Hitlers Hollywood - Das deutsche Kino im Zeitalter der Propaganda 1933-1945

Dokumentarfilm | Deutschland 2016 | 105 Minuten

Regie: Rüdiger Suchsland

Filmisches Essay über das Kino des Nationalsozialismus, das der Konkurrenz aus Hollywood technisch perfekt Paroli bieten wollte. Dabei geht es nicht nur um die so genannten Vorbehaltsfilme, vielmehr vorrangig um die Unterhaltungsproduktionen, mit denen die Machthaber die Bevölkerung in ihrem Sinne beeinflussen wollten. Auf den Spuren von Siegfried Kracauer wird das mehr als 1.000 Filme umfassende NS-Filmschaffen als reichhaltiges Material für die Mentalitätsgeschichte durchmustert. Eine kenntnis- und enorm materialreiche Studie, die souverän einordnet und dabei durchaus Überraschungen bereithält, auch wenn manche thesenhafte Verdichtung mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2016
Regie
Rüdiger Suchsland
Buch
Rüdiger Suchsland
Kamera
Harald Schmuck · Frank Reimann
Schnitt
Ursula Pürrer
Länge
105 Minuten
Kinostart
23.02.2017
Fsk
ab 0; f
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Nach „Von Caligari zu Hitler“ (fd 43 125), einer filmischen Verbeugung vor Siegfried Kracauer und seinem Ansatz, Filme als Material zur Mentalitätsgeschichte zu nutzen, ist es für den Filmkritiker und Filmemacher Rüdiger Suchsland nur konsequent, den historisch naheliegenden Schritt zur Analyse des NS-Films zu wagen. Über 1000 Filme wurden zwischen 1933 und 1945 in Deutschland produziert; die wenigsten davon waren offene Propagandafilme. Der NS-Film ist zumeist oberflächlich harmloses Unterhaltungskino mit Liebesfilmen, Komödien, Revue-Filmen, Melodramen oder Detektivgeschichten, die allerdings mit NS-Ideologien wie Rassismus, Militarismus oder Antisemitismus durchsetzt waren. Film diente im Dritten Reich der Propaganda und der Indoktrination auch dann, wenn sich das Kino als Ort der Weltflucht gab. Diese Filme, so Suchsland, wissen mehr, als sie wahrhaben wollen und zeigen. Und: Sie sind besser als ihr Ruf. Nach Kracauer können Filme als Indikatoren für das kulturelle Unbewusste einer Epoche dienen, weshalb sich die immergrüne Frage stellt: „Wovon erzählen diese Fil

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