Eine perfekte Schönheit - Elizabeth Taylor zum 90. Geburtstag

Die am 27. Februar 1932 geborene Elizabeth Taylor war schon als Kinderschauspielerin berühmt und galt später als Inbegriff des Hollywoodstars. In ihren Leinwandauftritten bezauberte sie mit ihrer Schönheit und spielte bewusst mit den unscharfen Grenzen zwischen den Rollen und ihrem turbulenten Privatleben. Eine Würdigung zum 90. Geburtstag.

Von Michael Ranze

Die Logik des Absurden - Richard Lester zum 90. Geburtstag

Als Filmemacher trat der 1932 geborene Richard Lester ab den 1960er-Jahren hervor und verband stilistische Verspieltheit mit einer hohen Frequenz oft surrealer Gags. Die Beatles-Filme „Yeah! Yeah! Yeah!“ und „Hi Hi Hilfe!“ machten ihn berühmt, und für „Der gewisse Kniff“ gewann er in Cannes die „Goldene Palme“. Auch seine Abstecher ins Thriller- und Abenteuerfilm-Genre bürsteten Konventionen gegen den Strich. Am 19. Januar wird Richard Lester 90 Jahre alt.

Von Michael Ranze

Die Leuchtende - Saskia Rosendahl im Porträt

Die 1993 in Halle geborene Saskia Rosendahl demonstrierte bereits in ihrer ersten Hauptrolle in „Lore“ eine außergewöhnliche Kraft und Wahrhaftigkeit. Ihren Ruf als eine der besten jungen deutschen Schauspielerinnen bestätigte seither immer wieder, ob im historischen Rahmen von „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ oder in Gegenwartsstoffen. Für die Darstellung der provokativen Freundin eines Bauernsohns in „Niemand ist bei den Kälbern“ (ab 20.1. in den Kinos) wurde sie in Locarno ausgezeichnet.

Von Cosima Lutz

Im Zeitalter der Verdummung - Adam McKay

Der 1968 geborene Filmemacher Adam McKay wurde lange als Regisseur alberner Komödien um infantile Männer unterschätzt. Die darin schon erkennbare Satire auf fatale gesellschaftliche Entwicklungen in den USA tritt seit „The Big Short“ (2015) deutlicher in den Vordergrund. Inzwischen lässt sich McKays Ansatz als politisches Aufbegehren gegen den Siegeszug der Dummheit in der US-amerikanischen Politik verstehen. Mit seinem neuen Film „Don’t Look Up“ (bei Netflix) legt er ein wütendes Manifest über Ignoranz vor.

Von Patrick Holzapfel

Unsichtbare Stäbe - Ryusuke Hamaguchi

Der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi erforscht in seinen Filmen das Wesen menschlicher Interaktion. Seine präzisen Beobachtungen von sozialer Kommunikation oder ihrem Scheitern haben ihn vom Festival-Geheimtipp zum gefeierten Filmemacher aufsteigen lassen. 2021 gewann er bei der „Berlinale“ für „Wheel of Fortune and Fantasy“ den „Großen Preis der Jury“; sein in Cannes fürs Drehbuch prämierter Film „Drive My Car“ läuft ab 23. Dezember in den deutschen Kinos.

Von Lukas Foerster

Im Schwebezustand - George Roy Hill

Unter den US-Regisseuren der 1960er- bis 1980er-Jahren ist der Name von George Roy Hill weit weniger bekannt als der mancher Kollegen. Dabei schenkte er dem Kino mit „Zwei Banditen“ und „Der Clou“ zwei Klassiker und drehte viele andere denkwürdige Filme. Am 20. Dezember 2021 wäre der Filmemacher mit einem Faible fürs Fliegen 100 Jahre alt geworden.

Von Michael Ranze

Spiel mit der Wahrheit - Georg Stefan Troller

Am 10. Dezember 2021 wurde Georg Stefan Troller 100 Jahre alt. Der Wiener Journalist und Filmemacher hat die Kunst des dokumentarischen Porträts mit seinen Arbeiten fürs Fernsehen seit den 1960er-Jahren geprägt und einen unverwechselbaren Stil erschaffen. Sein subjektiver Blickwinkel wurde ebenso zum Markenzeichen wie seine filmischen Experimente. Doch auch seine eigenen Erfahrungen als Heimatloser flossen immer wieder mit ein.

Von Christian Hißnauer

Die Frau, die kämpft - Lubna Azabal

Die 1973 in Brüssel geborene Schauspielerin Lubna Azabal verleiht ihren Auftritten auf der Leinwand eine außergewöhnliche Kraft. Sogar da, wo ihre Figuren wie in „Die Frau, die singt“ hart bedrängt werden und ihnen jegliche Sicherheit genommen scheint, lassen sie nie den Gedanken an Unterwerfung aufkommen. Aktuell glänzt sie im Drama „Adam“. Ein Porträt einer Kampfkünstlerin.

Von Cosima Lutz

Die Renaissance-Frau - Vicky Krieps

Die 1983 in Luxemburg geborene Schauspielerin Vicky Krieps wurde 2017 durch ihre Hauptrolle in Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ schlagartig international bekannt: Als widerspenstige Muse eines egozentrischen Modedesigners verblüffte sie die Zuschauer. Seitdem hat die Karriere der Darstellerin mit dem markanten Gesicht und dem leisen Spiel mächtig Fahrt aufgenommen, aktuell spielt sie die Hauptrolle in Mia Hansen-Løves Drama „Bergman Island“.

Von Esther Buss

Das Kino und sein Band zur Welt - Abbas Kiarostami

„Der Film beginnt mit D.W. Griffith und endet mit Abbas Kiarostami.“ Dieses Zitat, das Jean-Luc Godard zugeschrieben wird, verdeutlicht den filmhistorischen Stellenwert des iranischen Drehbuchautors und Regisseurs Abbas Kiarostami. Aktuell widmen das Berliner Kino Arsenal und der Streaming-Dienst LaCinethek ihm eine Retrospektive. Anlass für ein Porträt eines filmischen Werks, das kongenial die Interaktion zwischen Kino und Leben auslotet.

Von Lukas Foerster