Vor der Morgenröte - Stefan Zweig in Amerika (arte)

21.11., 20.15-21.55, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

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Der österreichisch-jüdische Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) ist bereits seit zwei Jahren auf der Flucht, als er 1936 zum PEN-Kongress nach Buenos Aires reist, wo man ihn bedrängt, die Barbarei des Nazi-Regimes öffentlich zu verurteilen. Doch der überzeugte Pazifist will sich weder für einen Krieg aussprechen, noch hält er eine Widerstandsgeste ohne persönliches Risiko für sinnvoll. Je länger er im Exil lebt, desto schwerer fällt es ihm, seine öffentliche Zurückhaltung aufrecht zu erhalten. Ein in virtuoser Strenge komponierter Film über Zweigs Exiljahre, der in fünf Episoden kenntnis- und detailreich die Konfliktlage nachzeichnet, wobei der Weg über New York bis zu Zweigs letztem Zuhause im Dschungel-Ort Petrópolis führt. Ein- und ausgeleitet von zwei grandiosen Plansequenzen, erweist sich der Film von Maria Schrader als ein Gesamtkunstwerk, das auch in langen Dialogpassagen von der wunderbaren Verkörperung Zweigs durch Josef Hader getragen wird. Dank der Schärfe und Sensibilität seiner Interpretation denkt man unwillkürlich an eine von Fluchtströmen und sich schließenden Grenzen geprägte Gegenwart, ohne dass der Film diese Lesart aufdrängt. – Sehenswert ab 14.

Foto: X Verleih

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