The Look of Silence

Dokumentarfilm | Dänemark/Finnland/Norwegen/Großbritannien/Indonesien 2014 | 103 Minuten

Regie: Joshua Oppenheimer

Der amerikanische Dokumentarist Joshua Oppenheimer setzt nach „The Act of Killing“ (2012) seine Recherchen zum indonesischen Genozid mit einem nicht minder eindringlichen Film fort, der sich den Opfern und ihrem seit 50 Jahren erzwungenen Schweigen widmet. Der jüngere Bruder eines 1965 Ermordeten forscht in unmittelbarer Nachbarschaft nach den Spuren des Massakers und konfrontiert die Täter sowie ihre Nachfahren mit den Ereignissen, wobei er wiederholt vor einem Fernseher den Interviews mit den Mördern folgt. Diese verdoppelte mediale Ebene ermöglicht die notwendige Distanz, aber auch die Reflexion in einem Film, der von gewaltsamen Erzählungen ebenso bestimmt ist wie von Stille und Schweigen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE LOOK OF SILENCE
Produktionsland
Dänemark/Finnland/Norwegen/Großbritannien/Indonesien
Produktionsjahr
2014
Regie
Joshua Oppenheimer
Buch
Joshua Oppenheimer
Kamera
Lars Skree
Musik
Seri Banang · Mana Tahan
Schnitt
Nils Pagh Andersen
Länge
103 Minuten
Kinostart
01.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Heimkino

Verleih DVD
Koch (16:9, 1.78:1, DD5.1 indon. & javan./dt.)
Verleih Blu-ray
Koch (16:9, 1.78:1, dts-HDMA indon. & javan./dt.)
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Joshua Oppenheimers aufwühlender Dokumentarfilm verschafft den Opfern des Genozids in Indonesien Gehör

Diskussion
Der Verfall, so erzählt es die Mutter, setzte unmittelbar ein, nachdem ihr Sohn von den Milizen fortgeschafft und auf bestialische Weise ermordet wurde. Innerhalb weniger Tage hat ihr Mann alle Zähne verloren, sie waren ihm einfach ausgefallen, einer nach dem anderen. Auch hörte er auf zu sprechen. Heute gibt der bis auf die Knochen abgemagerte, taube und blinde Mann vor, 16 Jahre alt zu sein. An Ramli, seinen ältesten Sohn, kann er sich nicht mehr erinnern, wohl aber an ein Liebeslied aus seiner Jugend. Das Schweigen und die Flucht vor der Vergangenheit ziehen sich als kommunikative und mentale Verweigerungs- und Überlebensformen motivisch durch den Film von Joshua Oppenheimer. Zu finden sind sie nicht nur bei den Opfern, die immer noch Angst haben zu sprechen (die meisten indonesischen Partner und Mitarbeiter werden im Abspann unter „anonym“ aufgeführt), sondern ebenso bei den Tätern, ehemalige Mitglieder de

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