Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Action | USA 2019 | 136 Minuten

Regie: David Leitch

Zwei ebenso schlagkräftige wie eigenwillige Topagenten werden verpflichtet, die Welt vor einem tödlichen Virus zu retten, das von einer abtrünnigen MI6-Spionin gestohlen worden sein soll. Die entpuppt sich jedoch als Schwester des einen Verfolgers und wird auch von einem Cyborg-Terroristen gejagt, der mit dem Virus die Menschheit auslöschen will. Als Spin-off der „Fast & Furious“-Actionreihe angelegter Agentenfilm, der kaum Auto-Stunts bietet und sich auf fast ununterbrochene Baller- und Prügel-Action verlässt. Dabei fügen sich abgeschmackte Scherze nahtlos in das in der Handlung nahezu sinnfreie Konfektionsprodukt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
FAST & FURIOUS PRESENTS: HOBBS & SHAW
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
David Leitch
Buch
Chris Morgan · Drew Pearce
Kamera
Jonathan Sela
Musik
Tyler Bates
Darsteller
Dwayne Johnson (Luke Hobbs) · Jason Statham (Deckard Shaw) · Idris Elba (Brixton Lore) · Vanessa Kirby (Hattie Shaw) · Eiza González (Madame M)
Länge
136 Minuten
Kinostart
01.08.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Action | Komödie

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. Die umfangreicheren BD-Editionen enthalten indes u.a. einen dt. untertitelbaren informativen Audiokommentar des Regisseurs, einen alternativen Filmanfang (10 Min.), ein Feature mit 22 im Film nicht verwendeten Szenen (35 Min.) sowie nicht weniger als 13 zumeist recht kurze Featurettes zu technischen und actionchoreografischen Details des Films (39 Min.). Die BD-Editionen sind mit dem Silberling 2019 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universal (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Universal (16:9, 1.85:1, dolby_ATMOS engl./dt.)
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Erstes Spin-off der „Fast & Furious“-Actionreihe: Ein Agentenfilm, der wenige Auto-Stunts bietet und sich auf fast ununterbrochene Baller- und Prügel-Action und die Witzeleien seiner Hauptfiguren verlässt.

Diskussion

Luke Hobbs (Dwayne Johnson) und Deckard Shaw (Jason Statham) sind nicht das, was man beste Freunde nennt. Seitdem sich beide vor Monaten eine Gefängniszelle geteilt hatten, sind die Dinge zwischen beiden eher suboptimal gelaufen. Dabei kämpfen beide doch grundsätzlich auf der Seite des Guten. Hobbs bei den US-Amerikanern und Shaw bei den Briten. Beide tun das eher halbseiden irgendwo zwischen ordentlichem Geheimdienst und „freiberuflicher“ Kampfmaschine, irgendwo zwischen Recht und Anarchie. Hobbs, um alleinerziehend seiner kleinen Tochter Sam ein Auskommen zu ermöglichen, und Shaw aus Tradition, weil er schon als Kind zusammen mit seiner ebenfalls höchst agilen Schwester Hattie immer schon mit bösen Buben schmerzhaft endende Spielchen gespielt hat. Hobbs ist ein Hüne von einem Samoaner und Shaw ein drahtiger Armani-Träger. Hobbs der Brachiale und Shaw der Zirzensische.

Aber beide machen ihre Sache so gut, dass es keine prädestinierteren Kräfte für die neueste Aufgabe aller Aufgaben geben kann: Eine MI6-Agentin hat das gefährlichste Virus aller Zeiten gestohlen haben, und die freie Welt will es zurück. Also müssen Hobbs und Shaw widerwillig und chronisch frotzelnd an einem Strang ziehen.

Es kommt noch schlimmer: Besagte Agentin trägt zwar die Viruskapseln in ihrem Körper, ist aber nicht das Problem. Sie ist nämlich Shaws besagte Schwester Hattie (Vanessa Kirby) und wird irrtümlich der Abtrünnigkeit beschuldigt. Der wahre Gegner ist eher Brixton Lore (Idris Elba), Ex-MI6-Agent und nunmehr der gefährlichste Terrorist der Welt, der von windigen Wissenschaftlern in eine schier unbesiegbare Cyborg-Kampfmaschine verwandelt wurde. Für Hobbs und Shaw (und Shaws Schwester) wird die Sache also persönlich.

Agenten statt Autos

„Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ ist ein Agentenfilm, präziser: ein Agentenfilm, den die Produzenten als Familienunterhaltung verstanden wissen wollen. Die zu einem Drittel aus Prügeleien und zu einem Drittel aus Schießereien bestehende übersichtliche Handlung hat zwar einen immensen Bodycount, doch die zumeist anonymen Bösewichte werden ohne Blut und Knochenknacken ins Jenseits befördert. Meist dient die auf Atemlosigkeit getrimmte Kampfchoreografie ohnehin nur als Vorlage für Pointen der beiden Protagonisten. Selbst wenn Hobbs und Shaw gefoltert werden, soll das für allgemeine Belustigung sorgen: „Normalerweise stirbt man nach dem dritten Stromschlag, aber wir schaffen mindestens fünf!“

Das Markenzeichen des „Fast & Furious“-Franchise – schnelle Autos, die bis zum Exzess getunt, mit viel Lärm und dank virtuoser Piloten atemberaubende Stunts vollbringen –, sucht man im ersten „Spin-off“ der Reihe eher vergebens. Mit einer (weitgehend computeranimierten) Verfolgungsjagd am Anfang und einer am Ende bietet „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ nicht signifikant mehr „Auto“ als jeder Actionfilm.

Mit Knüppeln gegen die Hightech-Armee

Dafür gelingt dem Flugverkehr ein toller Coup: In einem Film, in dem „Warum“-Fragen wirkungslos sind, wundert es kaum, dass ein x-beliebiger „Sky-Marshal“ eines US-Linienfliegers mal eben einen Direktflug von Moskau in der Ukraine (!) nach Samoa im Pazifik organisiert, damit ein Bruder von Hobbs (seines Zeichens Autoschrauber) jenen Computer zum Deaktivieren der Viren in Hatties Körper reparieren kann, an dem osteuropäische Wissenschaftler Jahre gebastelt haben. In einem Film, der „Fast“ im Titel trägt, ist das mit entsprechendem US-amerikanischem Selbstverständnis auch in etwas mehr als 24 Stunden kein Problem. Zumal der kleine Ortswechsel hauptsächlich dafür gut ist, dass leicht bekleidete Samoaner mit handgeschnitzten Knüppeln die Hightech-Armee des Bösen plattmachen können.

Für alle, die ein wenig unbefriedigt aus dem ganzen „Spaß“ gehen, sei gesagt: Der neunte „Fast & Furious“ kommt 2020, wieder mit Vin Diesel und mehr Autos.

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