Der kleine Drache Kokosnuss - Auf in den Dschungel!

Abenteuerfilm | Deutschland 2018 | 80 Minuten

Regie: Anthony Power

Zweite Adaption der Kinderbuchreihe um einen kleinen Feuerdrachen, in dem drei befreundete Tiere auf einer exotischen Insel aufregende Abenteuer mit seltsamen Wasserdrachen und einer gefräßigen Schlingpflanze erleben. Durch eine Vielzahl an Nebensträngen geht mitunter zwar der rote Faden verloren, doch die flauschig-weichen, in knalligen Farben gehaltenen Protagonisten sammeln fleißig Sympathiepunkte und entdecken, dass man seine Vorurteile Fremden gegenüber sorgfältig überprüfen muss. Ein kindgerechter Zeichentrickfilm über Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Anthony Power
Buch
Mark Slater · Gabriele Walther
Musik
Stefan Maria Schneider
Länge
80 Minuten
Kinostart
27.12.2018
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Abenteuerfilm | Animationsfilm | Familienfilm | Kinderfilm
Diskussion

Zeichentrickfilm nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe um drei Freunde, deren Kameradschaft bei einem abenteuerlichen Trip auf die Dschungel-Inseln auf die Probe gestellt wird.

Wenn es jemanden gibt, der Kinderbuchbestseller ebenso erfolgreich für die Leinwand adaptieren kann, dann ist dies Gabriele M. Walther von der auf Animationsfilme spezialisierten Produktionsfirma Caligari Film. Nach „Prinzessin Lillifee“, „Ritter Rost“ oder „Der Mondbär“ und dem ersten „Der kleine Drache Kokosnuss – Feuerfeste Freunde“-Film (2014) folgt jetzt „Auf in den Dschungel!“.

Drehbuch und Regie halten sich erneut eng an die von Ingo Siegner erfundenen Figuren und bleiben auch dem computergenerierten Animationsstil des ersten Teils treu. Neu ist die Geschichte, die kindgerecht einen überschaubaren Rahmen besitzt. Der Feuerdrache Kokosnuss und sein bester Kumpel Oskar fahren ins Ferienlager auf die Dschungel-Inseln. Dort sind aber nur Drachen erlaubt. Da allerdings auch ihre Freundin, das Stachelschwein Matilda, unbedingt mitkommen soll, schmuggeln die beiden sie kurzerhand als blinde Passagierin mit an Bord des Schiffes.

Ein einsamer Meeresdrache namens Amadeus

So beginnt ein abenteuerlicher Trip, auf dem es zu kuriosen Begegnungen mit eigenartigen Wasserdrachen und einer fleischfressenden Schlingpflanze kommt, bei dem aber auch die Kameradschaft des Trios und das Vertrauen zueinander immer wieder auf die Probe gestellt werden.

Die Macher geben sich allerdings nicht mit dieser Story zufrieden, sondern installieren zwei Nebenplots um einen einsamen Meeresdrachen namens Amadeus, der österreichischen Dialekt spricht, und eine (Wieder-)Begegnung zwischen Opa Jörgen und dem Anführer der Wasserdrachen, dessen Enkel Wokki sich mit den drei Protagonisten anfreundet. In allem den roten Faden zu finden, überfordert allerdings selbst Erwachsene; die eigentliche Zielgruppe muss zudem noch mit dem Horrorelement einer gefräßigen Pflanze zurechtkommen, deren Tentakel sich wie eine Epidemie auf der ganzen Insel breitmachen.

Große Kulleraugen und runde Bäuchlein

Wie schon in „Feuerfeste Freunde“ sind die Hintergründe kunterbunt, während der Rest, Felsen, Gras oder die andere Vegetation, einfach gehalten ist. Insbesondere das Wasser wirkt arg simpel strukturiert und erinnert mehr an eine Folie als an Flüssigkeit. Dafür kann man sich an den flauschig-weichen, in knalliges Orange und Rosa getauchten Helden erfreuen, die mit ihren großen Kulleraugen und runden Bäuchlein fleißig Sympathiepunkte einsammeln und ein Höchstmaß an Wärme und Sympathie verströmen.

Gleiches gilt für die Synchronsprecher Max von der Groeben (Kokosnuss), Carolin Kebekus (Matilda) und Dustin Semmelrogge (Oskar), die ihren souveränen Part aus dem ersten „Kokosnuss“-Film wiederholen. Allerdings hat ihnen das Drehbuch manchen Dialog zu viel in den Mund gelegt, wodurch der bis auf die Fauna-Attacke ziemlich actionarme Film zusätzlich an Tempo verliert. Wenn mal nicht gesprochen wird, macht sich auf der Tonspur ein pomöser Musikteppich breit, der das Leinwandgeschehen unter sich begräbt.

Plädoyer für Vertrauen und Freundschaft

Der zweite Leinwandauftritt des kleinen Drachen Kokosnuss ist dabei nicht nur ein klassisches Familienabenteuer, sondern dank der Gags aus dem Bereich Blähungen und Übelkeit kommt auch der komödiantische Aspekt nicht zu kurz; und die Botschaft, dass man seine Vorurteile öfters überprüfen und auf unbekannte Wesen offen und wertfrei zugehen soll, kann dieser Tagen nicht oft genug unterstrichen werden.

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