The Fall and Rise of Reggie Dinkins

Komödie | USA 2026 |

Regie: Rhys Thomas

Ein nach einem Wettskandal in Ungnade gefallener und für den Sport gesperrter Footballstar möchte zwei Jahrzehnte später sein Image aufpolieren. Dazu engagiert er einen Filmemacher, der eine Dokumentation über ihn drehen und ihn wieder zum beliebten Star machen soll. Auch dieser hat mit Ballast aus der Vergangenheit zu kämpfen, was beide verbindet und im Kampf um eine zweite Chance im Leben eint. Die Sitcom handelt von zwei Menschen, die einst gefeiert, dann tief gefallen sind und nun nach Rehabilitation streben. Im Format einer Mockumentary gibt die Serie satirische und teils urkomische Einblicke in die Sport-, Star- und Medienwelt und überzeugt nicht nur mit ihrem absurden, messerscharfen und überraschenden Humor, sondern auch mit ihrem perfekt harmonierenden Ensemble. - Ab 14.
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Filmdaten

Originaltitel
THE FALL AND RISE OF REGGIE DINKINS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2026
Produktionsfirma
3 Arts Ent./Bevel Gears/Little Stranger/Universal Television
Regie
Rhys Thomas
Buch
Robert Carlock · Sam Means
Kamera
Charlie Gruet
Schnitt
Kyle Gilman
Darsteller
Tracy Morgan (Reggie Dinkins) · Daniel Radcliffe (Arthur Tobin) · Erika Alexander (Monica) · Bobby Moynihan (Rusty) · Precious Way (Brina)
Kinostart
-
Pädagogische Empfehlung
- Ab 14.
Genre
Komödie | Serie | Sitcom
Externe Links
IMDb | TMDB

Eine pointierte Sitcom rund um einen einstigen Football-Star, der im Zug eines Skandals ins Abseits geriet und nun hofft, sich mit Hilfe eines Dokumentarfilmers zu rehabilitieren.

Veröffentlicht am
30.03.2026 - 15:39:43
Diskussion

Ein Telefonat änderte alles für Reggie Dinkins (Tracy Morgan). Einst war er auf dem Weg in den Football-Olymp: Er war ein gefeierter Star, seine Mannschaft führte er zu zahlreichen Siegen. Doch dann verplauderte er sich. Als er vermeintlich einem Teamkollegen und Freund von den Wetten erzählte, die er regelmäßig auf seine Spiele abschloss, war in Wirklichkeit bereits ein TV-Sender live zugeschaltet, mit dem er zu einem Interview verabredet war. Von jetzt auf gleich fiel der Superstar in Ungnade; die nordamerikanische Football-Liga sperrte ihn nach dem Wettskandal. Das war vor 20 Jahren. Jetzt, zwei Jahrzehnte später, möchte Dinkins sein Image wieder aufpolieren. Seine Idee: Ein Filmemacher soll einen Dokumentarfilm über ihn drehen. Also engagiert er den „Oscar“-prämierten Arthur Tobin (Daniel Radcliffe), der von nun an mit in seinem Haus lebt und seinen Alltag filmisch begleiten soll.

 

Der urkomische Kampf gegen die Geister der Vergangenheit

Von diesem erhofften Wiederaufstieg des einstigen Sportstars erzählt die zehnteilige erste Staffel der Sitcom „The Fall and Rise of Reggie Dinkins“. Für die im Mockumentary-Stil erzählte Geschichte hat sich ein bewährtes Team zusammengetan. Serienschöpfer und Showrunner ist Robert Carlock, der in dieser Funktion bereits für die mehrfach ausgezeichnete Sitcom „30 Rock“ verantwortet zeichnete; außerdem sind auch noch die „30 Rock“-Mitstreiter Sam Means (der als Co-Serienschöpfer fungiert) und Tina Fey (die für die neue Serie als ausführende Produzentin firmiert) mit an Bord. Alle drei haben auch bereits die animierte Sitcom „Mulligan“ zusammen kreiert – und geben jetzt satirische und teils urkomische Einblicke in die Sport-, Star-, Film- und Medienwelt.

Deren Herzstück ist das Mit- und Gegeneinander von Dinkins und Tobin. Beide sind eigenwillige Charaktere und nicht immer einer Meinung, haben aber gemeinsam, dass beide auf ihre Weise mit den Geistern ihrer Vergangenheit kämpfen. Wie sich herausstellt, hat auch der Filmemacher vor einigen Jahren ein berufliches Debakel erlebt, das ihn nicht nur während der Arbeit bei Dinkins einholt, sondern von dem er sich ebenfalls rehabilitieren möchte. Dadurch entsteht eine Verbundenheit zwischen den beiden. Und der geteilte Wille, dass ihr Projekt unbedingt erfolgreich sein muss: Es geht um zweite Chancen und um die Möglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken.

„Saturday Night Live“-Star Tracy Morgan in der Hauptrolle zuzusehen ist eine große Freude. Für gelungene Pointen sorgen nicht nur die Gags, die ihm die Drehbücher von Carlock und Means liefern, sondern vor allem auch die Mimik und Gestik, mit denen der Komiker und Schauspieler glänzt. Daneben beweist Daniel Radcliffe nach Rollen in Filmen wie „Swiss Army Man“ und „Guns Akimbo“ erneut sein komödiantisches Talent und überträgt dieses perfekt auch ins Mockumentary- und Serienformat.

 

Die Serie lebt vom brillanten Ensemble

„The Fall and Rise of Reggie Dinkins“ ist indes mehr als das Zusammenspiel der beiden Stars. Die Serie lebt von ihrem brillanten Ensemble. Dazu gehören Dinkins’ bester Freund und ehemaliger Mitspieler Rusty (Bobby Moynihan), seine Ex-Frau und jetzige Agentin Monica (Erika Alexander), ihr gemeinsamer Sohn Carmelo (Jalyn Hall) und Dinkins’ neue, deutlich jüngere Verlobte Brina (Precious Way). Bis auf Monica leben sie zusammen in dem großen Anwesen des früheren Sportlers. Zu Beginn der Serie bekommen sie zügig Merkmale zugeschrieben, die auf eher einfache Typenzeichnungen schließen lassen – doch im Verlauf der ersten Staffel brechen die Autoren und Darsteller:innen diese schlichten Muster schnell auf, und es wird deutlich, dass auch in den Nebencharakteren deutlich mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat.

Das zeigt sich zum einen über die Entwicklungen während des Dokumentarfilm-Drehs. Zum anderen blickt die Serie immer wieder in kurzen Rückblenden in die Vergangenheit der Figuren. Dabei werden neben prägenden und lebensverändernden Momenten auch teils nur kurze, emotionale Augenblicke beleuchtet, in denen die Showrunner nicht nur Material für zusätzlichen Witz finden, sondern auch den Figuren mehr Tiefe geben. Das gelingt ihnen perfekt.

Hohe Gag-Dichte

Die Serie zeichnet ein hohes Tempo und eine hohe Gag-Dichte aus. Diese sind teils messerscharf, teils absurd, aber immer perfekt getimt und oft unerwartet. Das Drehbuch überzeugt ebenso wie die Schauspielerinnen und Schauspieler, die im Zusammenspiel perfekt harmonieren. Es sind jedoch nicht allein die Dialoge und der Humor auf visueller Ebene, die die Serie zu einem Comedy-Highlight machen. Es gibt zahlreiche Wortspiele und Anspielungen, etwa auf Filme, Serien und Promis oder auch auf echte Skandale. Das geschieht mal subtil eher im Hintergrund, zum Beispiel auf Plakaten im Bildhintergrund, mal sehr offensiv, wenn etwa andere Mockumentary-Formate wie „The Office“ direkt angesprochen und Bezug auf Figuren und ihre Handlungen genommen wird. Es gibt viel zu entdecken in dieser Serie – so viel, dass einem beim ersten Sehen einiges entgehen kann. So wie Dinkins folgenschwer entgangen ist, dass er schon live im Fernsehen war und nicht mit seinem Freund sprach.

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