Keepers - Die Leuchtturmwärter

Thriller | Großbritannien 2017 | 107 Minuten

Regie: Kristoffer Nyholm

Thriller nach realen Ereignissen, die sich im Dezember 1900 auf der schottischen Insel Eilean Mòr zutrugen: drei Leuchtturmwärter gehen für sechs Wochen ihrem Dienst auf einer kleinen, unbewohnten Insel vor der Küste Schottlands nach, als sie eine Kiste mit wertvollem Inhalt finden. Uneinigkeit über das weitere Vorgehen nach dem Fund sowie das Auftauchen einer weiteren Schiffscrew, die es auf den Inhalt abgesehen hat, stellen das Zusammenleben der Männer auf eine harte Probe. Vor dem Hintergrund des bis heute ungeklärten Schicksals der verschwundenen Männer entwickelt der Thriller seine eigene Theorie rund um das „Rätsel von Eilean Mòr“. Schwächen in der Charakterentwicklung werden durch eine dichte, unheilvoll-mysteriöse Atmosphäre ausgeglichen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
KEEPERS
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2017
Regie
Kristoffer Nyholm
Buch
Joe Bone · Celyn Jones
Kamera
Jørgen Johansson
Musik
Benjamin Wallfisch
Schnitt
Morten Højbjerg
Darsteller
Gerard Butler (James Ducat) · Peter Mullan (Thomas Marshall) · Connor Swindells (Donald McArthur) · Søren Malling (Locke) · Ólafur Darri Ólafsson (Boor)
Länge
107 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Universum
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Diskussion

Ein Thriller nach realen Ereignissen, die sich im Dezember 1900 auf der schottischen Insel Eilean Mòr zutrugen.

Bis heute konnte das, was im Dezember 1900 auf Eilean Mòr, dem größten Eiland der unbewohnten Inselgruppe Flannan Isles nordwestlich von Schottland geschehen ist, noch nicht aufgeklärt werden. Die drei zu der Zeit dort arbeitenden Leuchtturmwärter verschwanden unter bisher ungeklärten Umständen. Als ein Versorgungsschiff am 26. Dezember Vorräte auf die Insel bringen wollte, traf die Crew dort niemanden an. Die Seeleute stellten fest, dass der Flaggenstab keine Flagge hatte, die Lampen im Leuchtturm gereinigt und neu befüllt worden waren, die Uhren stillstanden, ein Stuhl umgeworfen war und zwei der drei wetterfesten Öljacken fehlten. Doch von den drei Männern fehlte jede Spur. Möglicherweise wurden sie von riesigen Wellen ins Meer gerissen. Doch ihre Leichen wurden nie gefunden, was bis heute zahlreiche Spekulationen um das Schicksal der Leuchtturmwärter aufgeworfen hat.

Das „Rätsel von Eilean Mòr“ fand schließlich von der lokalen Folklore in die Popkultur: Ende der 1960er-Jahre besangen Genesis „The Mystery of The Flannan Isle Lighthouse"; Peter Maxwell Davies diente es 1979 als Grundlage für seine Oper „The Lighthouse“. Nun hat sich Regisseur Kristoffer Nyholm der Geschichte erneut angenommen. Im Zentrum seines Films stehen Thomas Marshall (Peter Mullan), James Ducat (Gerard Butler) und Donald McArthur (Connor Swindells), die für sechs Wochen ihre Schicht als Leuchtturmwärter auf Eilean Mòr antreten. Die tägliche Routine wird unterbrochen, als sie eine Kiste mit besonderem Inhalt finden. Uneinig darüber, was damit passieren soll, müssen sie sich kurz darauf einem weiteren Konflikt stellen. Außerplanmäßig steuert ein kleines Boot die Insel an, dessen Crew auf der Suche nach der Kiste ist.

Eine unheilvolle Atmosphäre

Bereits früh bahnt sich in „Keepers – Die Leuchtturmwärter“ das Unheil an, schon die Ankunft auf der Insel verheißt nichts Gutes: Der Funk geht nicht, die Winde ist kaputt, das nur rund 18 Hektar große Stück Land entpuppt sich als rauer, lebensfeindlicher Ort – die Möwen kreischen, mächtige Klippen umgeben die Insel, hohe Wellen peitschen dagegen, Wind und Sturm rauschen über das Meer und die Insel, Hurrikans erschweren die Arbeit der Wärter.

Der Thriller entwickelt so eine effektive Drohkulisse. Eines Tages entdecken die Männer Dutzende toter Möwen auf der Wiese. Als im Leuchtturm Quecksilber ausläuft, machen die berufserfahreneren Männer, Thomas und James, den Neuling Donald auf Halluzinationen als Folge einer Quecksilber-Vergiftung aufmerksam. Immer wieder werden Spuren ausgelegt und Andeutungen gemacht; Elemente des Mystery-Thrillers mischen sich mit jenen des Home-Invasion-Genres, als im Verlauf der Handlung das weitere Boot die Insel ansteuert.

Extreme Wandlung der Figur

Die Geschehnisse auf der Insel gehen nicht spurlos an den drei Protagonisten vorbei. Scherzen James und Donald zunächst noch häufiger herum und versuchen, zusammen mit Thomas ihren Pflichten nachzugehen, haben sie im Laufe des Films immer mehr mit sich selbst zu kämpfen. Den einen plagen nach einem handlungsweisenden Vorfall Schuldgefühle, der andere möchte nach den Vorfällen nichts mehr mit irgendjemandem zu tun haben. „Ich fühle nichts mehr“, sagt einer zum Ende hin.

Ganz glückt es Nyholm nicht, die sich unter dem Druck der klaustrophobischen Inselverhältnisse entfaltenden Wandlungen der Charaktere glaubhaft zu machen; zumindest bei einem der Protagonisten wirken die Veränderungen der Figur arg extrem. So verliert der Film zum Ende hin ein wenig von seiner zuvor aufgebauten Spannung, weiß aber dennoch, vor allem dank seiner dichten, düsteren Atmosphäre und vor dem Hintergrund der wahren, bis heute mysteriösen Ereignisse über weite Strecken zu fesseln.

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