Michael Ranze

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Sizilien, die Mafia & Sophia Loren

„Cine-inchiesta“, Kino-Ermittlung, nannte Francesco Rosi den Stil seiner frühen Filme, in denen er sich an Sizilien, der Mafia und den schwer durchschaubaren Machtverhältnissen in Italien abarbeitete. In späteren Jahren hat er sich vom dokumentarischen Gestus verabschiedet und das Politische mehr in der Poesie entdeckt, unter anderem auch mit Sophia Loren. Eine Hommage zum 100. Geburtstag.

Von Michael Ranze

Heimatloses Chamäleon - Pola Beck

Die Regisseurin Pola Beck hat mit „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (seit 3.11. im Kino) ihren zweiten Spielfilm realisiert. Für die Geschichte einer russisch-jüdisch-aserbaidschanischen Kosmopolitin, die sich jeder Form von Verpflichtung entziehen will, hat sie mit Aylin Tezel erneut ihre Hauptdarstellerin aus ihrem Debüt „Am Himmel der Tag“ besetzt. Ein Gespräch darüber, warum diese Entscheidung alternativlos war, über den Umgang mit fremden Stoffen und die Rastlosigkeit der jungen Generation.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Im Wartezustand - Hans-Christian Schmid

Als Regisseur hat sich Hans-Christian Schmid vor allem mit seinen subtilen Erforschungen von Familienbünden einen Namen gemacht. Auch sein neuer Film „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ (ab Donnerstag im Kino) nähert sich seinem Thema, der Entführung des Sozialforschers Jan Philipp Reemtsma, über die Perspektive seiner Familie, insbesondere des jugendlichen Sohnes. Ein Gespräch über Ohnmacht, Außen- und Innenperspektiven und die Reduktion typischer Krimi-Elemente.

Von Michael Ranze

In die Falle gelockt - Ruben Östlund

Mit seiner sarkastischen Satire „Triangle of Sadness“ hat der schwedische Regisseur Ruben Östlund 2022 schon zum zweiten Mal die „Goldene Palme“ in Cannes gewonnen. Mit süffisantem und derbem Witz setzt er in seinem Film eine dekadente reiche Gesellschaft in Szene, die in obszönem Luxus schwelgt, bis sie ein böses Erwachen erlebt. Ein Gespräch über Ökonomie und Sexualität, das Spiel mit Erwartungen und die Gefahr absurd übersteigerter Ichbezogenheit.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Gebrochen wie das Land - Aelrun Goette

In ihrem Film „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ bringt die Filmemacherin Aelrun Goette die in der DDR-Rezeption bislang kaum wahrgenommene Kombination Mode, Osten & Glamour zusammen. Ihre autobiografisch geprägte Geschichte kreist um eine junge Frau, die auf der Straße als Mannequin entdeckt wird und in die schillernde Mode-Avantgarde um die Zeitschrift „Sibylle“ gerät. Ein Gespräch über spannende Lebenswege, schräge Buntheit im Alltag und die Liebe zu Schönheit und Kreativität.

Von Michael Ranze

Half improvisation, half control - Arthur Penn

Der US-amerikanische Filmemacher Arthur Penn räumte in seinen Filmen mit manchen Genre-Konventionen und Legenden auf und raubte insbesondere dem Western in Werken wie „Little Big Man“ seine Mythen. Die Gangsterballade „Bonnie und Clyde“ und andere Filme von Penn veränderten für immer die Darstellung von Gewalt, die bei ihm stets in aller bitteren Konsequenz gezeigt wurde. Erinnerung an einen aufmerksamen Gesellschaftskritiker.

Von Michael Ranze

Der andere Douglas Sirk

Mit Filmen wie „Was der Himmel erlaubt“ (1955) und „In den Wind geschrieben“ (1957) hat sich Douglas Sirk als der großer Melodramatiker in der Filmgeschichte verewigt. Die Retrospektive beim Filmfestival in Locarno 2022 zeigte jedoch unbekanntere Werke des Regisseurs und deckte seine stilistische Finesse auch in anderen Genres auf. Eine Passage durch ein vielseitiges Werk.

Von Michael Ranze