Patrick Holzapfel

79 Beiträge gefunden.

Am Abgrund tanzen

Der 1961 in Leningrad geborene Filmemacher gehört seit den 1990er-Jahren zu den prominentesten russischen Dokumentarfilmregisseuren. Sein jüngster Film, „Aquarela“ (Kinostart: 12.12.) setzt eine Tendenz fort, die sich schon länger in seinem Schaffen abzeichnet: eine Bewegung weg von konkreten Lebensbedingungen hin zum großen Bilderkino, das weniger nach dem Konkreten als nach den ganz großen Zusammenhängen sucht.

Von Patrick Holzapfel

Das Gefühl des Wegfliegens

Der Musikstil des Gospels entstand unmittelbar aus den Leiden der schwarzen Sklaven in den USA heraus und ist bis heute fester Bestandteil vieler afroamerikanischer Gottesdienste. Musik-Dokumentarfilme wie „Aretha Franklin: Amazing Grace“ (ab 28.11. im Kino) zeugen davon, wie sehr die Performance der Sänger*innen und Musiker*innen von ekstatischen Ausbrüchen und aktiver Teilnahme des Publikums lebt, und beziehen daraus auch filmische eine enorme Kraft.

Von Patrick Holzapfel

Irrsinn und Verdrängung

Bis Ende Oktober taucht das Österreichische Filmmuseum in Wien in die italienische Thriller-Moderne ein. In einer weltweit nie dagewesenen Fülle werden Giallo-Filme gezeigt. Im Gespräch äußert sich Kurator Christoph Huber über Schlagworte, Vorurteile und die Geheimnisse des Genres. Dabei zeigt sich, dass es im Giallo immer um das geht, was gerade nicht an der Oberfläche erscheint.

Aufgezeichnet von Patrick Holzapfel

Nur scheinbar das Gleiche: Nadav Lapid

Der 1975 geborene Israeli Nadav Lapid hat sich mit wenigen Werken international als aufregender Filmemacher etabliert; für seinen dritten Spielfilm „Synonymes“ (seit 5.9. im Kino) gewann er 2019 den „Goldenen Bären“. Lapids Filme prägen vielfach gebrochene Blicke auf seine Heimat sowie Männlichkeits- und Gesellschaftsbilder, die selbst in der Abneigung noch etwas Zärtliches haben. Eine Annäherung an den Regisseur.

Von Patrick Holzapfel

Als Tarantino weinte

Das nostalgiegetränkte Nerdtum, die selbstherrliche, beinahe kindliche Freude am eigenen „Auteur“-Universum, die in langen, eskapistischen Nächten geschulte Männlichkeitsrhetorik, der Zwang zum F-Wort, die dauernd behauptete Coolness, die exzessive Freude an Film-Gewalt: Das alles musste irgendwann auf Ablehnung stoßen. Quentin Tarantino, ein Komet der 1990er – ein Relikt aus den 1990ern? Ein imaginiertes Treffen mit dem Filmemacher.

Von Patrick Holzapfel

Geboren um zu produzieren: Dino De Laurentiis

Er habe „mehr Energie als alle anderen Produzenten zusammen“, sagte David Lynch einmal über den italienischen Film-Mogul Dino De Laurentiis (8.8.1919-10.11.2010). De Laurentiis gehört zu den schillerndsten Produzenten-Persönlichkeiten der Filmgeschichte; sein Einfluss reichte vom italienischen Neorealismus bis ins Hollywood-Blockbusterkino. Eine Hommage an einen Kino-Besessenen zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel

Die Lebendigkeit eines toten Mediums

Der Filmhistoriker Lars Henrik Gass erklärt in seinem neuen Buch „Filmgeschichte als Kinogeschichte“ das Kino für tot. In seinem Rückblick auf die Entwicklung des Kinos zeichnet er nach, wie diesem der Film allmählich abhandenkommt, sodass es seine ursprüngliche Funktion verliert.

Von Patrick Holzapfel