Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste

4K UHD. | USA 2015 | 130 Minuten

Regie: Wes Ball

Im zweiten Teil der Adaption einer Roman-Trilogie von James Dashner geraten die dem Labyrinth entkommenen Jugendlichen in die Hände der WCKD-Organisation, die sie für grausame Experimente missbrauchen. Auf der weiteren Flucht schließen sie sich nicht nur mit weiteren Maze Runners zusammen, sondern decken immer mehr finstere Details des diktatorischen Systems auf. Die Öffnung nach außen verleiht der Fortsetzung ein anderes Gepräge, doch die inszenatorische Vielfalt der angespielten Genres von der Endzeit-Dystopie bis zum Western wirkt sich zu Lasten der Charaktere und einer stringenten Handlung aus. Vieles wirkt so recht beliebig und unverbindlich. (Erster Teil: "Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth") - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MAZE RUNNER: THE SCORCH TRIALS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2015
Regie
Wes Ball
Buch
T.S. Nowlin
Kamera
Gyula Pados
Musik
John Paesano
Schnitt
Dan Zimmerman
Darsteller
Dylan O'Brien (Thomas) · Kaya Scodelario (Teresa) · Thomas Brodie-Sangster (Newt) · Nathalie Emmanuel (Harriet) · Katherine McNamara (Sonya)
Länge
130 Minuten
Kinostart
24.09.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
4K UHD. | Literaturverfilmung | Science-Fiction

Diskussion
Im Oktober 2014 kam mit „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ (fd 42 621) der erste Teil der Verfilmung von James Dashners Roman-Trilogie in die Kinos, mit Jugendlichen im Mittelpunkt, die sich in einer unwirtlichen Zukunft zurechtfinden müssen. Das erinnerte nicht von ungefähr an „Die Tribute von Panem“ ((fd 40 979); 2012) und „Die Bestimmung – Divergent“ ((fd 42 308); 2014). Der Reiz von „Maze Runner“ lag in seinem Handlungsort, einer großen, kraterähnlichen Lichtung, die von einer hohen Betonmauer umgeben war: ein Labyrinth, aus dem es keinen Ausweg gab. Daran knüpften sich zahlreiche Fragen. Wo halten sich die Jungen auf? Wer sind die Drahtzieher? Welche Absichten verfolgen sie? Mit den Antworten ging allerdings etwas von der Faszination und Spannung des ersten Teils flöten: zu weit hergeholt und zu unlogisch erschien die Erklärung eines Sozialexperiments der Organisation WCKD unter Führung von Ava Paige, der Patricia Clarkson kühle Dominanz verlieh. Der zweite Teil knüpft unmittelbar dort an, wo der erste aufhörte. Thomas, wieder dargestellt von Dylan O’Brien, und seine Mitstreiter sind zwar dem Labyrinth entkommen, doch in den Laboren der WCKD werden sie für grausame Experimente missbraucht. Verstärkt durch andere Gruppen von Maze Runnern, brechen sie aus den Laboren aus und landen in einer riesigen Wüste, die der Sahara gleicht. Schließlich stoßen sie auf eine menschenleere, zerstörte Stadt, deren Wolkenkratzer nur noch Beton-Skeletten gleichen. Dann ein Blick auf die Brooklyn-Bridge – es ist New York, zur gigantischen Ruinenlandschaft mutiert. Wie schon im ersten Teil entwirft Regisseur Wes Ball eine düstere Dystopie, die „Quiet Earth“ ((fd 25 833); 1983) mit „The Road“ ((fd 40 075); 2010), „Planet der Affen“ ((fd 15 470); 1967) mit „Die Nacht der lebenden Toten“ ((fd 17 343); 1968) verbindet: Einige in Kellern angekettete Zombies zeugen von untotem Leben. Die Gruppe um Thomas trifft auf Widerstandskämpfer, die die Machenschaften von WCKD enthüllen wollen. Doch deren Schergen rücken mit Hubschraubern heran und schießen alles kurz und klein. Die Entdeckung, dass es noch andere Maze-Runner-Gruppen gibt, und die Öffnung nach außen geben dem zweiten Teil mit Blick auf Figurenvielfalt und Handlungsorte gegenüber dem Vorgänger ein anderes Aussehen, auch wenn sich an der Trostlosigkeit nicht ändert; schließlich hat man jetzt Gewissheit, dass die Menschheit nahezu ausgerottet wurde. Die beklemmende Klaustrophobie macht einem offenen Schlagabtausch Platz, der einem Kampf David gegen Goliath gleicht. Die stilistische Geschlossenheit von Teil Eins wandelt sich so zu einem Sammelsurium von Genres, das von der Endzeit-Dystopie bis zum Kriegsfilm, vom Horror bis zum Western, von Science Fiction bis zum Actionfilm reicht. Darüber geht nicht nur die Griffigkeit der Charaktere verloren (einzig Thomas hebt sich durch die erneute Weigerung hervor, sich nicht mit seinem Schicksal abzufinden), sondern auch die Dichte der einzelnen Handlungselemente, die sich disparat aneinanderreihen. Auch wenn der zweite Teil die Fragen des ersten beantwortet, etwa nach dem Zweck der Experimente, gerät der Inszenierung vieles zu beliebig und zu unverbindlich. Themen wie Gruppenzusammenhalt oder das Auflehnen gegen eine nicht greifbare Macht geraten aus dem Blick. Der abschließende Showdown gibt noch einmal ordentlich an mit Schauwerten, also Explosionen und Schießereien, wirkt aber überladen und pompös. Das Finale deutet auf die Fortsetzung voraus: „Maze Runner – The Death Cure“ läuft im Februar 2017 an.
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