Scharfe Täuschung - Die mörderische Kunst zu lügen

Psychothriller | USA 1997 | 102 Minuten

Regie: Jonas Pate

Ein drogensüchtiger Mann, der vom Geld seines Vaters lebt, wird verdächtigt, eine Prostituierte ermordet zu haben. Bei der Vernehmung durch zwei Polizisten wird er an einen Lügendetektor angeschlossen, dreht den Spieß aber um und bringt dunkle Seiten im Leben der Ermittler ans Licht. Die Grenzen zwischen Lüge und Wahrheit, Schuld und Unschuld verschwimmen. Eine Mischung aus Psychothriller und Kammerspiel, die sich selbst als Täuschungsmanöver erweist, weil die oberflächliche Zeichnung der Figuren und die platten Psychologisierungen jede innere Spannung verhindern. Weder intensiv noch nervenaufreibend, scheitert der Film am mißglückten Spagat zwischen bemühtem Independent- und stromlinienförmigen Mainstream-Kino. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LIAR | Deceiver
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1997
Regie
Jonas Pate · Josh Pate
Buch
Jonas Pate · Josh Pate
Kamera
Bill Butler
Musik
Harry Gregson-Williams
Schnitt
Dan Lebental
Darsteller
Tim Roth (John Wayland) · Chris Penn (Braxton) · Michael Rooker (Kennesaw) · Renée Zellweger (Elizabeth Loftus) · Ellen Burstyn (Mook)
Länge
102 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Psychothriller

Diskussion
Was Hollywoods Regisseure wie keine anderen beherrschen, ist, den Zuschauer schon in den ersten Minuten in einen Film hineinzuziehen. In „Scharfe Täuschung“ begleitet man den Polizisten Braxton aufs Revier, gefilmt aus der subjektiven Perspektive des Vorgeladenen John Wayland. Eine unheilschwangere Musik und ein kurz eingeblendeter „Erinnerungsfetzen“, der den Schatten einer Frau auf einem nächtlichen Grabstein zeigt, lassen ein Verbrechen ahnen. Auf dem Revier wird John in einer kurzen Einstellung von hinten gezeigt, ehe sich die Kamera dem zweiten „Hauptdarsteller“ zuwendet – dem Lügendetektor. Scope-Leinwand füllende Detailaufnahmen bebildern akribisch und bedrohlich, wie John an das Gerät angeschlossen wird. Schnitt, Totale: Wayland von vorne, eingerahmt von Braxton und seinem Kollegen Kennesaw. Das „Spiel“ kann beginnen: John, ein drogensüchtiger junger Mann, der vom Vermögen seines

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