Der Tod kommt in die Stadt: Zum 100. Leinwandjubiläum von "Nosferatu"

Am 4. März 1922 wurde Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu“ uraufgeführt, die erste Verfilmung von Bram Stokers "Dracula". In dem Stummfilm-Klassiker verkörpert der Vampir die Allmacht des Todes. Murnaus traumatische Kriegserlebnisse gingen ebenso in den Film ein wie das Massensterben an der Spanischen Grippe. Nach zwei Jahren Covid-Pandemie und ausgerechnet am Beginn eines neuen Kriegs in Europa feiert der Horrorfilm sein 100. Jubiläum.

Von Jens Hinrichsen

Lustige Ladys: „No Angels“: Die „Berlinale“-Retro 2022

In den 1930ern verkörperten Mae West, Rosalind Russell und Carole Lombard im Komödienfach sehr unterschiedliche Frauentypen – West als provokative Sexbombe, Russell als kompetentes Working Girl und Lombard als unkonventionell-bezauberndes Temperamentsbündel. Dabei fand jede auf ihre Weise Wege, Widerstand gegen hergebrachte Genderbilder zu leisten. Eigentlich sollte die „Berlinale“-Retrospektive bereits 2021 die drei Diven hochleben lassen; wegen der Corona-Turbulenzen wurde dies auf die Ausgabe 2022 verschoben, die am 10. Februar beginnt.

Von Jens Hinrichsen

Bergmans Titanenkämpfe: Die Arbeitstagebücher

Mit seinen Filmen hat Ingmar Bergman Kinogeschichte geschrieben – immer stand die menschliche Psyche, die Sinnsuche seiner Charaktere im Mittelpunkt. Neu übersetzte Arbeitstagebücher geben jetzt Einblicke in die Arbeitsweise des Schweden, die von seinen eigenen Hoch- und Tiefstimmungen nicht zu trennen war.

Von Alexandra Wach

Archive des Alltags: „Was wir filmten. Filme von ostdeutschen Regisseurinnen nach 1990“

Was machten die DEFA-Regisseurinnen nach 1990? Vor welchen Herausforderungen stehen ostdeutsche Filmemacherinnen heute? Initiiert durch eine Filmreihe beim Internationalen Frauen* Film Fest 2020 ist der Sammelband „Was wir filmten. Filme von ostdeutschen Regisseurinnen nach 1990“ entstanden, der eine filmhistorische Leerstelle füllen und die Erinnerungskultur vielstimmiger machen will.

Von Maxi Braun

Filmliteratur: Studie zum Umgang mit NS-Verbotsfilmen nach 1945

In der Studie „Von Kanonen und Spatzen“ zeichnet die Filmwissenschaftlerin Johanne Hoppe den defizitären Umgang der FSK und der Murnau-Stiftung mit NS-Filmen nach und bilanziert die weiter bestehende Notwendigkeit einer bislang ausgebliebenen Aufarbeitung des braunen Filmerbes.

Von Josef Nagel

Die Retterin des Kinos - Lotte Eisner

Sie war eine der prägenden Persönlichkeiten der Filmkultur des 20. Jahrhunderts. Dabei führte Lotte Eisner erst die Vertreibung durch die Nazis zum Kino und zu Henri Langlois, an dessen Seite sie in der Cinémathèque française dem Weimarer Kino ein Nachleben sicherte. Die Dokumentation „Ein Leben für den Film – Lotte Eisner“ (in der arte Mediathek ) erinnert an die hellsichtige Intellektuelle.

Von Patrick Holzapfel

Ken Adam - Vom Erfinden der Wirklichkeit im Film

Der aus Berlin stammende Ken Adam (1921-2016) schrieb mit spektakulären Sets Filmgeschichte und erlangte als einer der wenigen Szenenbildner Starstatus. Anlässlich seines 100. Geburtstags am 5. Februar präsentiert die Deutsche Kinemathek ein spezielles Online-Programm zu seinen Ehren.

Von Ralph Eue

Es geschah in einer Kino-Nacht - Clark Gable

„Dear Mr. Gable, You Made Me Love You“, flötete Judy Garland in „Broadway Melody of 1938“ – und sang vielen Zeitgenossinnen aus dem Herzen: Clark Gable war in den 1930er-Jahren der „King of Hollywood“, gipfelnd in seiner Verkörperung des Rhett Butler in „Vom Winde verweht“. Der Machismo der Glücksritter, die er immer wieder verkörperte, fällt aus heutiger Sicht zwar oft in die Kategorie „toxische Männlichkeit“; die ironische Lässigkeit und das Charisma des Stars sind indes noch immer reizvoll.

Von Jens Hinrichsen

Die Zärtlichkeit der Wölfe: Patricia Highsmith und das Kino

In der Literaturkritik musste Krimi-Autorin Patricia Highsmith (1921-1995) lange um ihren verdienten Status ringen; das Kino hingegen schätzte ihren präzisen Stil und ihre ungewöhnlichen Szenarien, sodass sich beginnend mit Alfred Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ (1951) eine spannende „Liebesgeschichte“ zwischen dem Medium Film und dem Highsmith-Universum entspann. Eine Hommage zum 100. Geburtstag der Autorin am 19. Januar 2021.

Von Ulrich Kriest