So ist das Leben - Life Itself

Drama | USA 2018 | 118 Minuten

Regie: Dan Fogelman

Die Geschichte einer New Yorker Familie, die in fünf Kapiteln aus einer lose verknüpften Vielzahl von tragischen, aber oft auch mit Komik garnierten Schicksalen über mehrere Generationen und Kontinente hinweg entfaltet wird. Der Autor und Regisseur Dan Fogelman überträgt Konzept und Machart seiner erfolgreichen Fernsehserie „This Is Us“ auf einen Kinofilm, der sich allerdings in seinen vielen Handlungsfäden heillos verheddert. Mit pathetischem Hintersinn, aber noch mehr publikumswirksamem Sentiment kommt der Film nicht über das Niveau einer anspruchsvollen Soap Opera hinaus. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LIFE ITSELF
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Dan Fogelman
Buch
Dan Fogelman
Kamera
Brett Pawlak
Musik
Federico Jusid
Schnitt
Julie Monroe
Darsteller
Oscar Isaac (Will) · Olivia Wilde (Abby) · Annette Bening (Dr. Cait Morris) · Mandy Patinkin (Irwin) · Jean Smart (Linda)
Länge
118 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Liebesfilm

Heimkino

Verleih DVD
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Die schicksalshafte Geschichte einer New Yorker Familie über mehrere Generationen und Kontinente hinweg als Stoff eines mit Handlungssträngen überladenen Melodrams auf dem Niveau einer anspruchsvollen Seifenoper.

Diskussion

Der Autor und Regisseur Dan Fogelman hat einmal scherzhaft kundgetan, dass er aus einer liebenswert dysfunktionalen Familie stamme. Das könnte auch auf nahezu alle Figuren aus „Life Itself“ zutreffen. Sie überraschen bei jeder Handlungswendung mit neuen, unerwarteten Charaktereigenschaften. Überhaupt sind es viel zu viele Figuren und viel zu viele Windungen innerhalb einer mäandernden Geschichte, die einen zunehmend die Lust an dem Film verleidet.

Wie jeder dickleibige Roman ist „Life Itself“ (was für ein aufgeblasener Anspruch schon im Titel!) in mehrere Kapitel aufgeteilt, die zunächst wenig mit dem jeweils Vorausgegangenen zu tun haben. Dem ersten Protagonisten begegnet man in einem New Yorker Coffee Shop, vollgedröhnt mit Kaffee, Alkohol und Xanax. Später trifft man ihn bei einer Therapeutin wieder, die aus einer fragmentarischen Äußerung eine abwechselnd euphorische und schmerzhafte Verwicklung in eine vom Schicksal schlagartig beendete Beziehung aufdeckt. Man erfährt von seiner Tochter und deren Entwicklung zu einem rebellischen Teenager, wird dann aber urplötzlich nach Spanien versetzt, um der Lebensgeschichte eines Großgrundbesitzers zu lauschen, der reich, aber einsam nach einem Freund in seinem desolaten Leben sucht. Auf großen Umwegen windet sich das Schicksal des Spaniers über zwei Generationen hinweg zu dem Punkt, wo endlich ein erhellender, aber wie ein Deus ex machina wirkender Zusammenhang mit den vorangegangenen Kapiteln erreicht ist.

Alle diese komplizierten Manöver dienen dramaturgisch einem höheren Ziel: dem Zuschauer zu beweisen, wie wenig sich der Sinn des Daseins in einer einzigen Lebensspanne erschließt. Hier trifft man dann endlich auf Dan Fogelman, den selbsternannten Existenzphilosophen, der sich auch schon in seiner enorm erfolgreichen Fernsehserie „This Is Us“ gelegentlich Bahn brach. Man hätte das auch schon zu Beginn des Films erahnen können, als ein bedeutungsvoll klingender Off-Kommentar in die Geschichte einstimmte.

„Life Itself“ ist nicht nur formal, sondern auch hinter seinem vielen Leid und seiner immer wieder rasch ad absurdum geführten Komik ein um Anspruch flehendes Konglomerat aus pathetischem Hintersinn und publikumswirksamem Schmalz. Der Film stolpert durch den Wirrwarr seiner Schicksale und springt ebenso freizügig wie „This Is Us“ mit den Zeiten und Handlungsorten der Geschichte um, hat aber natürlich nur ein Bruchteil der Zeit dafür zur Verfügung. Indem alles so anrührend und aufregend ist und sich in den sprunghaften Kapiteln immer gleich wieder ein neues Opfer für unser Mitleid findet, zielt der Film auf ein einschlägig verführbares Publikum mit einer Leidenschaft für Seifenopern.

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