge jüdische Autorin Etty Hillesum, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hat der Hildesheimer Bischof und Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Heiner Wilmer nach Ausstrahlung der ersten drei Folgen eine kurze Rezension verfasst. 2024 hatte Wilmer, der im Juni als Bischof nach Münster wechseln wird, das Buch „Herzschlag. Etty Hillesum - Eine Begegnung“ geschrieben und angeregt, deren Tagebücher zur Pflichtlektüre an Schulen zu machen.

Szene aus "The Ordinaries" von Sophie Linnenbaum

Wenn Filme über Filme erzählen

Wenn Filme über Filme erzählen, erlebt man das Kino bei der Arbeit an sich selbst. So spielt etwa der Film „The Ordinaries“ (2022) in einer Filmwelt voller Haupt- und Nebenfiguren, die streng hierarchisch geordnet ist. Menschen außerhalb „der Storyline“ tauchen darin nur an den Rändern auf. Bis eine junge Frau auf ein dunkles Geheimnis stößt. In solchen Selbstreflexionen geht es weniger um Nostalgie; es sind eher Rituale der Vergewisserung, um in herausfordernden Zeiten bei sich zu bleiben.

Von Denis Sasse

Nacht über dem roten Teppich in Cannes

Cannes im Kulturkampf

„Zapper Bolloré“ nennt sich ein Kollektiv, dass am 12. Mai die Titelseite der französischen Tageszeitung „Libération“ dominierte. Das wütende, polemische Manifest griff den erzkonservativen, französischen Medienmogul Vincent Bolloré an, dem Fernsehsender wie CNEWS, die einflussreiche Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ und der Buchverlag „Grasset“ gehören und der Mehrheitsaktionär beim Pay-TV-Sender Canal+ ist. Sein Griff nach der drittgrößten Kinokette des Landes UGC führte nun zu einem Kulturkampf, der auch während des Festivals in Cannes für Kontroversen sorgt.

Von Jörg Taszman