Mehr denn je - Gaspard Ulliel (25.11.1984-19.1.2022)

Der französische Schauspieler Gaspard Ulliel begeisterte schon als junger Erwachsener mit seinem sensiblen Spiel und gehörte spätestens seit „Saint Laurent“ (2014) und „Einfach das Ende der Welt“ (2016) zu den großen Darstellern der Grande Nation. Am 19. Januar 2022 fand sein Leben mit 37 Jahren bei einem Skiunfall ein tragisches Ende. Erinnerungen an einen einzigartigen Schauspieler.

Von Marius Nobach

Milde lächelnde Leidenschaft - Hardy Krüger (12.4.1928-19.1.2022)

Das Leben des Schauspielers und Schriftstellers Hardy Krüger glich selbst einer seiner schlitzohrigen Figuren, die mit einer gewissen Pfiffigkeit und einem verschmitzten Lächeln allen Widerfahrnissen trotzen. Dabei behielt er stets einen klaren Kopf, was ihn auch politisch vor Untiefen bewahrte. Im Alter von 93 Jahren ist der flugbegeisterte Weltenbummler am 19. Januar in Kalifornien gestorben.

Von Josef Schnelle

Zum Tode von Jean-Jacques Beineix

Mit „Diva“ gewann der französische Filmemacher Jean-Jacques Beineix 1981 den „César“ für das beste Erstlingswerk und begründete das französische „Cinéma du look“. Indem er die Oberflächenreize des postmodernen Films mit emotionaler Tiefe verband, prägte er das Kino der 1980er-Jahre wie kaum ein anderer, wurde von der zeitgenössischen Kritik aber verschmäht. Nun ist Jean-Jacques Beineix nach längerer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben.

Von Thomas Klein

Produktive Blasphemie: In Memoriam Herbert Achternbusch

Als Regisseur von rund 30 Filmen hat Herbert Achternbusch der deutschen Kinolandschaft seinen höchst eigenen Stempel aufgedrückt. Auf mal polemische, mal poetisch-versponnene Art hat er sich an Bayern, der Politik, der Kirche, der Geschichte und der Gegenwart abgearbeitet und damit die ein oder andere künstlerische Kontroverse ausgelöst. Nun ist Achternbusch im Alter von 83 Jahren verstorben.

Ein Nachruf von Ulrich Kriest

Wut und sanfter Widerstand - Sidney Poitier (20.2.1927-6.1.2022)

Der 1927 auf den Bahamas geborene Schauspieler Sidney Poitier änderte in den 1950er-Jahren das marginalisierte Bild von Afroamerikanern im US-amerikanischen Kino. Mit selbstbewussten und gebildeten Figuren wurde er auch von weißen Zuschauern akzeptiert, obwohl Poitier dank seiner schauspielerischen Klasse im Hintergrund stets die Geschichte eines lebenslangen Kampfes um Anerkennung mitschwingen ließ. Ein Nachruf auf den am 6. Januar 2022 gestorbenen Ausnahmedarsteller.

Von Patrick Holzapfel

Der cinephile US-Auteur

Peter Bogdanovich war der größte der cinephilen Regisseure Hollywoods. Als das Studiosystem Anfang der 1960er-Jahre in die Knie ging, sprangen ihm filmhistorisch gebildete Enthusiasten wie er zur Seite, die das traditionelle Erzählen mit neuen Themen und einer aufregenden Frische verbanden. Doch das Glück des Anfangs blieb ihm nicht immer hold. Im Alter von 82 Jahren ist er jetzt in Los Angeles gestorben.

Von Thomas Klein

Nachruf auf Otto Hanisch

Der Kameramann Otto Hanisch war ein Meister des DEFA-Genrefilms. Fast vierzig Jahre lang fotografierte er Komödien, Western und historisch-biografische Filme. Als besondere Herausforderung empfand er die Arbeit mit der 70mm-Kamera. Mit „Signale – ein Weltraumabenteuer“ und „Orpheus in der Unterwelt“ drehte er zwei herausragende 70mm-Filme in der DDR. Nach dem Ende der DEFA zog er sich in die Malerei zurück.

Von Ralf Schenk

In Memoriam… 2021

Die Erinnerung an verstorbene Filmschaffende ist weniger Chronistenpflicht als eine Geste des Respekts. Sie eröffnet überdies Filmgeschichte als einen Raum, der in die Gegenwart ragt, und das nicht nur im Gedenken an Prominente wie Jean-Paul Belmondo oder Lina Wertmüller. Es sind eher die vielen „kleinen“ Stars wie Marran Gosov, Gunnel Lindblom, Tatjana Turanski und Hanns Eckelkamp, die das große Reich des Kinos vor Augen führen und für Momente deren bleibenden Anteil daran aufblitzen lassen.

Von Marius Nobach

Geduld und Leidenschaft - Lina Wertmüller

Die einer adligen Schweizer Familie entstammende Lina Wertmüller begann als Assistentin von Federico Fellini und inszenierte ab den 1960er-Jahren eigene Filme. Fantasievoll-freche Zugriffe waren ebenso ihr Markenzeichen wie provokante Positionen zu Geschlechter- und Klassenkampf. Für „Sieben Schönheiten“ (1975) wurde sie als erste Frau überhaupt für den Regie-„Oscar“ nominiert. Am 9. Dezember ist sie im Alter von 93 Jahren gestorben.

Von Josef Schnelle

Nachruf auf den DEFA-Kameramann Roland Dressel

Der Kameramann Roland Dressel fotografierte in den 1970er- und 1980er-Jahren einige der bedeutendsten DEFA-Filme. Regisseure wie Rainer Simon, Roland Gräf oder Ulrich Weiß schätzten ihn für seine Bilderwelten, die sich den Geschichten unterordneten, aber zugleich mit immer neuen artifiziellen Einfällen aufwarteten. Im Alter von 89 Jahren ist Roland Dressel jetzt in Potsdam verstorben.

Von Ralf Schenk