Arguments

Donnerstag, 07.11.2019

Unvoreingenommener Dokumentarfilm über Menschen, die Stimmen hören

Diskussion

Im Haus von Ron Coleman und Karen Tylon in Cardiff versammeln sich Menschen aus ganz Europa, die eine psychische Auffälligkeit verbindet: Die Gäste hören „Stimmen“ in ihrem Kopf, die ihre Gedanken oder Handlungen kommentieren. Die Besucher unterhalten sich darüber, wie sich das auf ihr Leben und ihre gesellschaftliche Stellung auswirkt. Oft entstehen aus diesen Erfahrungsberichten intensive Diskussion.

Der Dokumentarfilm von Olivier Zabat zeigt psychische Zustände dabei nicht als Bruch mit der Wirklichkeit, sondern als eine andere Form von Bewusstsein. Es geht um den inneren „Lärm“, der für Außenwelt unhörbar bleibt, aber verborgenes Leid widerspiegelt.

Der Film fußt auf zwei Prämissen: Er folgt den „Stimmenhörern“ darin, ihre Wirklichkeit nicht als Schizophrenie zu etikettieren, um nicht ihre gesellschaftliche Diskriminierung zu übernehmen, und er verweigert sich jedem Versuch, dem Phänomen „Wahnsinn“ aus medizinischer Perspektive nachzuspüren. Das hilft, um sich den „Stimmenhörern“ und ihrer Besonderheit jenseits ausgrenzender Begriffe wie Abweichung, Andersheit oder Behinderung zu nähern. Ein interessanter, herausfordernder Versuch. – Ab 16.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: Olivier Zabat

Filmdetails
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