Rüdiger Suchsland

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Und morgen die ganze Welt - Venedig 2020

Als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb hatte beim 77. Festival von Venedig das Drama „Und morgen die ganze Welt“ der Regisseurin Julia von Heinz Premiere. Darin schließt sich eine junge Jurastudentin in Mannheim einer Antifa-Gruppe an. Als die Aktivisten einem rechten Netzwerk mit Anschlägsplänen auf die Spur kommen, wandelt sich die Milieu- und Jugendstudie zum Politthriller, der um die Frage kreist, ab wann Gewalt im Kampf gegen rechts erlaubt oder gar geboten ist.

Eine Kritik von Rüdiger Suchsland

Venedig 2020: Schmeißt eure Handys weg

Die 77. „Mostra“ überrascht durch starke, sehenswerte Filme und offenbart den Reichtum des globalen Filmemachens. Antiautoritäre Töne, eine harsche Kritik an der gegenwärtigen Kultur und radikale Handlungsoptionen bestimmen die Filme. Insbesondere die neuen Werke von Milo Rau, Abel Ferrara und Gia Coppola, aber auch die Arbeiten von Gianfranco Rosi und Mona Fastvold lohnen die Auseinandersetzung.

Von Rüdiger Suchsland

Wie geht es weiter?

Der Leiter der Kurzfilmtage Oberhausen, Lars Henrik Gass, hat das diesjährige 66. Festival (13.-19.5.2020) kurzerhand und sehr erfolgreich in eine Online-Ausgabe verwandelt. Im Rückblick bilanziert er Gewinne und Verluste und ordnet die Corona-Krise in einen fundamentalen Umbau der Kino-Öffentlichkeit ein. Einer undogmatischen, experimentellen Filmkultur räumt er große Chancen ein.

Das Gespräch führte Rüdiger Suchsland

Ruben Östlund: Die destruktive Natur des Menschen

Bei arte und in der arte-Mediathek sind derzeit diverse Lang- und Kurzfilme von Ruben Östlund zu sehen, fast eine kleine Werkschau, die das schmale, aber hochpräzise Filmschaffen des schwedischen Regisseurs zusammen fasst. Alle Filme Östlunds handeln von der modernen Gesellschaft und ihren Illusionen, von Verdrängungen und falschen Hoffnungen, unterdrückter Gewalt und verlorenen Perspektiven.

Eine Analyse von Rüdiger Suchsland

Das Jahrzehnt der offenen Fragen

Was hat das Kino der 2010er-Jahre geprägt? Statt von Innovationen und neuen Themen muss man vielleicht eher von fehlender Experimentierfreude und einem Trend zur Formatierung sprechen, zumindest im US-Kino. Freilich gab es aber doch einzelne Filmemacher, denen in den letzten zehn Jahren Meilensteine der Filmgeschichte gelangen. Und das französische Kino als verlässlichen Jungbrunnen der Filmkunst.

Von Rüdiger Suchsland

Den Anfängen wehren

Heftige Proteste der deutschen Filmszene gegen Hans Joachim Mendig, den Geschäftsführer der hessischen Filmförderung, haben in der Affäre um sein Treffen mit dem AfD-Politiker Jörg Meuthen jüngst zu dessen Rücktritt geführt. Das allein aber reicht bei weitem nicht. Der „Fall Mendig“ führt vielmehr vor Augen, warum sich Film- und Kulturschaffende dringend gegen den wachsenden rechtspopulistischen Einfluss auf die deutsche Kulturpolitik positionieren sollten.

Von Rüdiger Suchsland