Netflix erweitert Serien- und Filmangebot

Der Streaming-Gigant baut sein Portfolio aus

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In den USA schreitet die Abwendung zahlreicher Kabel-TV-Abonnenten von den teuren traditionellen Paketangeboten munter fort. Immer mehr Fernsehzuschauer kommen zu der Erkenntnis, dass sie eine ausreichende Basisversorgung auch ohne großen Kostenaufwand per Antenne erzielen können. Das gesparte Geld investieren sie lieber dafür, bei einem oder mehreren Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon und Hulu ein Abonnement abzuschließen, oder sie legen sich ein auf ihre persönlichen Interessen zugeschnittenes Abo-Paket zu wie zum Beispiel „FilmStruck“, das Internet-Angebot des renommierten Filmedition „The Criterion Collection“.


Angesichts der immer rascher fortschreitenden Entwicklung überraschte es kaum, dass David Wells, der Finanzchef von Netflix, Ende Februar eine weitere Ausdehnung ankündigte. Bekannt geworden war bereits, dass der Streaming-Anbieter angesichts der wachsenden Konkurrenz immer größere Summen in die Herstellung eigener und den Erwerb von Originalproduktionen investieren will. Schon vor Monaten war von einem Gesamtaufwand in einer Größenordnung von 8 Mrd. Dollar für das Jahr 2018 die Rede. Wells bestätigte diese Summe und kündigte als Ziel einen Fundus von rund 700 originalen Serien, Filmen und Specials an, darunter zahlreiche Produktionen aus dem Ausland, wie zum Beispiel die in Deutschland hergestellte Serie „Dark“, die seit Anfang Dezember 2017 auch in den USA zum Streaming-Empfang angeboten wird.


Wie die US-Fachzeitschrift „Variety“ berichtet, soll Wells auf der in San Francisco veranstalteten "Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference" betont haben, es gebe für die Herkunft des Netflix-Programms „keine Religion“, die vorschreibe, wo das Produkt hergestellt werde. „Den Zuschauern ist es gleichgültig, wo die Geschichten herkommen“, sagte Wells, „wir müssen nicht notwendigerweise alles selber machen.“ Netflix hatte zum Jahresende 2017 weltweit 117,6 Mio Abonnenten. Außer dem für 2018 erhöhten Produktionsaufwand will das Unternehmen während der nächsten zwölf Monate auch sein Marketing-Budget um über 50 Prozent aufstocken, auf insgesamt 2 Mrd. Dollar.


(Dieser Text ist eine freundliche Übernahme aus der "Medienkorrespondenz" vom 9.3.2018)

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