Abenteuer | USA 2020 | 94 Minuten

Regie: Tony Cervone

Ein Schurke will das Tor zur Unterwelt öffnen, um diverse Schätze zu bergen. Dazu benötigt er unter anderem die Hilfe des Hundes Scooby-Doo von der Geisterjäger-Gruppe „Mystery Inc.“ und tut deshalb alles, um ihn von seinem Herrchen zu trennen. Ein Film-Abenteuer aus dem „Scooby-Doo“-Franchise, das diesmal als aufwendige 3D-Animation daherkommt. Neben allerlei Slapstick-Nummern und der Botschaft vom Wert wahrer Freundschaft kommt jedoch keine stringente Geschichte zustande, die auf Spielfilmlänge tragen würde. - Ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
SCOOB!
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Tony Cervone
Buch
Matt Lieberman · Adam Sztykiel · Jack C. Donaldson · Derek Elliot
Musik
Junkie XL
Schnitt
Ryan Folsey · Vanara Taing
Länge
94 Minuten
Kinostart
09.07.2020
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 10.
Genre
Abenteuer | Animation | Familienfilm | Fantasy | Horror | Kinderfilm

3D-Animationsfilm um den tollpatschigen Hund Scooby-Doo, der als Nachkomme des tierischen Freundes von Alexander dem Großen ins Visier eines Super-Bösewichts gerät und auf die Hilfe seiner Geisterjäger-Freunde angewiesen ist.

Diskussion

Vor langer, langer Zeit hatte Alexander der Große einen besten Freund und das war sein Hund… Man könnte die Geschichte von „Scooby! Voll verwedelt“ ein wenig einfacher erzählen. Denn immerhin ist sie eine für Kinder, auf der Suche nach Spaß und Spannung. Die sind sicherlich nicht auf historische Spitzfindigkeiten von ganzen vier Drehbuchautoren aus, die ein Franchise für die große Leinwand wiederbeleben wollen, welches bereits in allen nur erdenklichen Formaten von Trickfilmserie bis Videogame ausgeschöpft schien. Die Gang um die Deutsche Dogge Scooby-Doo und ihren tumben Kumpel Shaggy ist trotz allem zurück und geht daran, ihre alte Aufgabe zu erfüllen: die Welt retten!

Der Super-Hund und sein Herrchen

In diesem, diesmal aufwendig als 3D-Animation aufgemotzten Abenteuer geht es um den Atem der Geschichte und das Tor zur Unterwelt – das in Athen liegt. Aber eigentlich geht es auch um die Freundschaft zwischen Hund und Herrchen, die bedroht ist, da Scooby-Doo plötzlich nicht mehr (wie sein Herrchen) ein tollpatschiger Angsthase sein soll, sondern eine Art Super-Hund, der einem Super-Bösewicht zu drei Dino-Schädel verhelfen und zudem den Weg durchs Tor zur Unterwelt ermöglichen soll, das eigentlich nur Alexander der Große oder sein treuer Vierbeiner öffnen können. Die sind bekanntlich längst tot, aber Scooby-Doo irgendwie in deren Ahnenlinie…

So kompliziert die Story angelegt ist, so einfach ist das Prinzip des Films: Scooby-Doo und Shaggy erleben im Fünfminutentakt aberwitzige, unbestehbare Abenteuer, trennen sich auf tragische Weise und überleben trotzdem dank ihrer drei „Mystery Inc.“-Freunde Fred, Daphne und Velma sowie, wenn die gerade nicht zur Stelle sind, dank eines ominösen Superheldentrios namens Falcon Fury.

Im „Scooby-Doo“ Franchise kommt es aber nicht darauf an, ob die Welt gerettet wird, sondern wie chaotisch sie gerettet wird. Zwar besteht „Mystery Inc.“ aus der Sportskanone Fred, dem emotionalen Charmebolzen Daphne und der Meisterkombiniererin Velma, doch das entscheidende Quäntchen zum Gelingen eines jeden Unterfangens geben immer die Chaoten vom Dienst: Scooby-Doo und Shaggy.

Eine Nummernrevue mit Slapstickeinlagen

Das ist lustig, voller Slapstickeinlagen und in den besten Beiträgen des Franchises auch mal gruselig und herzig zugleich. „Scooby! Voll verwedelt“ gehört – wie der Titel schon andeutet – zu den belangloseren Ablegern. Die Nummernrevue ist im Großen zu kompliziert und im Kleinen zu unoriginell. Der Bösewicht ist ein wenig dicht an Gru aus Ich – Einfach unverbesserlich angelehnt und seine Helfershelfer kleine Kampfroboter irgendwo zwischen Knuddel-Tollpatschen und Kettensägen-Monstern (also eine unsympathischere Variante der Minions).

Der Weg ist das Ziel. Die Unterwelt und was dort an Schätzen und dreiköpfigen Hunden lauert, spielen eigentlich keine Rolle. Hauptsache, auf dem Weg dahin geht eine Menge kaputt. Unter anderem auch fast die Freundschaft zwischen Hund und Herrchen, womit auch schon die Moral von der Geschichte angerissen ist, die da lautet, dass man lange gepflegte Gefühle nicht für den oberflächlichen Schein auf der „Ruhm und Ehre“-Bühne opfern sollte. Und so ist natürlich auch das Ende des Spektakels nicht wirklich unvorhersehbar. Immerhin gilt es noch viele weitere „Mystery Inc.“-Abenteuer zu bestehen. Die Geister des Franchises, die man einmal ruft, sind eben unerbittlich.

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