Patrick Holzapfel

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Irrsinn und Verdrängung

Bis Ende Oktober taucht das Österreichische Filmmuseum in Wien in die italienische Thriller-Moderne ein. In einer weltweit nie dagewesenen Fülle werden Giallo-Filme gezeigt. Im Gespräch äußert sich Kurator Christoph Huber über Schlagworte, Vorurteile und die Geheimnisse des Genres. Dabei zeigt sich, dass es im Giallo immer um das geht, was gerade nicht an der Oberfläche erscheint.

Aufgezeichnet von Patrick Holzapfel

Nur scheinbar das Gleiche

Der 1975 geborene Israeli Nadav Lapid hat sich mit wenigen Werken international als aufregender Filmemacher etabliert; für seinen dritten Spielfilm „Synonymes“ (seit 5.9. im Kino) gewann er 2019 den „Goldenen Bären“. Lapids Filme prägen vielfach gebrochene Blicke auf seine Heimat sowie Männlichkeits- und Gesellschaftsbilder, die selbst in der Abneigung noch etwas Zärtliches haben. Eine Annäherung an den Regisseur.

Von Patrick Holzapfel

Als Tarantino weinte

Das nostalgiegetränkte Nerdtum, die selbstherrliche, beinahe kindliche Freude am eigenen „Auteur“-Universum, die in langen, eskapistischen Nächten geschulte Männlichkeitsrhetorik, der Zwang zum F-Wort, die dauernd behauptete Coolness, die exzessive Freude an Film-Gewalt: Das alles musste irgendwann auf Ablehnung stoßen. Quentin Tarantino, ein Komet der 1990er – ein Relikt aus den 1990ern? Ein imaginiertes Treffen mit dem Filmemacher.

Von Patrick Holzapfel

Geboren um zu produzieren

Er habe „mehr Energie als alle anderen Produzenten zusammen“, sagte David Lynch einmal über den italienischen Film-Mogul Dino De Laurentiis (8.8.1919-10.11.2010). De Laurentiis gehört zu den schillerndsten Produzenten-Persönlichkeiten der Filmgeschichte; sein Einfluss reichte vom italienischen Neorealismus bis ins Hollywood-Blockbusterkino. Eine Hommage an einen Kino-Besessenen zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel

Die Lebendigkeit eines toten Mediums

Der Filmhistoriker Lars Henrik Gass erklärt in seinem neuen Buch „Filmgeschichte als Kinogeschichte“ das Kino für tot. In seinem Rückblick auf die Entwicklung des Kinos zeichnet er nach, wie diesem der Film allmählich abhandenkommt, sodass es seine ursprüngliche Funktion verliert.

Von Patrick Holzapfel

Dämmerbilder

In den sinnlichen Filmen des mexikanischen Regisseurs Carlos Reygadas treffen Gegensätze aufeinander: das Zivilisierte und das Wilde, Gesellschaft und Natur, Ratio und Gefühl. Stilbildend aber ist sein Umgang mit Zeit, Rhythmus und Kamera. Damit erforscht er Körper, Einsamkeit und Triebe. Das sorgt für Skandale, treibt die Filmkunst aber auch in bislang unerschlossene (Sinn-)Dimensionen.

Von Patrick Holzapfel

Die Präsenz der Fehlenden

Der ungarische Regisseur Béla Tarr wurde durch seine ausgedehnten Schwarz-weiß-Filmkunstwerke berühmt. 2011 gab er seinen „Abschied vom Kino“ bekannt. Acht Jahre später kehrt er jetzt mit einem neuen Werk zurück, das bei den Wiener Festwochen uraufgeführt wurde. Er will „Missing People“ aber nicht als Film verstanden wissen. Tatsächlich rüttelt das Werk über Wiener Obdachlose an den Grenzen des Kinos, ohne diese leugnen zu können.

Von Patrick Holzapfel