Menschlichkeit und Wahrheit - Zum Tod von Rob Reiner

Der US-Regisseur Rob Reiner war ein grandioser Komödienhandwerker, dessen Herz insbesondere für Liebes- und Beziehungsgeschichten schlug. Mit „Harry und Sally“ inszenierte er einen der großen Klassiker dieses Genres, zeigte sich aber auch mit der ironischen Doku „This is Spinal Tap“ und der bittersüßen Stephen-King-Verfilmung „Stand by me“ auf der Höhe seiner Kunst. Seine Regiearbeiten wie auch seine gelegentlichen Auftritte als Schauspieler bezeugten stets seinen Einsatz für liberale Werte und Humanität.

Von Josef Schnelle

Nachruf auf Arne Birkenstock

Nach langer, schwerer Krankheit ist der Dokumentarfilm-Regisseur und Produzent Arne Birkenstock am 28. November 2025 verstorben. Er hinterlässt ein beeindruckendes Werk, das von künstlerischem Mut, Kreativität und unternehmerischer Weitsicht geprägt ist.

Von Erik Winker

Der Schöne & das Biest - Udo Kier

Am 23. November ist der Schauspieler Udo Kier im Alter von 81 Jahren gestorben. Den 1944 in Köln-Mülheim geborenen Weltstar mit den hypnotischen blauen Augen zog es früh über die Grenzen seiner Heimat hinaus und in die abseitigeren Ecken des internationalen Kinos, wobei seine Erkundungen der dunklen Seiten des Menschseins oft auch eine Auseinandersetzung mit den verdrängten Seiten des Deutschseins waren.

Von Daniel Moersener

Zum Tod von Tatsuya Nakadai

Vor allem seine Rollen für Akira Kurosawa haben den japanischen Schauspieler Tatsuya Nakadai weltbekannt gemacht, vom schusswaffenverliebten Jungspund in „Yojimbo“ bis zum greisen Fürsten in „Ran“. Der Darsteller hatte seinen Durchbruch mit dem dreiteiligen Antikriegsfilm „Barfuß durch die Hölle“ und bewährte sich in Samurai-Filmen, Genreparodien und ernsten Gesellschaftsdramen. Gemeinsam war all seinen klassischen Rollen die Betonung seiner beredten Augen. Am 8. November 2025 ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.

Von Karsten Munt

Melody-Maker: Nachruf auf Klaus Doldinger

Dem deutschen Komponisten Klaus Doldinger gelang es in seiner Karriere immer wieder, Filme und Fernsehserien mit Melodien zu bereichern, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Neben dem „Tatort“-Thema und den Titelmusiken zahlreicher weiterer Serien und Shows schrieb er insbesondere mit seinen dunklen Synthesizer-Klängen für „Das Boot“ Geschichte. Am 16. Oktober 2025 ist der gelernte Tonmeister, dessen Leidenschaft Jazz und Fusion Rock galt, im Alter von 89 Jahren gestorben.

Von Jörg Gerle

Schlagfertig und präsent - Diane Keaton

Mit intellektueller Eleganz und Witz präsentierte sich die US-Schauspielerin Diane Keaton im Kino der 1970er-Jahre und bewährte sich als selbstbewusste Partnerin der Stadtneurotiker-Figuren von Woody Allen wie auch in der Mafia-Männerwelt von „Der Pate“. Als Stilikone belebte sie in den folgenden Jahrzehnten weiterhin Komödien wie Dramen und führte mehrfach auch selbst Regie. Am 11.10.2025 ist sie im Alter von 79 Jahren gestorben.

Von Josef Schnelle

Keine Angst vor Subjektivem: Georg Stefan Troller

Am 27. September 2025 ist Georg Stefan Troller im Alter von 103 Jahren gestorben. Der aus Wien gebürtige Journalist und Filmemacher hat die Kunst des dokumentarischen Porträts mit seinen Arbeiten fürs Fernsehen seit den 1960er-Jahren geprägt und einen unverwechselbaren Stil erschaffen. Sein subjektiver Blickwinkel wurde ebenso zum Markenzeichen wie seine filmischen Experimente. Doch auch seine Erfahrungen als Heimatloser flossen immer wieder mit ein. 

Von Christian Hißnauer

Mit Worten und Bildern - Hartmut Bitomsky

Hartmut Bitomsky war nicht nur Filmemacher und Schriftsteller, sondern ein Lehrer in vielerlei Hinsicht. Er unterrichtete Studenten, sensibilisierte für einen umfassenden Blick auf die Wirklichkeit und entdeckte noch im scheinbar Banalsten das Große und Großartige. Am 24. September ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine Bücher und Filme laden weiter dazu ein, im vermeintlich Bekannten das Neue und Unverfügte aufzufinden.

Von Dietrich Leder

Der gute Amerikaner - Robert Redford

Im US-Kino war Robert Redford eine einzigartige Persönlichkeit: Ein Star, bei dem blendendes Aussehen mit Zurückhaltung und Intelligenz zusammenfiel, sodass er sowohl zum Gesicht des „New Hollywood“-Kinos wie zum Publikumsschwarm werden konnte. Hinzu kamen ambitionierte Regiearbeiten und der Einsatz für den Independent-Film, etwa durch die Gründung des Sundance-Filmfestivals. Stets erschien er auf wie jenseits der Leinwand als liberaler Geist, zu dem man grenzenloses Vertrauen haben durfte. 

Von Hanns-Georg Rodek

Nachruf auf Michael Hanisch

Über Filme zu schreiben war nicht das erste Berufsziel von Michael Hanisch; es entwickelte sich dann aber parallel zu seiner Tätigkeit als Leiter des Filmarchivkinos „Camera“, das er nach seinem Studium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg übernahm. Mit feinem Humor und scharfem Blick veröffentlichte er in der DDR eine stolze Anzahl an Filmbüchern und fand nach der Wende auch zum Filmdienst, in dem er über 200 Artikel publizierte. Am 17. Juni 2025 ist Michael Hanisch im Alter von 85 Jahren gestorben.

Von Wolfgang Hamdorf