Das Phänomen Nicolas Cage – Ein Porträt

Mittwoch, 31.10.2018

Annäherungen an den US-Schauspieler anlässlich des Kinostarts von „Mandy“

Diskussion

Faulheit kann man dem 1964 geborenen US-Schauspieler nicht vorwerfen: Nicolas Cage dreht Filme wie am Fließband. Mit Ruhm hat er sich in den letzten Jahren aber nur noch selten bekleckert. Das liegt allerdings eher an Cages Wahllosigkeit bei neuen Filmprojekten, nicht an schauspielerischem Unvermögen. Sein hyperaktiver Schauspielstil kann bei richtigem Einsatz durchaus genialisch sein, wie aktuell der Horrorfilm „Mandy“ beweist.


Von großen Komikern sagt man, dass ihnen jede Rolle leicht von der Hand zu gehen scheint – auch wenn sie in Wahrheit schwer zu spielen ist. Bei Nicolas Cage verhält es sich genau anders herum: Noch die alltäglichsten Handlungen – einen Kühlschrank öffnen, auf einem Sessel Platz nehmen, einen Drink bestellen – spiegeln sich in seinem Gesicht als Epochenbrüche wider. Cages Helden sind, im besten Falle, sehr begeisterungsfähig. Doch zugleich geben sie sich leicht reizbar, sofern sie nicht gleich nach dem Vorspann schon auf der Palme sind. In seinen unzähligen Filmen fragt man sich oft: „Was ist denn los, warum regt sich der Mann so auf?“

    

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Das bedeutet keinesfalls, dass der 1964 als Nicholas Kim Coppola geborene Schauspieler sein Handwerk nicht beherrscht – wie es die YouTube-Highlightclips seiner bizarrsten Ausraster  in „Vampire's Kiss“ oder „The Wicker Man“ seit Jahr und Tag weismachen wollen. Auch dank des expressiven Überschusses, der seinem großflächigen, eigentlich grundgütigen Gesicht entströmt, hat er für so unterschiedliche Regisseure wie David Lynch, Joel Coen, John Woo und Martin Scorsese vor der Kamera gestanden – von den mit seinem Onkel Francis Ford Coppola gedrehten, würdevoll gealterten Frühwerken wie „Rumble Fish“ und „Peggy Sue hat geheiratet“ gar nicht zu reden. Ob Road Movies, Action- und Katastrophenfilme oder Liebesdramen: kein Genre ist Cage fremd.

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