Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone

Actionfilm | USA 2018 | 142 Minuten

Regie: Wes Ball

Dritter Teil einer dystopischen Science-Fiction-Parabel um eine Gruppe von Jugendlichen, die sich gegen eine übermächtige Weltorganisation zur Wehr setzen. Dort hat man ein Pest-Virus in Umlauf gesetzt, um die Überbevölkerung des Planeten zu regulieren. Als die Epidemie außer Kontrolle gerät und einen Großteil der Menschheit dahinrafft, entschließen sich die Widerständler zum Angriff auf die von einem gewaltigen Bollwerk umgebene Konzernzentrale. Ein hanebüchener Film aus zahllosen Schießereien, Explosionen und wortreich ausgefochtenen Konfrontationen, die ein seelenloses Kino der Attraktionen bedienen und in ein maßlos übertriebenes Katastrophenszenario münden.

Filmdaten

Originaltitel
MAZE RUNNER: THE DEATH CURE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Wes Ball
Buch
T.S. Nowlin
Kamera
Gyula Pados
Schnitt
Paul Harb · Dan Zimmerman
Darsteller
Dylan O'Brien (Thomas) · Kaya Scodelario (Teresa) · Thomas Brodie-Sangster (Newt) · Nathalie Emmanuel (Harriet) · Giancarlo Esposito (Jorge)
Länge
142 Minuten
Kinostart
01.02.2018
Fsk
ab 12; f
Genre
Actionfilm | Literaturverfilmung | Science-Fiction-Film
Diskussion
Schon der zweite Teil der „Maze Runner“-Trilogie (fd 43 365) hatte das Labyrinth, jenes „Maze“ des Filmtitels, verlassen, um einen gezielt anderen Charakter anzunehmen. Die beängstigende, überaus lebensbedrohliche Klaustrophobie wich einer räumlich offenen Dystopie, die irgendwo zwischen „Quiet Earth“ (fd 25 833) und „Planet der Affen“ (fd 15 470) changierte. Einige Untote in den Labors der WCKD-Organisation schlugen zudem eine Brücke zu George A. Romeros Zombie-Zyklus und deuteten an, dass unter Führung von Ava Paige bei den Experimenten gehörig etwas schiefgegangen sein muss. Auch der dritte Teil beginnt actionreich und aufregend als Mischung aus „Mad Max: Fury Road“ (fd 43 115) und „The Fast and the Furious“ (fd 35 086). Thomas und seine Mitstreiter, die Gladers, überfallen zusammen mit schwerbewaffneten Widerstandskämpfern einen Güterzug, der in voller Fahrt durch die Brandwüste saust. Sie haben es aber nur auf einen Waggon abgesehen, den sie trickreich isolieren und dann mit einem nicht minder trickreich geklauten Flugzeug in ihr Versteck transportieren. In dem Waggon sind lauter Jugendliche, offensichtlich Nachschub für das Labyrinth. Das war Rettung in letzter Minute, denn WCKD hat eine tödliche Epidemie verbreitet, um die Bevölkerung zu dezimieren. Eine Krankheit, die anfangs kontrollierbar schien, sich nun aber nicht mehr stoppen lässt. Einige Maze Runner sind dagegen immun, andere wie Thomas’ Freund Newt sind es nicht. Deshalb müssen die Gladers und ihre Verbündeten in die legendäre Last City einbrechen, in der Menschen noch halbwegs normal leben können. Hier befindet sich die operative WCKD-Zentrale, von der aus die Seuche initiiert wurde. Doch die Stadt ist von einer hohen Mauer umgeben und wird mit schwerer Artillerie verteidigt. Das Bollwerk gleicht in seiner Ansicht einer Mischung aus William Cameron Menzies’ „Things to Come“ (fd 20 810) und Ridley Scotts „Blade Runner“ (fd 23 689). Mit ihrem modernen Design, den lichtdurchfluteten Betonschluchten und den blinkenden Leuchtreklamen wendet die Metropole sich endgültig vom kahlen Labyrinth des ersten Teils (fd 42 621) ab, jener großen, kraterähnlichen Lichtung, die ebenfalls von einer hohen Mauer umgeben war. Der Wall dient nun auch nicht mehr als Metapher für die Abschottung gegen alles Kranke und Fremde; seine Überwindung soll vielmehr die zahllosen Schießereien und Explosionen rechtfertigen. Die Fortsetzung bedient ein seelenloses Kino der Attraktionen, was sich auch schon im zweiten Teil andeutete. So entfacht das Entfernen des Kontrollchips aus den Nacken der Jugendlichen nicht etwa Diskussionen um wiedergewonnene Erinnerung, persönliche Vergangenheit oder Identität. Im Vordergrund steht vielmehr die wortreich ausgefochtene Konfrontation mit denjenigen, die ihre mit dem Chip verbundenen telepathischen Fähigkeiten nicht verlieren wollen. Das Ringen um die Immunität gegen die Pest könnte am Rande auch Werte wie Freundschaft und Gruppenzusammenhalt thematisieren, oder die skrupellose Gewalt, mit der Jugendliche gegen ihren Willen zu Testpersonen degradiert werden. Stattdessen aber entlarvt es das hanebüchene Konstrukt des Drehbuchs. Es ist ein geschmackloser Einfall, mit der Pest die Weltbevölkerung zu reduzieren und dann mit den resistenten Überlebenden auf einen Neuanfang zu setzen. Im Finale entfaltet Regisseur Wes Ball, der auch die beiden Vorgänger inszenierte, ein Katastrophenszenario, das man in seinem konsequenten Pomp nur bedauern kann. Für einen Film, der sich vor allem an ein jugendliches Publikum richtet, hat Ball maßlos übertrieben.
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