Patrick Holzapfel

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Die Präsenz der Fehlenden

Der ungarische Regisseur Béla Tarr wurde durch seine ausgedehnten Schwarz-weiß-Filmkunstwerke berühmt. 2011 gab er seinen „Abschied vom Kino“ bekannt. Acht Jahre später kehrt er jetzt mit einem neuen Werk zurück, das bei den Wiener Festwochen uraufgeführt wurde. Er will „Missing People“ aber nicht als Film verstanden wissen. Tatsächlich rüttelt das Werk über Wiener Obdachlose an den Grenzen des Kinos, ohne diese leugnen zu können.

Von Patrick Holzapfel

Eine provokative Filmkritikerin

Als Filmkritikerin nahm die am 19. Juni 1919 geborene Pauline Kael nicht nur in den USA eine Ausnahmestellung ein: Statt sich einer Filmtheorie zu verschreiben, näherte sie sich dem Kino mit hochpersönlichen Vorlieben, die sie in geschliffenen Texten formulierte. Kontroverse Positionen zu geschätzten Werken entstanden dabei ebenso wie Hymnen auf umstrittene Filmemacher, mit denen sie vielen jungen Regisseuren zum Durchbruch verhalf. Würdigung einer zeitlebens Unangepassten.

Von Patrick Holzapfel

Was heißt es, auf der Welt zu sein?

Der südkoreanische Filmemacher Lee Chang-dong ist keiner jener Kino-Stilisten, denen es primär auf formale Spielereien ankommt. Auch wenn sein aktuelles Drama „Burning“ (jetzt im Kino) fast wie ein Genrefilm wirkt, erzählt Lee stets von menschlichen Extremen. In seinen melancholischen Werken denkt er über die Welt und ihre Widersprüche nach. Porträt eines unbestechlichen Regisseurs.

Von Patrick Holzapfel

Machine Gun Lover: Die Schauspielerin Gena Rowlands

Am 5. Juni ehrt arte Gena Rowlands mit einem Themenabend. Als Hauptdarstellerin und Frau des Regisseurs John Cassavetes bildete sie mit ihm ein Paar, das wie kein anderes im US-Kino für die Auflehnung gegen Konventionen stand. Gena Rowlands prägte dabei das Bild der wehrhaften Frau, die sich gegen eine bedrängende Gesellschaft auflehnt. Eine Hommage an die Darstellerin, die dem Kino einige seiner ehrlichsten Momente schenkte.

Von Patrick Holzapfel

Von Barbaren und Soldaten

Seit Mitte der 2000er-Jahre hat sich das vorher kaum beachtete rumänische Kino fest in der internationalen Film- und Festivallandschaft verankert. Regisseure wie Cristian Mungiu und Cristi Puiu haben mit radikalen Arbeiten eine vielfach kopierte Ästhetik etabliert; andere Filmemacher wie Radu Jude entwickeln diesen bei Filmen wie „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen.“ mit eigenen stilistischen Vorstellungen weiter. Ein Überblick über eine noch immer aufregende Kino-Nation.

Von Patrick Holzapfel

Marxist in Marseille

Der französische Filmemacher Robert Guédiguian verknüpft in seinen Werken immer wieder liebevolle Blicke auf seine Heimatstadt Marseille mit leidenschaftlichen Schulterschlüssen mit der Klasse der Arbeiter und Migranten. Seine Filme handeln von der Reibung zwischen dem Vertrauten und dem Fremden, sind aber stets vom festen Glauben an ein friedliches Zusammenleben der Menschen geprägt. Ein Porträt zum Kinostart von „Das Haus am Meer“.

Von Patrick Holzapfel

Jennifer Jones zum 100. Geburtstag

Leben und Karriere der amerikanischen Darstellerin Jennifer Jones (1919-2009) künden wie bei kaum einem anderen Filmstar vom System der Fremdbestimmung im klassischen Hollywood. Als Entdeckung des Produzenten David O. Selznick war sie dazu verdammt, in Filmen sein Ideal eines perfekten Mädchens zu verkörpern. Ihr Potenzial kam dabei viel zu selten zur Geltung. Eine Erinnerung an die Schauspielerin, die am 2. März 100 Jahre alt geworden wäre.

Von Patrick Holzapfel