Das Unmögliche denken - Heinrich Sabl & sein Animationsfilm „Memory Hotel“

Am 3. September 1999 begann Heinrich Sabl mit der Arbeit an „Memory Hotel“. Was er nicht wusste: Er wird 25 Jahre an dem Projekt sitzen. „Memory Hotel“ ist mehr als nur ein Film. Es ist eine über mehr als zwei Jahrzehnte gelebte Utopie, eine Hommage an den analogen Stop-Motion-Film und ein Zeitzeuge des Sterbens der Kopierwerke – getrieben von Heinrich Sabls Bedürfnis, von eigenen Lebenserfahrungen und Biografien seines Umfeldes zu erzählen.

Von Susanne Gietl

Das Rätsel Mensch - August Diehl

In dem Drama „Das Verschwinden des Josef Mengele“ spielt August Diehl den Lagerarzt von Auschwitz vom jungen Aufsteiger im NS-Regime bis zum todgeweihten Greis. Dabei zeigt sich die besondere Gabe des Schauspielers, seinen Figuren Abgründe mitzugeben, die nie gänzlich nach außen dringen, und sie gerade dadurch faszinierend zu machen. Das hat ihn international zum gefeierten Kinodarsteller gemacht, der stets den Menschen hinter Archetypen und Klischees findet. 

Von Karsten Munt

Die lachende Diva - Claudia Cardinale

Die Auszeichnung als „schönste Italienerin von Tunis“, mit der die 19-jährige Claudia Cardinale 1957 einen Schönheitswettbewerb gewann und als Prämie eine Reise zum Filmfestival in Venedig erhielt, besiegelt ihr Schicksal. Kurz nach ihrem 20. Geburtstag unterschrieb sie ihren ersten Filmvertrag und eroberte von da an die internationalen Leinwände. Insgesamt zählt ihre Filmografie über 150 Werke. Am 23. September ist die Ikone des europäischen Kinos im Alter von 87 Jahren gestorben.

Von Michael Ranze

Hollywoods liebste Hassfigur - Erich von Stroheim

Als Schauspieler in Schurken-Rollen verdiente er sich den Titel „The man you love to hate“, und auch als Regisseur machte er sich bei den Produzenten mit seinen maßlosen Ansprüchen unbeliebt: Der aus Wien stammende Filmemacher Erich von Stroheim war das „enfant terrible“ im Hollywood der Goldenen Ära. Am 22.9.2025 jährt sich sein Geburtstag zum 140. Mal.

Von Jens Hinrichsen

Peter Sellers: Mein Leben als Anderer

Der britische Filmkomiker Peter Sellers (1925-1980) war niemand und alle zugleich. Selbst in seinen privaten Aufnahmen stößt man beständig auf Masken und Rollen, in denen er nach dem sucht, der er selber war oder sein wollte. Als Meister der Improvisation verband er das Virtuose mit dem Tollpatschigen und schlüpfte in immer neue Gestalten, mit denen er zum Spiegel für andere – und vielleicht auch für sich wurde.

Von Patrick Holzapfel

„Excuse meeee!?“ - Steve Martin

Am 14. August ist Comedian Steve Martin 80 Jahre alt geworden. Das deutsche Publikum kennt das schon früh ergraute, aber nie kreativ ermüdete Multitalent vor allem aus Kino-Komödien wie „Tote tragen keine Karos“ oder „Vater der Braut“, mit denen er ab den späten 1970er-Jahren zum Hollywoodstar wurde, nachdem er zuvor schon als Stand-up-Comedian reüssiert hatte. Aktuell glänzt er nicht zuletzt in der Serie „Only Murders in the Building“, deren fünfte Staffel im September startet.

Von Sofia Glasl

Die Untrügliche - Fritzi Haberlandt im Porträt

Als bodenständige Elektrikerin, die es von der früheren DDR nach Wien verschlägt, zeigt die Schauspielerin Fritzi Haberlandt in „Wilma will mehr“ (ab 31.7. im Kino) einmal mehr, was ihr Spiel seit jeher auszeichnet: Zwischen Pragmatismus und Verträumtheit lässt sie stereotype Erwartungen an Rollenbilder hinter sich und zeichnet nuancenreich, wie eine Frau sich im Wandel treu bleibt. Ihre Instinktsicherheit hat die 1975 geborene Darstellerin aus Berlin vom Beginn ihrer Karriere an stets aufs Neue bewiesen. Eine Hommage.

Von Cosima Lutz

Das Leben hält sich an kein Drehbuch - Max Kronawitter

Mit seiner Produktionsgesellschaft „Ikarus“ hat der Filmemacher Max Kronawitter seit 1989 rund 250 Beiträge Dokumentarfilme und Fernsehbeiträge produziert, meist als Autor, Regisseur, Kameramann, Produzent und Cutter in Personalunion. Oft ging es darin um existenzielle Themen, um Krankheit und Tod. Jetzt ist er selbst schwer erkrankt. Eine Begegnung mit dem studierten Theologen, der mit seinen Arbeiten immer Partei ergreifen und Menschen bewegen wollte.

Von Katharina Zeckau

Seele in Plastilin - Porträt von Adam Elliot

Die filmkünstlerische Handschrift des Trickfilmers Adam Elliot ist unverwechselbar – seine Knetanimationen finden ihre Größe im Unperfekten. Von seinen ersten Kurzfilmen bis zu seinen Langfilmen "Mary & Max" und "Memoiren einer Schnecke" (ab Donnerstag im Kino) hat der 1972 geborene Australier sich als ebenso feinfühliger wie genauer Beobachter der Höhen und Tiefen im Leben seiner skurrilen Figuren erwiesen. In deren Knet-Körpern stecken mehr Menschlichkeit und Ausdruckskraft als in so manchen realen Darstellern.

Von Stefan Stiletto

Vom Wunder, am Leben zu sein - Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor

Ab 17. Juli widmet das silent green Kulturquartier in Berlin dem Filmemacher-Duo Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor die Ausstellung „Breathing Matter(s)“, in der die künstlerische Entwicklung der beiden nachgezeichnet und ihre wichtigsten Arbeiten präsentiert werden. Der Essay geht ihrer Kunst der Erweiterung des filmischen Erfahrungsraumes nach und lotet ihrer Versuche aus, die Grenzen des menschlichen Bicks zu weiten.

Von Patrick Holzapfel