Asbest galt lange als eine Wunderfaser. Das in der Natur vorkommende Silikat brennt nicht, wehrt Nässe ab, lässt sich mit Zement mischen und zu Textilien verspinnen. Der Stoff isolierte jahrzehntelang die Stahlskelette der Hochhäuser, steckte in Autoreifen, Fußböden und Haarfönen, diente als Talkum oder wurde für Berufskleidung von Feuerwehr verwendet. Seine feinen Fasern sind allerdings extrem gesundheitsgefährend, weshalb sein Einsatz in Industrieländern seit Langem verboten ist. In der EU besteht seit 2005 für Asbest ein weitgehendes Herstellungs- und Verwendungsverbot. In Deutschland gilt dieses Verbot bereits seit November 1993. In Schwellenländern wird Asbest aber noch häufig eingesetzt, da es deutlich billiger ist als geeignete Ersatzstoffe; die Gefährlichkeit dieses Baustoffes wird oft als ein Luxusproblem angesehen.
Der Film von Thomas Dandois und Alexandre Spalaïkovich geht diesen Themen nach und listet etwas auf, dass man es in Europa noch100 Jahre dauern und mehrere Milliarden Euro kosten wird, um die krebserregende Faser endgültig loszuwerden. Gleichzeitig aber fördert Russland weiterhin Jahr für Jahr 600.000 Tonnen des Minerals in der größten Asbestmine der Welt. – Ab 14.