Interfilm - Das 34. Kurzfilmfestival Berlin

Von der Super-8-Avantgarde zum kurzen Blockbuster: Das "Interfilm"-Festival protegiert pointiert erzählte Kurzfilme

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Das Internationale Kurzfilmfestival Berlin, kurz „Interfilm“ genannt, ist das dreiälteste Filmfestival in Berlin und erlebte seine Premiere 1982, damals noch in einem besetzten Haus in Kreuzberg. Für die aktuelle 34. Veranstaltung (20. bis 25. November) laufen mehr als 450 Filme in 52 Programmen, Workshops, Masterclasses und Panels.

Die „Kurzfilme“ (bis zu einer Länge von 20 Minuten) sind dabei schon lange nicht mehr die „kleineren“ Geschwister des Langfilms. Das Format nutzt vielmehr den Vorteil, ohne institutionellen Druck und mit viel jugendlicher Chuzpe Arbeiten am Plus der Zeit zu realisieren.

Wie das aktuelle Programm mit Beiträgen aus den letzten beiden Jahren eindrucksvoll demonstriert, nutzen die Filme alle Formate und Genres, von feinsinnigen Animationen bis zu intensiven Dokumentationen oder auch kreativen Verweigerungen an konventionelle Erwartungen, um ihre Sicht(en) der Welt auf die Leinwand zu bringen.

"Caterpillarplasty" von David Barlow-Krelina
"Caterpillarplasty" von David Barlow-Krelina

Der „Internationale Wettbewerb“ ist weiterhin das Kernstück des Festivals. Aus mehr als 6000 Einreichungen aus 120 Ländern wurden zehn Programme zusammengestellt. 79 Filme aus 39 Ländern zeigen die breite Vielfalt des Kurzfilms. Die anderen Programme, darunter auch zwei Animationsreihen und drei als „Confrontations“ gekennzeichnete, auf Menschenrechte spezialisierte Programme erzählen voller Fantasie von Familienkonflikten, skurrilen Begegnungen oder Ereignissen aus der Arbeitswelt. Es geht um das Leben als allumfassende Einheit und um die kleinen Details des Alltags, die mindestens genauso wichtig sind. Dabei zeigt sich immer wieder, dass den filmischen Mitteln und kreativen Ideen der Filmemacher keine Grenzen gesetzt sind. Besonders der animierte Film wird immer stärker und findet neue ästhetische Formen und Erzählweisen.

Erstmals gibt es in diesem Jahr ein „Academy Award Qualifying Festival“-Format. Die Gewinnerfilme qualifizieren sich automatisch für die „Oscars“ und erhalten so die Chance, für ein breites Publikum erfahrbar zu werden.

"Chuchotage" von Barnabas Toth
"Chuchotage" von Barnabas Toth

Ausführliche Informationen zu den Filmen inklusive der Programm- und Spielpläne sowie rund ums Festival finden sich hier.

Die Website des Festivals lautet www.interfilm.de


Fotos: Interfilm Berlin Festival

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