Babylon Berlin (jetzt als VoD in der ARD-Mediathek)

In der ARD-Mediathek ist die erste Staffel der Serie "Berlin Babylon" bereits jetzt komplett zu sehen

Diskussion

Hier geht es zur ersten Staffel von "Babylon Berlin" in der ARD-Mediathek.


Ein kritische Würdigung der Serie von Dietrich Leder:

Am Ende der zweiten Staffel kehrt die Serie „Babylon Berlin“ an den Anfang zurück, an den sich in dem Moment vielleicht nur noch wenige erinnern. Der Anfang der ersten Folge von Staffel 1 hatte deutlich markiert, dass all das, was in insgesamt 720 Minuten folgt, ein Rückblick ist, genauer gesagt: die Erinnerungsanstrengung der Hauptfigur Gereon Rath, die dazu von einem Arzt unter Hypnose aufgefordert worden war. Die kurzen Filmbilder, die auf die Szene mit dem Hypnotiseur folgten und also Erinnerungsfragmente wiedergaben, waren Bruchstücke dessen, was die Serie in den folgenden zwei Staffeln erzählt. Stellenweise liefen diese Erinnerungsbilder zudem rückwärts, als wäre die Erinnerung ein Film, den man einfach zurückspulte.

Unter den erzählerischen Tricks, derer sich die Serie „Babylon Berlin“ bedient, ist diese Rückblendenstruktur einer der besseren. Denn sie erlaubt die Subjektivierung der Erzählung, lässt das, was hier aus dem Berlin des Jahres 1929 erzählt wird, immer mal wieder wie einen privaten Alptraum erscheinen, dem dann auch mühelos visuelle und akustische Elemente aus anderen Genres als dem des Krimis eingefügt werden können. In der Hauptsache bleibt „Babylon Berlin“ aber eine Polizeigeschichte. Ihr Protagonist ist der von Volker Bruch gespielte Kriminalbeamte Gereon Rath, der gerade von Köln in die Reichshauptstadt versetzt worden ist. Er arbeitet in Berlin beim Sittendezernat mit dem Kollegen Bruno Wolter zusammen, den man in seiner Jovialität fast freundlich nennen könnte, hätte man diese Figur nicht mit Peter Kurth besetzt. So erscheint sie mit der bei Kurth stets angedeuteten Aggressivität von Anfang an als der Antagonist, der sich in der letzten Folge der zweiten Staffel dann auch mit Rath einen Showdown liefert, wie man es in einer deutschen Serienproduktion so noch nicht gesehen hat.


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