Nachruf auf Terence Davies

Das Werk des britischen Filmemachers Terence Davies ist schmal, aber reich. In den 1990ern wurde er mit Filmen wie „Das Ende eines langen Tages“ bekannt, in denen er seine Wurzeln als Arbeiterkind spiegelte; später wandte er sich oft der Literatur zu, bis hin zu den Biopics „A Quiet Passion“ über die Dichterin Emily Dickinson und „Benediction“ über Autor Siegfried Sassoon. Nun ist Davies im Alter von 77 Jahren verstorben – sein Werk aber verdient es, lebendig zu bleiben.

Von Lukas Foerster

Der Zauberer - Michael Gambon

Mit seiner Rolle als weiser Zauberschuldirektor Albus Dumbledore in den „Harry Potter“-Filmen eroberte der 1940 geborene britisch-irische Schauspieler weltweit die Herzen des Kinopublikums; zuvor hatte er sich in seiner Heimat als Bühnen- und Filmdarsteller längst einen Namen gemacht, zahlreiche Theaterpreise kassiert und war bereits 1998 von der Queen geadelt worden. Nun ist der exzentrische Charakterkopf im Alter von 82 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Zum Tod des „Kinopfarrers“ Michael Graff

In den 1990er-Jahren entfaltete der katholische Gemeindepfarrer Michael Graff in Alpirsbach im Schwarzwald eine kreative Filmarbeit, die bald über das kleine Städtchen hinausstrahlte, an anderen Orten Wurzeln schlug und die kirchliche Beschäftigung mit Film nachhaltig inspirierte. Im Alter von 74 Jahren ist Graff am 19. August 2023 in Kempten gestorben.

Von Josef Lederle

Zum Tod von Claus Boje

Von dem Produzenten Claus Boje wurde meist im Zusammenhang mit dem Regisseur Detlev Buck gesprochen, mit dem er 1989 die BojeBuck-Produktionsfirma ins Leben rief; später auch in Kombination mit Leander Haußmann, dessen erfolgreiche Komödien ebenfalls von BojeBuck produziert wurden. Doch im Hintergrund zog Boje die Strippen und beflügelte mit seiner Begeisterungsfähigkeit und seinem Mut zum Risiko das deutsche Kino der 1990er-Jahre. Im Alter von 65 Jahren ist Claus Boje am 25. August 2023 verstorben.

Von Jörg Taszman

New Hollywood Maverick - William Friedkin

Der 1935 geborene US-Filmemacher William Friedkin kam vom Dokumentarfilm. In den 1970er-Jahren wurde er mit „Brennpunkt Brooklyn“ und „Der Exorzist“ zu einer der prägenden Figuren des New Hollywood. Auch sein späteres Werk, das von der Filmkritik weitgehend missachtet wurde, verdient Beachtung, denn Friedkin transformierte darin Genremechanismen in radikale Kunstwerke. Ein Nachruf auf den Regisseur, der am 7. August verstorben ist.

Von Marcus Stigglegger

Königin der Paradoxe - Jane Birkin

Anlässlich des Todes von Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin (14.12.1946-16.7.2023) erinnern zahlreiche Nachrufe an ihr Flair als Stil-Ikone und It-Girl, das in den 1960er-Jahren an der Seite von Serge Gainsbourg zum Star avancierte. Aber auch ihr Beitrag zum französischen Kino verdient es, im Gedächtnis zu bleiben.

Von Esther Buss

Zum Tode von Alan Arkin

Alan Arkin war einer der vielseitigsten Darsteller Hollywoods. Von seinem Durchbruch in den 1960er-Jahren an verkörperte er sympathische Identifikationsfiguren ebenso glaubhaft wie einen sadistischen Schurken in „Warte, bis es dunkel ist“ und konnte nahtlos zwischen Komik und Drama wechseln. Vor allem in prägnanten Nebenrollen blieb er bis ins hohe Alter in Filmen präsent und bewies mit seinem „Oscar“-gekrönten Auftritt als Großvater in „Little Miss Sunshine“ und als altgedienter Produzent in „Argo“ ungebrochene Spielfreude. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Ein Gentleman des deutschen Films - Hans Helmut Prinzler

Hans Helmut Prinzler war ein leidenschaftlicher Filmvermittler, der ein Leben lang mit großer Hingabe und kluger Besonnenheit für den deutschen Film gestritten hat. Als Studienleiter der dffb, als Referent und Leiter der Deutschen Kinemathek, aber auch als Publizist, Kurator und Rundfunkrat verstand er es, das Beste aus den jeweiligen Institutionen herauszuholen. Im Alter von 84 Jahren ist er nach kurzer schwerer Krankheit am 18. Juni in Berlin gestorben.

Von Jutta Brückner

Zum Tode von Glenda Jackson

Ab Ende der 1960er-Jahre gehörte die nordenglische Schauspielerin Glenda Jackson zu den feministischen Vorreiterinnen im Kino, die in historischen wie zeitgenössischen Stoffen schlagfertige Frauen spielte. Sie setzte aber auch ihre Theaterkarriere fort und hielt einen gewissen Abstand zu Hollywood, erzielte in Komödien wie „Hausbesuche“ aber auch Kassenerfolge und gewann zwei „Oscars“. Nach einem langen Intermezzo in der britischen Politik kehrte sie mit 80 Jahren nochmals auf Bühne und Leinwand zurück.

Von Marius Nobach

Zum Tod von Cormac McCarthy

Die bitteren Romane des US-amerikanischen Schriftsteller Cormac McCarthy galten lange Zeit als unverfilmbar. Zu roh und pessimistisch erschienen seine düsteren Visionen einer heillosen Welt, die keine Erlösung kennt. Erst ab der Jahrtausendwende setzte mit „All die schönen Pferde“ von Billy Bob Thornton vereinzelt eine Adaption seiner Werke ein. Im Alter von knapp 90 Jahren ist McCarthy jetzt in seiner Wahlheimat Santa Fe in New Mexico gestorben.

Von Thomas Klein