Siegfried-Kracauer-Preis 2018 vergeben

Kritiken zu „Der Ornithologe“ und „Twin Peaks – The Return“ ausgezeichnet

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Im Rahmen des Filmfests Lünen sind am Samstag, 24. November, die Gewinner des Siegfried-Kracauer-Preises 2018 bekannt gegeben worden. Für die „beste Filmkritik“ zeichnete die dreiköpfige Jury die Journalistin Cosima Lutz für ihre Rezension des Films „Der Ornithologe“ von João Pedro Rodrigues aus (zum Text). Eine lobende Erwähnung ging an den Film- und Literaturwissenschaftler Daniel Eschkötter für einen Text über David Lynchs Serie „Twin Peaks – The Return“ (zum Text).

Das Siegfried-Kracauer-Stipendium für das Jahr 2018/19 erhält der Filmkritiker Matthias Dell, der neben einer sechsteiligen Artikelserie über die „Zukunft des Kinos“ auch einen regelmäßigen Blog schreiben wird. Wie auch bei den Stipendiaten der früheren Jahre werden Artikel und Blog im nächsten Jahr auf www.filmdienst.de publiziert (Zu den Texten des derzeitigen Stipendiaten Lukas Foerster).

Der von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik vergebene Siegfried-Kracauer-Preis wurde zum 5. Mal vergeben. Die jährlich wechselnde Jury setzte sich 2018 aus der Filmproduzentin Regina Ziegler, dem Geschäftsführer des Arsenal Filmverleihs, Stefan Paul, und der Filmkritikerin Elena Meilicke, Gewinnerin des Siegfried-Kracauer-Preises 2017, zusammen.

Von über 100 anonym ausgewerteten Bewerbungen entschied sich die Jury am Ende, den Text „Zeig mir deine Wunder, du komischer Vogel“ von Cosima Lutz aus der Tageszeitung „Die Welt“ vom Juli 2017 auszuzeichnen. In der Begründung heißt es: „Lutz’ Text ist genau beobachtet, sortiert kenntnisreich filmische Anspielungen und Zitate und situiert das Werk filmhistorisch und werkästhetisch; neben die Poesie gesellt sich die Analyse. Nicht zuletzt liest sich Lutz’ Auseinandersetzung mit dem Film (…) als Plädoyer für ein wildes politisches Kino, das das Werden feiert.“ Daniel Eschkötter erhielt seine lobende Erwähnung für den Text „Is it future or is it past?“, der im Dezember 2017 im Filmmagazin „Cargo“ erschien.

Der zukünftige Siegfried-Kracauer-Stipendiat Matthias Dell überzeugte die Jury mit dem Plan einer Essayreihe zum Thema „Sicherung des Filmerbes“ über die „Ausschlussmechanismen von Restaurierung, die mit Kanonisierungsstrategien einhergehen“ beschäftigen wird. Die Rolle von Medientechnologie und Digitalisierung werde er dabei stets im Blick behalten, so die Jury.

Die Jury hob zum Siegfried Kracauer Preis 2018 hervor: „Wie Filme polarisieren, polarisiert auch die Kritik. Beides gehört untrennbar zum Kino – die Filme genauso wie die Kritik. Gerade heute, wo es keinen einheitlichen Kinodiskurs mehr gibt und geben kann, ist die einzelne Filmkritik wichtig. Und mit ihr auch ein Preis, der sich ihrer annimmt, sie fördert und wertschätzt. Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der eingereichten Texte hat uns beeindruckt, ebenso ihre gute bis hervorragende Qualität. Es ist uns nicht leichtgefallen, und trotzdem konnten wir uns einstimmig auf dieses nun vorliegende Ergebnis einigen.“


Weitere Informationen zum Siegfried-Kracauer-Preis:

www.siegfried-kracauer-preis.de

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