Zu viele Filme!?

Freitag, 08.11.2019

Über die wachsende Zahl von Kinostarts und die Folgen, die das für die Branche hat

Diskussion

Fluch oder Segen? In den deutschen Kinos laufen immer mehr Filme an. Gut daran: Das Kinoprogramm wird immer diverser und vielfältiger, zumindest in den großen Städten, in denen Leinwände nicht nur für Mainstream-, sondern auch für Nischenfilme zur Verfügung stehen. Doch wer soll das alles sehen? Und wer gibt Orientierung?


Am 7. November herrscht in den deutschen Kinos eine Art Ausnahmezustand: Eine rekordverdächtige Zahl von 27 Filmen läuft dann gleichzeitig an, darunter gleich sechs Musikdokumentationen, die der Kleinverleih Filmdisposition Wessel aus Potsdam als Paket anbietet. Dennoch ist das weit mehr als an einem normalen Donnerstag. Im vorigen Jahr starteten zum Beispiel 643 Filme auf deutschen Kinoleinwänden, wie die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) errechnet hat. Das entspricht 12,4 Filmen pro Woche.

Die Filmtitelschwemme am 7. November ist nur die legendäre Spitze des Eisbergs, denn der Trend hält schon länger an: Immer mehr Filme laufen in den deutschen Kinos an, während die Besucherzahlen mehr oder weniger stagnieren oder zurückgehen. Es stellt sich nicht nur die Frage: Wer soll das alles sehen? Vielmehr untergräbt die inflationäre Entwicklung auch die Geschäftsmodelle der Film- und Kinobranche.

Harakiri-Startsituation für Kinofilme

Doch zurück zu den Zahlen: Nach einer Statistik der SPIO liefen 2014 hierzulande 583 Filme an, 2015 waren es 615, 2016 schon 652, im Jahr darauf sogar 653, ehe die Zahl der Kinostarts 2018 leicht zurückging auf 643. Im Schnitt stieg die Zahl der Filmstarts in diesen fünf Jahren um 2,5 Prozent. Einen überdurchschnittlichen Beitrag dazu leisteten die Dokumentarfilme: Sie legten über die genannten fünf Jahre um 4,8 Prozent auf 152 Filmstarts im Jahr 2018 zu. Dagegen kletterte die Zahl der Spielfilmstarts nur um 1,9 Prozent auf zuletzt 491 im Jahr 2018. Erweitert man den Blick auf zehn Jahre, so ergibt sich ein Zuwachs von 22 Prozent bei den Erstaufführungen, wobei die Spielfilme um 18 Prozent zulegten und die Dokumentarfilme um 37 Prozent.

Als Konsequenz aus dem „Filmberg“ am 7. November verschob der Kairos Filmverleih aus Göttingen den Start seines italienischen Filmdramas „Alles was du willst“ von Regisseur Francesco Bruno um zwei Wochen. Am 21. November laufen „nur“ zwölf Filme an, also genauso viele wie im Jahresschnitt. „Als wir den 7. November für den Filmstart angesetzt hatten, waren dort nur sieben Filme am Start“, berichtet Kairos-Geschäftsführer Wilfried Arnold. Durch die Verschiebung auf einen günstigeren Termin hofft er auf bessere Umsätze und betont: „Wir setzen weiter auf die Qualität unserer Filme und den Zuspruch der Kinos, die unsere Filme spielen. ‚Alles was du willst‘ war der Publikumspreisträger unserer letztjährigen Cinema-Italia-Tournee durch 34 deutsche Städte.“

Ausweichtermin: Um der Filmstart-Menge am 7.11. aus dem Weg zu gehen, verschob der Kairos Verleih den Start von "Alles was du willst" nach hinten
Ausweichtermin: Um der Filmstart-Menge am 7.11. aus dem Weg zu gehen, verschob der Kairos Verleih den Start von "Alles was du willst" nach hinten

Der Film muss im Kino starten – egal wie

Zum Hintergrund der aktuellen Harakiri-Startsituation erklärt Arnold: „Im Zuge der Digitalisierung kannibalisieren sich die Filme gegenseitig. Als wir Kairosfilm im Jahr 1995 gründeten, kosteten Filmkopien immer noch einige tausend Euro. Jetzt im Zuge billiger Festplattenstarts geht es scheinbar häufig nur noch um die Herausbringung geförderter Filme, um den Förderrichtlinien Genüge zu tun, die da sagen: ‚Der Film muss auch im Kino starten.‘ Wie er das tut, ist wohl fast schon egal.“

In dieser Stellungnahme klingen zwei Hauptursachen für die virulente Filmstartverdichtung an: Zum einen die Digitalisierung der Film- und Kinobranche, die es ermöglicht, mit relativ überschaubarem Aufwand auch Filme für Marktnischen in die Kinos zu bringen, zum anderen das Regelwerk der deutschen Filmförderinstitutionen, das in der Regel vorsieht, dass ein Antragsteller für eine Produktionsförderung einen Verleihvertrag oder zumindest einen sogenannten Letter of Intent eines Filmverleihers vorlegen muss, also eine Zusage, dass dieser Verleih den fertiggestellten Film auch in die Kinos bringt.

Die Crux daran: Nicht jeder fertige Film löst das Versprechen eines vielversprechenden Drehbuchs am Ende auch qualitativ ein. Für die Verleiher birgt das erhebliche Risiken: Sie kaufen quasi die Katze im Sack und müssen später im schlechtesten Fall einen absehbaren Flop herausbringen, da sie sich ja vertraglich gebunden haben.

Bei 600 Filmen im Jahr ist der Konsument maximal verwirrt.“

Angesichts der vielen Kinostarts sieht Peter Schauerte, CFO & SVP Finance bei der Warner Bros. Entertainment GmbH, Handlungsbedarf: „Bei 600 Filmen im Jahr ist der Konsument maximal verwirrt.“ Nach seiner Ansicht müsse es „eine sinnvolle, gerechte Verteilung geben.“ Bislang entfielen 81 Prozent der 455 Millionen Euro, die in Deutschland jährlich in die Filmförderung fließen, auf die Produktion, aber nur zwölf Prozent auf den Verleih und sieben Prozent auf die Kinos, sagte Schauerte kürzlich auf dem zweiten Kinopolitischen Abend in Berlin. Es müsse in der Entwicklung stärker auf die Qualität geschaut werden und nicht für jeden geförderten Film ein Herausbringungszwang bestehen, denn 80 Prozent der gestarteten Filme würden weniger als 10.000 Zuschauer ins Kino ziehen.

Auch Torsten Frehse, Geschäftsführer des Verleihs Neue Visionen, sieht die Filmstartverdichtung skeptisch und hat einige Fragen: „Wie viele davon sind deutsche? Mussten die alle gefördert werden? Wie viele werden aus anderen Gründen ins Kino gebracht, als im Kino erfolgreich zu sein? Und kommen nicht zu viele Filme ins Kino, die dafür gar nicht gemacht sind?“

Förderstrukturen spielen eine zentrale Rolle

In diesem Zusammenhang hat Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbands der Filmverleiher, einen bemerkenswerten Trend beobachtet. „Dass immer mehr Filme anlaufen, beobachten wir seit 2005. Das Verblüffende daran ist, dass unsere Mitglieder – also im Wesentlichen die größeren Verleihfirmen – gar nicht mehr Filme ins Kino bringen. Die sind bei ihrem Output geblieben. Was sich stark erhöht hat, ist die Zahl der deutschen Filme. Da spielt sicher der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) mit seinen Förderstrukturen eine große Rolle.“

Allerdings ist der Zuwachs bei den deutschen Kinostart zuletzt zum Stillstand gekommen: Liefen laut SPIO 2014 noch 232 deutsche Produktionen an und im Jahr darauf 236, so erreichte diese 2016 mit 256 Titeln den Höhepunkt. Demgegenüber starteten 2017 und 2018 nur jeweils 246 deutsche Titel.

Auch Klingsporn sieht einen wichtigen Grund für die Filmstartverdichtung in der Umstellung auf digitale Projektionstechnik, also den Wegfall der hohen Kosten für 35mm-Kopien. „Wenn Sie sich überlegen, was früher allein eine solche Kopie gekostet hat. Dieses Geld hat ein Verleiher natürlich nur aufgebracht, wenn er wusste, dass er auch genügend Werbung machen kann. Man braucht einfach Werbedruck auf dem Kinostart. Das musste er sich genau überlegen: Kann ich mir die Plakatierung, Anzeigen, Rundfunkwerbung und so weiter leisten?“

Die Filme spielen weniger lang in den Kinos, und die Zuschauer müssen sich schnell entscheiden, wenn sie einen Film sehen wollen.“

Mit der Kinodigitalisierung sei zudem „der Wegfall des Flaschenhalses Virtual Print Fee (VPF)“ eng verbunden. VPF bezeichnet eine Art Hilfsfonds, in den Verleiher für eine vertraglich festgelegte Zeit einzahlen, um die Umrüstung von Kinos für die digitale Projektion zu unterstützen. Viele dieser Verträge laufen derzeit oder in Kürze aus. Das Ende dieser Gebühren dürfte nach Ansicht von Klingsporn dazu führen, „dass noch mehr Filme mit geringen Werbebudgets in die Kinos kommen.“ Wahrscheinlich steige somit die Zahl derjenigen, „die glauben, sie könnten für kleines Geld einen Film ins Kino bringen, was natürlich überhaupt nicht stimmt.“

Von der Filmtitelflut ist nicht nur Deutschland betroffen, auch in der Schweiz macht sich das Phänomen bemerkbar. Während die Zahl der Filmstarts laufend zunimmt, sind die Kinoeintritte rückläufig. Dennoch werden weiter fleißig Filme hergestellt. In diesem Zusammenhang konstatiert Rolf Gerber, Präsident des schweizerischen Branchenverbands Procinema, heute werde viel mehr produziert als noch vor 20 Jahren. Doch eine Filmschwemme sei nicht unbedingt gut für die Branche: „Die Filme spielen weniger lang in den Kinos, und die Zuschauer müssen sich schnell entscheiden, wenn sie einen Film sehen wollen.“

Es wird immer schwerer, Filmen zu einem großen Publikum zu verhelfen

Die Filmtitelschwemme führt hierzulande unter dem Strich dazu, dass sich die Filme eine gleichbleibende Zahl von Programmplätzen teilen müssen und damit zwangsläufig weniger Besucher erreichen. Jürgen Lütz, der in Köln das Arthouse-Kino „Odeon“ und in Bonn die „Neue Filmbühne“ leitet und als Ein-Mann-Unternehmen den Filmverleih Film Kino Text betreibt und früher für den Schwarzweiß Filmverleih in Bonn gearbeitet hat, beobachtet die Entwicklung schon länger. „Zu den Hochzeiten des Schwarzweiß Filmverleihs hatten wir oft einen Schnitt von 400 Besuchern pro Kopie, das war völlig normal. Heute freue ich mich schon, wenn einer meiner Filme einen Schnitt von 100 erreicht. Früher liefen dieFilme allerdings auch meist in zwei Vorstellungen, um 18 und um 20 Uhr. Heute kann ich froh sein, wenn mein Film entweder um 18 oder um 20 Uhr programmiert wird. Wenn es nicht anders geht, nehme ich auch einen Start um 16 Uhr in Kauf.“

Leiden unter der Konkurrenz: Arthouse-Filme wie "Das Haus am Meer"
Leiden unter der Konkurrenz: Arthouse-Filme wie "Das Haus am Meer"

Sein erfolgreichster Film als Verleiher in diesem Jahr sei „Das Haus am Meer“ von Regisseur Robert Guédiguian mit 28.000 Besuchern. „Vor zehn Jahren hätte der bestimmt 100.000 Zuschauer erreicht. Andere Verleiher konstatieren ähnliche Ergebnisse: Im Prinzip sind die Besucherzahlen solcher Filme auf ein Drittel oder Viertel zurückgegangen. Nur mit wirklichen Leuchttürmen wie aktuell ‚Systemsprenger‘ kommt man noch über die Runden. Das ist ein Film, über den viel geredet wird und den daher viele sehen wollen.“

In der Liga der Independents hat sich die Konkurrenz vervielfacht

Auch der Verleiherkollege Torsten Frehse sieht sich mit einer immer härteren Konkurrenz konfrontiert. „Als ich anfing, liefen jede Woche sechs oder sieben Filme an. Davon war einer ein Blockbuster und ein zweiter ein halber Blockbuster. Es haben also fünf Filme aus dem Independent-Bereich um die Aufmerksamkeit des Publikums gewetteifert. Da musste man eben der wichtigste dieser fünf sein, um sich durchzusetzen. Wenn jetzt 15 Filme anlaufen, haben wir trotzdem nur einen Blockbuster und einen halben dazu. Dann streiten sich 12 oder 13 Independent-Filme um die Aufmerksamkeit. In der Liga, in der wir kämpfen, hat sich die Konkurrenz also verdreifacht.“

Allerdings macht sich die Branche neben den strukturellen Problemen manchmal noch zusätzlich selbst das Leben schwer, unnötigerweise wie manche kritisieren. Christian Schmalz, Betreiber des Kölner Arthouse-Kinos Off Broadway, ärgert sich zum Beispiel weniger über die hohe Zahl der Filmstarts als über die Ballung relevanter Filmkunsttitel in kurzen Zeiträumen. „Manchmal kommen wochenlang keine großen oder wichtigen Filme heraus, aber dann starten plötzlich zwei Filme in zwei Wochen.“ So lief am 10. Oktober „Joker“ an und am 17. Oktober „Parasite“. „Wenn innerhalb von nur acht Tagen der Gewinnerfilm von Venedig und der von Cannes herauskommen, schafft das Probleme, die leicht vermeidbar gewesen wären.“

Erschwerend kommt hinzu, dass die Medien die wachsende Zahl an Kinostarts nicht mehr so berücksichtigen können wie noch vor einigen Jahren. Ob Fachzeitschrift oder Tageszeitung, Radio oder Fernsehen, alle haben nur einen beschränkten Platz für die Berichterstattung über neue Filme. „Wenn aber immer mehr Filme anlaufen, werden entweder alle kürzer besprochen oder aber nur wenige und der Rest fällt unter den Tisch“, sagt Klingsporn. „Diese Fülle an Titeln gab es früher nicht, sie führt aber natürlich dazu, dass unter dem Strich immer weniger Filme in die öffentliche Aufmerksamkeit kommen.“

Klasse statt Masse

Selbst bei der Eigenwerbung für die ausgewählten Titel tun sich etliche Kinos zunehmend schwer. Schon vor zwei Jahren klagte Kalle Somnitz, der langjährige Chef der Düsseldorfer Filmkunstkinos, über zu viele Filmstarts im Filmkunstsegment und erklärte: „Wir spielen inzwischen pro Woche sieben Filme in Erstaufführung. Das ist zu viel, wir haben ja nur sieben Leinwände. Ich merke das an der Bewerbung, denn wir schreiben unsere Hauszeitschrift ‚Biograph‘ noch immer selber. Wenn man fünf Wochen bewirbt und sieben Filme anlaufen, dann balgen sich 35 Filme um zwölf Seiten. Der Platz für eine Kritik wird also kleiner.“

Wenn innerhalb von nur acht Tagen "Joker", der Gewinnerfilm von Venedig, und "Parasite", der Gewinner von Cannes, herauskommen, schafft das Probleme
Wenn innerhalb von nur acht Tagen "Joker" (Foto), der Gewinnerfilm von Venedig, und "Parasite", der Gewinner von Cannes, herauskommen, schafft das Probleme

Die Hollywood-Studios sehen das Phänomen ohnehin eher gelassen und setzen auf Klasse statt Masse. „Manchmal ist hier weniger mehr“, sagt Roger Crotti, Country Manager bei The Walt Disney Company GSA (Germany, Switzerland, Austria). Durch die Digitalisierung sei es prinzipiell einfacher geworden, jeden Film auch in die Kinos zu bringen. „Mit beispielsweise annähernd 600 Kinofilmen im letzten Jahr entwickelt sich dabei aber eher eine Unübersichtlichkeit und man verunsichert gleichzeitig die Kinobesucher.“ Disney setzt daher eher auf Klasse statt Masse. „Die Strategie, sich auf weniger, aber dafür erfolgversprechende, große Blockbuster zu konzentrieren, verfolgt Disney schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich.“

Dass manche Zuschauer sich lieber bei den jederzeit verfügbaren Streamingdiensten bedienen, ist kein Wunder

Wie soll die Branche mit der inflationären Filmtitelvermehrung nun umgehen? Engagierte Kleinverleiher und Filmkunsthäuser werden darauf pochen, dass jeder Film seine Chance bekommen sollte, gerade ausgefallene oder experimentelle Arbeiten. Viele (potenzielle) Kinogänger stehen jedoch dem unübersichtlichen Angebot hilflos gegenüber oder wundern sich, dass ein Film, den sie eigentlich gerne auf der Leinwand sehen wollten, nach einer Woche schon wieder aus dem Programm verschwunden ist. Dass so mancher Zuschauer dann lieber zu Hause bleibt und sich bei den jederzeit verfügbaren Streamingdiensten bedient, ist kein Wunder. Das kann aber nicht im Sinne der Film- und Kinobranche sein.

Der Bedarf an Orientierung und sinnvoller Hilfestellung angesichts eines unübersichtlichen Angebots ist also da, und er steigt offenkundig. Das haben auch erfahrene Kinobetreiber wie Christian Schmalz erkannt und ziehen die Konsequenzen. Er sagt: „Ich sehe das entspannt mit der hohen Zahl von Filmtiteln, die jede Woche starten. Wenn ich auf den Markt gehe, um Tomaten zu kaufen, dann ist es für mich als Käufer doch umso besser, je mehr Verkaufsstände ich sehe. So ist das auch beim Film.“ Man müsse ja nicht jeden Titel spielen.

Es wird gerade für die Arthouse-Kinos immer wichtiger, das Programm zu kuratieren“

Schmalz weiter: „Es wird gerade für die Arthouse-Kinos immer wichtiger, das Programm zu kuratieren. Das bedeutet, dass man sich eine möglichst große Übersicht verschafft über die vorhandenen Filme und dann die aussucht, die am besten ins Profil des Kinos passen.“ Dazu sei es besser, wenn man zehn Filme zur Auswahl habe als fünf. Natürlich bedeute dies, dass man mehr Filme sichten müsse. „Aber wenn man einigermaßen klug plant, kann man eine sinnvolle Vorselektion treffen.“

Auch für Torsten Frehse liegt der Ball im Feld der Kinobetreiber. „Wenn ich ein Problem mit zu vielen Filmen habe, ist auch mein Publikum davon überfordert. Dann muss ich mir die Arbeit der Verleiher anschauen und sagen, dann spiele ich als Kinobetreiber die Filme, bei denen ich weiß, dass der Verleiher für die kämpft. Auf jeden Fall aber würde eine strengere Auswahl schon helfen.“

Johannes Klingsporn ist ebenfalls der Ansicht, dass der Ausweg in einer Kuratierung des Filmangebots liegt. „Über kurz oder lang werden wir nur dann vernünftige Entwicklungen im Kino haben, wenn die Kinos als Kuratoren und Empfehler des Filmprogramms an ihr Publikum herantreten.“ Es gebe inzwischen eine Fülle von Social-Media-Kanälen, über die man das bewerkstelligen könne.



Fotos: oben: aus Parasite, © Capelight. Andere Bilder: © Warner ("Joker"), FilmKinoText ("Das Haus am Meer"), Kairos ("Alles was du willst")

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