Sympathie für das Monster

Ein Gespräch mit dem mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro über seinen Film „Shape of Water“, Geister, Monster und die beiden Seiten des Horrorgenres

Diskussion

Mit der B-Movie-Hommage „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ hat der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro 2017 beim Filmfestival in Venedig den „Goldenen Löwen“ gewonnen. Das war erst der Anfang eines wahren „Preis“-Regens, darunter jüngst der „Golden Globe“ für die „Beste Regie“. Jetzt ist „Shape of Water“ für 13 „Oscars“ nominiert. Ein Gespräch über die Geburt des Horrors aus dem Geist der Kindheit.


Woher stammt die Idee zu „Shape of Water“?

Guillermo del Toro: Das begann schon, als ich sechs Jahre alt war. Ich hatte im Fernsehen „Der Schrecken vom Amazonas“ gesehen, in dem Julie Adams im weißen Badeanzug im Fluss schwimmt und die Bekanntschaft eines „Kiemenmenschen“ macht. In dem Film begegnet „Die Schöne und das Biest“ dem Kalten Krieg und der modernen Wissenschaft. Ich habe mich sofort in beide verliebt, in Julie Adams und den „Kiemenmenschen“. Und in die Idee einer unmöglichen Liebe, die sich nicht vollenden kann. Seither beschäftigt mich quasi der Wunsch, diesen Irrtum der Filmgeschichte zu korrigieren. Ich hatte schon verschiedene Varianten ausprobiert, als mir der Drehbuchautor Daniel Kraus die Idee von einer Putzfrau erzählte, die in einem ultrageheimen Labor ein fremdes Wesen entdeckt. Das schien mir der perfekte Weg zu sein, meine Ideen zu verfolgen, gerade weil er ungewöhnlich ist. Wenn ich von einem neuen Superheldenfilm höre, interessiert nicht, wie das Böse besiegt wird. Viel spannender ist, wer eigentlich Supermans Anzug wäscht oder die Mutantenschule der X-Men putzt.

Gab es Inspirationen? „Die Schöne und das Biest“ vielleicht? Man könnte auch an „Die fabelhafte Welt der Amelie" denken...

Guillermo del Toro: Ich habe eher an „King Kong“ als an „Amelie“ gedacht. Der erste „Kong“-Film von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack aus dem Jahr 1933 ist für mich extrem wichtig.



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