Ein Nachruf auf Roger Fritz

Der 1936 geborene Roger Fritz bleibt Cineasten nicht zuletzt durch seine Auftritte in Filmen von Rainer Werner Fassbinder in Erinnerung; seine Karriere war darüber hinaus aber sehr vielseitig; er arbeitete als Fotograf und Reporter und war auch im Filmgeschäft nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera als Regisseur aktiv. Erinnerungen an ein zerklüftetes Oeuvre.

Von Ulrich Kriest

Zum Tod von Helga Reidemeister

In vielen ihrer Dokumentarfilme, die seit den 1970er-Jahren entstanden, verknüpfte die Dokumentaristin Helga Reidemeister Privates und Politisches. Ihr Kino wider die Tabus erzählte von Gewalterfahrung, Wurzellosigkeit und dem trügerischen Streben nach Geld, aber doch immer wieder auch von der Hoffnung und der Überlebenskraft, Energie aus den Unbilden des Alltags zu schöpfen. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb die Filmemacherin am 29. November in Berlin.

Von Ralf Schenk

Zum Tod von Dean Stockwell

Der US-amerikanische Schauspieler Dean Stockwell durchlebte eine Karriere mit mehreren Erfolgsphasen, die von langen Durststrecken unterbrochen wurden. In den 1940er-Jahren zeigte er schon als Kind herausragendes Talent, als junger Erwachsener glänzte er mit sensiblen Porträts, doch dauerhaft konnte er sich erst ab Mitte der 1980er-Jahre als vielseitiger Charakterdarsteller in Filmen wie „Paris, Texas“ und „Blue Velvet“ etablieren.

Von Marius Nobach

Nachruf auf Tamara Trampe

Ohne die Dramaturgin und Regisseurin Tamara Trampe wäre der deutsche Dokumentarfilm der letzten Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Als viel gefragte und hoch geschätzte Beraterin stand sie vor allem jungen Dokumentarfilmschaffenden zur Seite. Zugleich drehte sie filmische Essays, die stets aus persönlicher Betroffenheit und Anteilnahme resultierten. Am 4. November ist sie im Alter von 79 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Von Ralf Schenk

Erinnerungen an Tatjana Turanskyj

Die Filmemacherin, Autorin und Produzentin Tatjana Turanskyi (27.7.1966-18.9.2021) war eine Ikone des feministischen Filmschaffens, die von ihrem Spielfilmdebüt „Eine flexible Frau“ (2010) an die Zwänge und Widersprüche thematisierte, in denen sich Frauen in der heutigen Gesellschaft wiederfinden. Mit der von ihr mitgegründeten Initiative „ProQuote Film“ stieß sie wichtige Diskussionen innerhalb des deutschen Fördersystems an.

Von Esther Buss

Nachruf auf Mario Camus

Der spanische Regisseur Mario Camus war ein nüchterner Filmemacher, der nichts von Schnörkeln und Experimenten hielt. Obwohl er in den 1960er-Jahren zum „Nuevo Cine Español“ gerechnet wurde und durchaus erfolgreich Musikfilme oder Italo-Western inszenierte, ist sein Name vor allem mit Literaturverfilmungen verbunden. Für eine von ihnen, „Der Bienenkorb“, gewann er 1982 bei der „Berlinale“ den „Goldenen Bären“. Im Alter von 86 Jahren ist er in seiner Heimatstadt Santander jetzt gestorben.

Von Wolfgang Hamdorf

Tatjana Turanskyj (1966-2021)

Die Filmemacherin Tatjana Turanskyj ist am Samstag, 18. September 2021, im Alter von 55 Jahren gestorben. In ihren Arbeiten als Regisseurin, Autorin und Produzentin hat sie von den Verstrickungen und Widersprüchen der Frauen in unserer Gesellschaft erzählt. Als Mitbegründerin der Initiative Pro Quote Regie gehörte dazu auch ihr Engagement in der feministischen Filmpolitik.

Von Esther Buss

Nachruf auf den Trickfilmer Lutz Stützner

Der Dresdner Trickfilmer und Cartoonist Lutz Stützner gehörte zur letzten Regie-Generation des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden. Mit einigen seiner um 1989/90 entstandenen satirischen Animationsfilme schaffte er es sogar ins New Yorker Museum of Modern Art. Nach der Abwicklung des Studios arbeitete er an Filmprojekten verschiedener Auftraggeber, war Mitbegründer und Wegbegleiter des Deutschen Instituts für Animationsfilm Dresden (DIAF) und kümmerte sich intensiv um junge Kreative. Am 6. September ist er unerwartet verstorben.

Von Ralf Schenk

Le Magnifique: Zum Tode von Jean-Paul Belmondo

Sein breites Lächeln und ein ungebrochener Tatendrang kennzeichneten den französischen Schauspieler Jean-Paul Belmondo bis ins hohe Alter, auch eine sympathische Herzlichkeit und der kleine Schalk in den Augenwinkeln. Der Draufgänger verzauberte mit seiner locker-dreisten Art Filmkunst- wie Unterhaltungsregisseure und spielte sich in die Herzen des Publikums. Am Montag, 6. September 2021, ist er im Alter von 88 Jahren in Paris gestorben.

Von Marius Nobach

Nachruf Peter Fleischmann

Der deutsche Filmemacher Peter Fleischmann (26.7.1937-11.8.2021) war ein pfälzischer Kosmopolit, der als Weltenbummler die Leidenschaft für lebendige Bilder mit in den Neuen deutschen Film brachte und mit seismografischem Gespür und moralischer Unerbittlichkeit beständig wider den Stachel löckte. Er passte in keine Schublade, blieb anstößig und unangepasst, ein Ungleichzeitiger, der im Ausland mehr geschätzt wurde als in seiner Heimat.

Von Josef Nagel