Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus

Mittwoch, 14.11.2018

Krieg und Frieden: Eine Rückschau auf den 28. Festivaljahrgang

Diskussion

Seit seiner Gründung 1991 begleitet das Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus die gesellschaftlichen Transformationen in Osteuropa, hinterfragt einseitige Geschichtsbilder und will neugierig auf andere Sehweisen machen. Dieses Jahr stand besonders die Ukraine mit ideologisch wie formal höchst unterschiedlichen Filmen im Fokus. Eine Passage durch den 28. Festivaljahrgang (6.-11.11.2018).

Die zwei wichtigsten Preise beim Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus gingen 2018 nach Russland. Die „Lubina“ (Sorbisch für „Die Liebreizende“) für den besten Film und der Preis der ökumenischen Jury erhielt „Ayka“ von Sergey Dvortsevoy: Die Titelheldin ist eine junge kirgisische Arbeitsimmigrantin in Moskau, die mit ihrem neugeborenen Kind in einem überfüllten, armseligen Haus lebt, in dem Betten an illegale Arbeitssuchende vermietet werden. „Ayka“ ist ein schonungsloser Film, bei dem die Kamera immer ganz nah an der Protagonistin und ihren elenden Lebensverhältnissen bleibt. Auch der Regie-Preis ging an einen Russen: Ivan I. Tverdovskiy gewann für seinen dritten Spielfilm „Podbrosy“ („Jumpman“), eine Geschichte über die grausame Karriere eines Jugendlichen aus dem Waisenhaus in einer korrupten neureichen Welt auf der Suche nach immer neuen Nervenkitzeln und Sensationen.

"Podbrosy"
"Podbrosy"

Im Wettbewerb: Mütter und Väter in schlechten Zeiten

Bei vielen Filmen im Wettbewerb war es die Familie, die zum Spiegel gesellschaftlicher Stagnation oder miserabler Lebensverhältnisse wurde: Wie Muttersein oder Vatersein sich gestaltet, verweist in ihnen auf eine Verschärfung der sozialen Lage; manchmal kann sich darin aber auch eine selbstbewusste Haltung gegenüber dem gesellschaftlichen Druck manifestieren. Ein weiteres Thema waren Gewissenskonflikte, in die der Einzelne durch aussichtslose wirtschaftliche Verhältnisse oder

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