Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Drama | Mazedonien/Belgien/Slowenien/Frankreich/Kroatien 2019 | 100 Minuten

Regie: Teona Strugar Mitevska

Eine arbeitslose Historikerin aus der nordmazedonischen Stadt Štip gerät nach erniedrigenden Erfahrungen bei der Jobsuche in eine religiöse Prozession und lehnt sich spontan gegen die ehernen Regeln der Tradition auf, indem sie als erste Frau ein kleines Kruzifix aus einem eiskalten Fluss fischt, was ihr ein Jahr lang Glück bescheren soll. Die feministisch-burleske Passionsgeschichte nutzt die dadurch ausgelöste Welle der Empörung, um die frauenfeindlichen Strukturen zu demaskieren. Eine temporeiche Komödie, die ohne Bitterkeit, aber mit gebotener Schärfe die patriarchalen Effekte monotheistischer Religionen hinterfragt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
GOSPOD POSTOI, IMETO I'E PETRUNIJA
Produktionsland
Mazedonien/Belgien/Slowenien/Frankreich/Kroatien
Produktionsjahr
2019
Regie
Teona Strugar Mitevska
Buch
Elma Tataragic · Teona Strugar Mitevska
Kamera
Virginie Saint-Martin
Musik
Olivier Samouillan
Schnitt
Marie-Hélène Dozo
Darsteller
Zorica Nusheva (Petrunya) · Labina Mitevska (Journalistin Slavica) · Simeon Moni Damevski (Chefinspektor Milan) · Suad Begovski (Priester) · Stefan Vujisic (Junger Polizist Darko)
Länge
100 Minuten
Kinostart
14.11.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Komödie

Feministisch-burleske Komödie um eine arbeitslose Historikerin aus Nordmazedonien, die sich gegen die ehernen Traditionen auflehnt und mit Charme und Chuzpe umwertet.

Diskussion

Der sonore Gesang einer religiösen Prozession hallt durch eine karge, kalte Landschaft. Männer mit weißen Bärten schreiten in schwarzen Gewändern langsam voran, im Wissen, dass ihr Gang das Gewicht jahrhundertealter Traditionen besitzt. Ehrfürchtig tragen sie Kruzifixe vor sich her, die sowohl Insignien des Glaubens wie auch Versicherung einer patriarchalen Gesellschaftsordnung sind. Diese zu durchkreuzen hat sich die mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska vorgenommen, und es gelingt ihr mit ebenso viel Charme wie Schlagfertigkeit.

Sie schneidet in den Festzug der alten Männer immer wieder Bilder von Ikonen und Heiligen, bis die Kamera schließlich auf dem Körper einer jungen Frau (Zorica Nusheva) verweilt. Unter einer Decke versteckt versucht sie sich den übergriffigen Forderungen ihrer Mutter zu entziehen. Petrunya soll essen, sie soll sich etwas Hübsches anziehen und vor allem soll sie sich zu einem arrangierten Vorstellungsgespräch aufmachen. Für die arbeitslose Historikerin mit exz

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