Ins Kino hineingefallen - Mathieu Amalric

In Frankreich gehört Mathieu Amalric zu den angesehensten Schauspielern, international ist er vor allem durch „Schmetterling und Taucherglocke“ und seine Rolle als Bond-Bösewicht in „Ein Quantum Trost“ bekannt. Bei Werken wie „Tournée“ und zuletzt „Für immer und ewig“ führt er auch Regie. Das Berliner Kino Arsenal zeigte im April eine Werkschau mit Filmen von und mit Mathieu Amalric. Ein Gespräch über Einflüsse, Obsessionen und einen unorthodoxen Weg zum Kino.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Der Kaltblütige: Zum Tod von Michel Bouquet (1925-2022)

Der französische Schauspieler Michel Bouquet (6.11.1925-13.4.2022) sah sich vor allem als Theaterinterpret, brillierte aber nichtsdestotrotz in einer über 70-jährigen Karriere auch in zahlreichen Filmrollen mit seiner Charakterisierungskunst. Vor allem bei Claude Chabrol lieferte er subtile Studien wohlgesättigter, skrupelloser Bürger. Er hinterließ aber auch großen Eindruck in den Rollen selbstgerechter Polizisten oder Politiker. Ab den 1990er-Jahren bot ihm das Kino zudem dankbare Altersauftritte als Mitterand oder Renoir. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Im Auge des Unsichtbaren - Interview mit Sophie Marceau

Die Schauspielerin Sophie Marceau ist eine Ikone des französischen Kinos, die nach den „La Boum“-Filmen auch für Autorenfilmer wie Andrzej Zulawski, Bertrand Tavernier und Maurice Pialat vor die Kamera trat. In François Ozons Drama „Alles ist gutgegangen“ (Kinostart: 14.4.) spielt sie die Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim, die ihrem kranken Vater dabei hilft, einen assistierten Suizid zu organisieren. Ein Gespräch über die Herausforderungen ihrer Rolle und die Balance zwischen Ernst und Humor.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Rückeroberung der Unschuld - Alexandre Koberidze

Alexandre Koberidze hat schon während seines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin von sich reden gemacht. Sein Abschlussfilm „Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?“ (Kinostart: 7.4.) über eine Liebesgeschichte unter magischen Vorzeichen gewann im Berlinale-Wettbewerb 2021 den Preis der Filmkritik. Darin erweist sich Koberidze als Filmemacher, der das Kino als Raum unendlicher Möglichkeiten betrachtet.

Von Patrick Holzapfel

Es ist nie zu spät, Bäume zu pflanzen - Volker Schlöndorff

„Der Waldmacher“ (Kinostart: 7.4.) ist der erste abendfüllende Dokumentarfilm von Volker Schlöndorff. Er begleitet den Australier Tony Rinaudo, der 2018 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet wurde, bei seinen Aktionen in Afrika gegen die Ausbreitung der Wüsten und gegen die Verelendung der Bevölkerung. Dabei hat er ein faszinierendes Porträt eines Kontinents im Umbruch geschaffen.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Liebe und Anarchie - Jacques Audiard

Der französische Filmemacher Jacques Audiard gilt vor allem als Spezialist sehr intensiver, auch harter Filme wie „Ein Prophet“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“. Sein Schwarz-weiß-Drama „Wo in Paris die Sonne aufgeht“ (ab 7. April im Kino) überrascht jedoch durch eine große Leichtigkeit, mit der es über unterschiedliche Auffassungen von Liebe unter Pariser Studenten erzählt. Ein Gespräch über die Reize der schwarz-weißen Ästhetik und ihre Vermittlung an eine junge Generation.

Von Jörg Taszman

Wegschauen ist keine Alternative - Gespräch mit Audrey Diwan

Für ihr Drama „Das Ereignis“ gewann die französische Filmemacherin Audrey Diwan 2021 beim Filmfestival Venedig den „Goldenen Löwen“. Basierend auf dem autobiografischen Roman von Annie Ernaux erzählt sie von einer Studentin in den 1960er-Jahren, die durch eine ungewollte Schwangerschaft an einen Scheideweg gerät und sich einer illegalen und gefährlichen Abtreibung aussetzt. Ein Gespräch über die Inszenierung einer weiblichen Ausnahmesituation.

Von Margret Köhler

Nicht alles märchenhaft verpacken! - Lars Montag

In Kinderfilmen ist oft alles ein bisschen bunter und sonniger. Die „Süßstoff-Methode“ nennt das der Regisseur Lars Montag. Wie es anders gehen kann, hat Montag vor vielen Jahren bei der „Berlinale“ erlebt, wo ihn der kanadische Film „Ich schwör’s, ich war’s nicht“, der am Ende den „Gläsernen Bären“ gewann, so nachhaltig in Bann zog, dass er für sein eigenes Filmschaffen daraus viel abgeleitet hat.

Das Gespräch führte Rochus Wolff