Zum Tod des Drehbuchautoren William Goldman (1931-2018)

Samstag, 17.11.2018

Ein Nachruf auf den Drehbuchautor und Analysten der Filmbranche

Diskussion

„Nobody knows anything“ – das nüchterne und ernüchternde Urteil am Anfang seines kritischen Hollywood-Buches „Adventures in the Screen Trade“ (1982) hat William Goldman noch mehr zu einer Ausnahmeerscheinung unter den in der Öffentlichkeit meist wenig wahrgenommenen Drehbuchautoren gemacht, als es ihm mit seinen Filmskripts gelungen war. Mit seinem vielzitierten Verdikt zielte Goldman auf eine Entzauberung des Mythos vom planbaren Publikumserfolg, wie ihn gerade die mächtigsten Hollywood-Produzenten seit den Gründungstagen der Filmstudios immer wieder propagiert hatten - und immer noch propagieren. Goldman stellte demgegenüber den Glücksspielcharakter des Filmgeschäfts heraus, der jede Art von sicherer Vorhersage über den Erfolg eines Films unmöglich mache – eine hellsichtige Analyse der Verhältnisse im kommerziellen Kino im völligen Kontrast zu all jenen Drehbuch-Gurus, die in teuren Seminaren und Ratgeber-Büchern weismachen wollen, dass es für den Erfolg an der Kinokasse nur der Beherrschung einiger simpler Formeln bedürfe.

William Goldman erwies sich auch in anderen Sachbüchern als einer der scharfsinnigsten und treff

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