Am Strang

23.8., 23.50-01.20, arte

Diskussion

Der 28-jährige Aiman lebt in Singapur. Nach seiner Zeit beim Militär arbeitet er im Justizvollzug als Wärter in einem Hochsicherheitsgefängnis, in dem es auch einen Todestrakt gibt. Bei seiner älteren Schwester, mit der er eine kleine Wohnung teilt, stößt das auf harsche Kritik. Das Verhältnis zu ihr ist angespannt, auch weil Aiman die Beziehung der Schwester zu einem Australier missbilligt. Im Gefängnis lernt er den charismatischen Henker Rahim kennen, der stolz ist auf seinen Beruf und sich als Diener des Rechts versteht. Rahim arbeitet stetig daran, die Exekutionen durch den Strang so effektiv und schmerzlos wie möglich zu gestalten. Als sich die Freundschaft zwischen den Männern festigt, kommt es zum Zerwürfnis mit Aimans Schwester. Denn der Vater der Geschwister wurde für mehrfachen Mord noch vor Aimans Geburt von Rahim gehängt. Aimans Bewunderung für Rahim tut dies aber scheinbar keinen Abbruch. Er lässt sich von ihm sogar als Assistent anwerben.

Das kammerspielartige Drama von Boo Junfeng spiegelt in seiner bedrückenden Atmosphäre den gesellschaftlichen Druck wider, der auf Aiman lastet. Auch ohne eigenes Verschulden scheint er für die Taten seines Vaters zu büßen. Doch während die Schwester offen mit ihrer Vergangenheit umgeht, verheimlicht Aiman seine Herkunft und wird darüber unwillkürlich in die Fußstapfen seines Vaters hineingezogen. Der extrem konzentrierte Film gipfelt in einer Volte, die den Sohn gleichsam zum Doppelgänger des Vaters macht.

Foto: Meg White/ZDF

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