Mit „A Complete Unknown“ startet am Donnerstag ein biografisches Drama um den Musiker und Poeten Bob Dylan. Es ist das jüngste Kapitel der komplexen Beziehungsgeschichte zwischen Bob Dylan und dem Medium Film, die von Dylans Liebe zum Kino befeuert wurde. Allerdings schlug sie eine ganz andere Richtung ein, als dies bei anderen Musikstars à la Elvis Presley der Fall war, die zugleich Filmstars wurden.
Eine Freundin, die als Backstage-Kellnerin bei Rock-Konzerten arbeitete, bewirtete Bob Dylan einmal allein in seiner Garderobe. Er ließ sich den Tee für vier Personen servieren und einschenken, obwohl tatsächlich niemand außer ihm im Zimmer war. Ich habe lange nach einer Erklärung für dieses Rätsel gesucht und schließlich dem Filmregisseur Todd Haynes von dieser Begebenheit erzählt, der die Dylan-Filmbiografie „I’m not there“ gedreht hat. Haynes reagierte mit ausgelassener Begeisterung: „Was? Er hat vier Teetassen verlangt? Das ist doch unglaublich! Das ist der Beweis! Ich hatte recht! Es gibt mehr als einen Bob Dylan!“ In seinem Film spielen sechs verschiedene Darsteller Bob Dylan.