Wolfgang Hamdorf

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Umsturz ohne Utopie

Mit seinen Filmen „Después de Lucía“ (2012) und „Chronic“ (2015) hat sich der mexikanische Regisseur Michel Franco als außerordentlich provokativer Filmemacher erwiesen, doch erst in „New Order“ (ab heute im Kino) wird er explizit politisch. Der Film handelt von Aufruhr und einem Staatsstreich, von Plünderungen, Folter, Mord und von der Verwandlung eines korrupten politischen Systems in eine autoritäre Militärdiktatur.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Viggo Mortensen

Lange kämpfte Schauspieler Viggo Mortensen darum, seine Familiengeschichte in einen Film zu verwandeln, den er nun mit „Falling“ realisiert und dabei neben der Hauptrolle auch erstmals die Regie übernommen hat: Ein Sohn kümmert sich um seinen dementen Vater, obwohl zwischen beiden tiefe weltanschauliche Gräben klaffen.

Von Wolfgang Hamdorf

In memoriam Pilar Bardem

Die spanische Schauspielerin Pilar Bardem gehörte zu einer berühmten Familie von Filmschaffenden und nahm darin den Part der Matriarchin ein. Das prägte auch viele ihrer Filmrollen in einer fünfzigjährigen Karriere. Zugleich war sie in Spanien auch als engagierte Aktivistin in gesellschaftlichen Streitfragen bekannt. Ein Nachruf.

Von Wolfgang Hamdorf

Bild von einem Mörder - Chris Wright und Stefan Kolbe

Seit 1997 macht das Regie-Duo Chris Wright und Stefan Kolbe höchst eigenwillige Dokumentarfilme. In ihrer neusten Arbeit Anmaßung geht es um den Frauenmörder Stefan S. - und darum, wie sich die Filmemacher und wir uns ein Bild von Straftätern machen. Dabei wird der verurteilte Mörder, der sein Gesicht im Film nicht zeigen will, teilweise von einer großen Puppe dargestellt. Im Interview erläutern die Filmemacher ihre dokumentarische Methode.

Von Wolfgang Hamdorf

Lerne, dich zu lieben - Icíar Bollaín

Die spanische Filmemacherin Icíar Bollaín wurde mit intensiven Beziehungs- und Gesellschaftsdramen bekannt. Mit „Rosas Hochzeit“ (Kinostart am 1. Juli) inszenierte sie eine Tragikomödie, in der eine Frau den Aufstand probt. Statt weiter für Familie und Kolleginnen die Dienstbotin zu geben, will sie endlich eigene Träume verwirklichen und sich zuvor in einer speziellen Zeremonie selbst heiraten. Ein Gespräch über Freude und Last der Familie und den Unterschied von Selbstermächtigung und Individualismus.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Caligari Filmpreis 2021: Der Fluss der Bilder

Mit dem „Caligari Filmpreis“ wird seit 1986 ein herausragender Film im „Internationalen Forum des jungen Films“ der „Berlinale“ geehrt. Der Preis geht 2021 an den chinesischen Film „A River Runs, Turns, Erases, Replaces“ von Shengze Zhu. Das elegisch-vielschichtige Porträt der chinesischen Stadt Wuhan entwirft ein Bild der Metropolie jenseits der Nachrichtenbilder im Bann von Covid-19 und mit vielen Leerstellen, die die Pandemie hinterlassen hat.

Von Wolfgang Hamdorf

Weil das Universum indifferent ist: Interview mit Dea Kulumbegashvili zu „Beginning“

Im Corona-Jahr 2020 gehörte „Beginning“, das Spielfilmdebüt der 1986 geborenen Georgierin Dea Kulumbegashvili, zu den meistbeachteten Festivalpremieren mit Preisen in San Sebastián, Toronto und Mannheim-Heidelberg. Mit hohem Stilwillen beschreibt die Regisseurin das Leben einer Zeugin Jehovas aus einem georgischen Bergdorf, die durch Überfälle auf ihre Gemeinde und sich selbst alle Gewissheiten verliert. Der Film läuft ab 29. Januar exklusiv beim Streamingdienst Mubi.

Von Wolfgang Hamdorf