Mit seinem 1990 erschienenen Film fand der damals rund 30-jährige Luc Besson zu einem Handlungsmuster, das ihn in Variationen seitdem immer wieder beschäftigte: Schlagkräftige und waffengeschulte Frauen, die sich gewandt durch eine feindliche Welt kämpfen, immer inszeniert in Bessons charakteristischem Musikvideo-Stil. In „Nikita“ sind die entsprechenden Zutaten allerdings noch frisch und was der Film inhaltlich an Unwahrscheinlichkeit aufbietet, macht er durch die emotionale Aufmerksamkeit für die Heldin und insbesondere ihre Gefühle von Schuld und Identitätsverlust weitgehend wett.
Bessons spannender Actionfilm führt Nikita (Anne Parillaud) zuerst als junge Drogenabhängige ein, die nach einem Überfall zu lebenslänglicher Haft verurteilt wird. Doch dann tritt der französische Geheimdienst an sie heran und überredet sie zu einer Umschulung, um unter neuer Identität Staatsfeinde zu liquidieren. Dank ihrer Aggressivität ist sie eine gelehrige Schülerin, die nach der Entlassung unter einem falschen Namen beginnt, ihre Aufträge zu erfüllen. Doch dass sie sich in einen Supermarktkassierer (Jean-Hugues Anglade) verliebt, gefällt ihren Auftraggebern keineswegs.
Äußerlich perfekt inszeniert, regte „Nikita“ diverse Remakes als Film oder Serie an. Das Original ist als stylischer Thriller nach wie am lohnendsten, auch wenn das Thema der (Staats-)Gewalt in keiner Weise reflektiert erscheint. – Ab 16.