Nicht ohne die Anderen

Dienstag, 14.08.2018

Ein Porträt des italienisch-türkischen Filmemachers Ferzan Ozpetek

Diskussion

Im Werk des italienisch-türkischen Regisseurs Ferzan Ozpetek ist alles miteinander verbunden. Seine Filme feiern das menschliche Miteinander und plädieren für Offenheit und Toleranz als wünschenswertem Normalzustand. Die Liebe zum Verweis prägt auch seinen aktuellen Film „Das Geheimnis von Neapel“. Mit dem zitatenreichen Thriller-Melodram beschreitet der Filmemacher einmal mehr neue Wege und bleibt sich dabei doch treu. Ein Porträt.

Das Werk von Ferzan Ozpetek hat etwas von einem sich immer weiter verzweigenden Netz. Unzählige Verbindungslinien verweisen auf die Werke untereinander, in Gestalt sich wiederholender Motive, Figuren und Schauspieler, als kleine Spielereien am Rande, aber auch in Gestalt tiefer Überzeugungen. Höchst selten steht etwas oder jemand ganz für sich allein.

Ozpeteks Figuren bewegen sich in höchst durchlässigen, bunt gemischten und freigeistigen Wahlfamilien, was auch Fragen der sexuellen Orientierung miteinbezieht. Es gibt Abendessen in großer Runde mit aufwändig zelebrierter Essensvorbereitung, die zu jedem Ozpetek-Film gehört. Da sind die Schauspieler, denen der italienisch-türkische Autor und Regisseur über viele Produktionen hinweg die Treue hält, Margherita Buy, Stefano Accorsi, Serra Yilmaz, Giovanna Mezzogiorno. Die weiblichen Hauptfiguren sind häufig Ärztinnen oder Psychologinnen. Das Motiv einer eleganten Frau, die im Museum auf eine Verabredung wartet oder im Abendkleid zwischen Skulpturen umherstreift, findet sich in „Die Ahnungslosen“ (2000) wie auch in „Das Geheimnis von Neapel“ (2018).

XX in "Das Geheimnis von Neapel"
Giovanna Mezzogiorno in "Das Geheimnis von Neapel"

Ozpetek zitiert aber nicht nur sich selbst, sondern verweist auch auf andere Regisseure und Künstler. Sein neuester Film „Das Geheimnis von Neapel“

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