Essenz des Lebens - Janna Ji Wonders

Die Filmemacherin Janna Ji Wonders porträtiert in ihrem Dokumentarfilm „Walchensee Forever“ ein Jahrhundert ihrer Familiengeschichte: Von der Urgroßmutter, die 1920 ein Ausflugscafé am bayrischen Walchensee eröffnete, über die pflichtbewusste Großmutter sowie Mutter und Tante, die sich in den 1960er-Jahren auf Selbstfindung begaben, bis zu sich selbst und ihrer Tochter. Ein Gespräch über eine faszinierende Chronik weiblicher Emanzipation und Vergangenheitsaufarbeitung zwischen Schmerz und Befreiung.

Von Bettina Hirsch

Verzerrte Zeit - Stefan Ruzowitzky

Von Margret Köhler

Der jungen Generation eine Stimme geben - Slater Jewell-Kemker

In „Youth Unstoppable“ porträtiert die kanadische Umweltaktivistin Slater Jewell-Kemker die weltweite Jugendklimaschutzbewegung. Seit sie selbst als Jugenddeligierte an einer UN-Klimakonferenz teilnahm, hielt sie ihre Eindrücke mit der Kamera fest. Über zwölf Jahre hinweg entstand so eine einzigartige Chronik der Entwicklung einer politischen Massenbewegung aus einer Innensicht heraus.

Das Gespräch führte Reinhard Kleber

Komödie ist ein Überlebenselixier - Anders Thomas Jensen

Als Drehbuchautor verbindet der Däne Anders Thomas Jensen gern existenzielle Grenzsituationen mit schwarzem Humor. In dem von ihm auch selbst inszenierten Film „Helden der Wahrscheinlichkeit“ erzählt er von einem U-Bahn-Unglück, das die Familie eines Soldaten auseinanderreißt und einen exzentrischen Mathematiker und dessen Hacker-Freunde mit einer Verschwörungstheorie auf den Plan ruft. Ein Gespräch über Wahrscheinlichkeiten, Spiele mit Genre-Grenzen und den Wert von Humor.

Von Margret Köhler

Bildungs-Utopie - Maria Speth

In ihrem Dokumentarfilm „Herr Bachmann und seine Klasse“ taucht die Regisseurin Maria Speth in den Unterricht der multikulturell zusammengesetzten 6b in der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf ein. Über die dreieinhalb Stunden werden die Entwicklungen der Schüler und die sanften Methoden des Lehrers Dieter Bachmann beobachtet. Ein Gespräch über das außergewöhnliche Projekt, das auf der „Berlinale“ 2021 den „Preis der Jury“ gewann.

Von Ralf Schenk

Absurde Agentenspiele - Johannes Naber

Der Irakkrieg 2003 wurde von den USA mit falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen vom Zaun gebrochen, deren Ursprung ein Informant des deutschen Bundesnachrichtendienstes war. Regisseur Johannes Naber arbeitet in seinem Film „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ (ab 9. September im Kino) die Geschichte als Geheimdienstfarce auf. Ein Gespräch über seinen Film, das Verhältnis von Drama und Groteske und die Wichtigkeit der „vierten Gewalt“.

Von Bettina Hirsch

Stefan Eberlein & "Der Fall el Masri"

Arte zeigt heute, 31. August, im Rahmen eines Schwerpunktes über 20 Jahre „9/11“ den Dokumentarfilm „Der Fall el-Masri“ (22.10-23.45), in dem die Geschichte des Deutsch-Libanesen nachgezeichnet wird, der von der CIA von Mazedonien aus in ein Foltergefängnis nach Kabul entführt wurde. Regisseur Stefan Eberlein zeichnet darin akribisch das Schicksal eines Mannes nach, der unter die Räder geopolitischer Interessen geriet und nach dem Erweis seiner Unschuld um seine Würde kämpft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Umsturz ohne Utopie - Interview mit Michel Franco

Mit seinen Filmen „Después de Lucía“ (2012) und „Chronic“ (2015) hat sich der mexikanische Regisseur Michel Franco als außerordentlich provokativer Filmemacher erwiesen, doch erst in „New Order“ (ab heute im Kino) wird er explizit politisch. Der Film handelt von Aufruhr und einem Staatsstreich, von Plünderungen, Folter, Mord und von der Verwandlung eines korrupten politischen Systems in eine autoritäre Militärdiktatur.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Die Welt aus den Fugen - Dominik Graf

In „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, der am 5.8. in den Kinos startet, entfaltet Regisseur Dominik Graf eine (Liebes-)Geschichte aus dem Berlin der 1930er-Jahre. Der nach der ursprünglichen Fassung des gleichnamigen Romans von Erich Kästner entwickelte Film mischt Melancholie und Hedonismus zu einem bittersüßen Zeitporträt.

Das Gespräch führte Josef Schnelle

Gift in den Herzen - Jasmila Žbanić

In „Quo Vadis, Aida?“ erzählt die bosnische Filmemacherin Jasmila Žbanić von den Tagen vor dem Massaker in Srebrenica im Juli 1995, bei dem 8000 Zivilisten von der bosnisch-serbischen Armee unter Ratko Mladić ermordet und in Massengräbern verscharrt wurden. Ein Thema, das in ihrer Heimat noch heute tiefe Gräben aufreißt.

Das Gespräch führte Margret Köhler