Midnight Sun (Serie)

Ab 27.5., 22.00-23.45, ZDF (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Es nimmt sehr schnell ein sehr hässliches Ende mit Denis Lavant, der einen kleinen Cameo-Auftritt in der Krimiserie „Midnight Sun“ absolviert. Am Anfang von Folge 1 sieht man ihn in Großaufnahme aus einer Ohnmacht aufwachend und mit wachsendem Entsetzen seine Lage durchschauend: Jemand hat ihn auf das Rotorblatt eines Hubschraubers gefesselt – und das Sounddesign zeigt, dass die Maschine gerade dabei ist zu starten. Scheller und schneller drehen sich der Propeller – bis von dem unglücklichen Mann nur noch eine wegspritzende rote Schliere zu sehen ist.

Die Morde, um die die schwedisch-französische Co-Produktion kreist, hinter der die Autoren Måns Mårlind und Björn Stein („Die Brücke“) stecken, sind kreativ, sadistisch und offensichtlich voller Hass. Schauplatz ist ein kleines nordschwedisches Kaff nicht weit des Polarkreises. Das Opfer entpuppt sich bald als Franzose; Kommissar Burlin (Peter Stormare), der Chefermittler in dem Fall ist, scheint etwas über den Toten zu wissen, behält es aber für sich – und stirbt bald darauf, angeblich an einem Herzinfarkt. Sein jüngerer Kollege Gustaf Hammarsten (Anders Harnesk), halb zum indigenen Volk der Samen gehörend, macht sich an die Ermittlungen und bekommt dabei Unterstützung von einer energischen, aus Frankreich angereisten Kollegin, Kahina Zadi (Leïla Bekhti). Während weitere krude Morde geschehen, stoßen die beiden allmählich auf die Spuren einer Verschwörung, die Jahrzehnte in die Geschichte der kleinen Minenstadt Kiruna zurück reicht.

Ins atmosphärische Licht der Mitternachtssonne und die karg-schöne nordschwedische Landschaft eingebettet, tritt die Serie in die Fußstapfen des Erfolgs „Die Brücke“ – mit einem Szenario, das über einzelne Verbrecher hinaus auf korrupte (wirtschaftliche) Strukturen abzielt. Das zdf zeigt die Serie, die eigentlich ein 8-Teiler mit je 50minütigen Folgen ist, in vier Blöcken von je 100 Minuten.

Foto: ZDF/Ulrika Malm

Kommentar verfassen

Kommentieren