Über-Ich und Du

23.2., 21.15-22.45, One

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Ein Gelegenheitsgauner (Georg Friedrich) flieht vor Schuldeneintreibern an den Ammersee, wo er in der Villa eines greisen Psychiaters (André Wilms) als eine Art Helfer in allen Lebenslagen unterkommt. Insgeheim hat es der Gauner auf die Bücher des Wissenschaftlers abgesehen, während dieser ihn als unfreiwilliges Studienobjekt betrachtet, das er sogleich zu therapieren beginnt.

Eine enthemmte filmische Meditation über das Komische, in der zwei wunderbare Darsteller mit gelassener Lakonie den aberwitzigen Zumutungen des Drehbuchs folgen. Was im Detail wie blanke Anarchie erscheint, fügt sich auf einer abstrakteren Ebene wundersam gewitzt zur großen, sehr beweglichen Form.

Als Zuschauer ist man dabei gut beraten, in dieser Komödie von Benjamin Heisenberg so früh wie möglich die Zügel schießen zu lassen und zu genießen, was an einem vorübertreibt: grandiose Einfälle, dumme Sprüche, matte Kalauer („Das ist der Ferrari unter den Platon-Übersetzungen“), funktionierendes und nicht-funktionierendes Timing, große Gesten, schwergewichtige Gangster, „Deadpan“-Gesichtsausdrücke und nicht zuletzt Darsteller, bei denen man immer den Eindruck hat, sie seien von den Zumutungen dieses Film selbst überrascht worden.

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