Zugfilme (arte)

17.12., 20.15-23.50, arte

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Filme, die in Zügen spielen oder in denen Züge eine wichtige Rolle spielen, sind so alt wie die Filmgeschichte selbst – das vielzitierte Pionierwerk dieser Filmgattung ist die sekundenkurze Dokumentation der Einfahrt eines Zugs in einen Bahnhof durch die Brüder Lumière („L’arrivée d’un train à la gare La Ciotat“).

Mit verbesserter Filmtechnik gewannen Züge als Schauplätze rasanter Verfolgungsjagden Bedeutung, daneben hielt sich aber auch die Tendenz, in den abgeschlossenen Zugräumen Thriller und stilvolle Kammerspiele zur Entfaltung zu bringen. Arte zeigt heute zwei markante Beispiele für das breit gefächerte Genre des Zugfilms: Mit „Der (erste) große Eisenbahnraub“ (20.15-22.00) wagte sich Bestseller-Autor und Regisseur Michael Crichton 1978 an seinen ersten Historienfilm, der mit viel Humor von einem Gaunertrio (Sean Connery, Donald Sutherland, Lesley-Anne Down) erzählt, dass einen spektakulären Coup plant. Die gediegene Erzählweise geht in einem furiosen Schlussteil auf, wenn der titelgebende Diebstahl in einem fahrenden Zug stattfindet.

Andrej Kontschalowski überbietet dies zumindest actionmäßig in „Runaway Train – Express in die Hölle“ (22.00-23.50), der sich nicht lange mit Zimperlichkeiten aufhält und in die grausame Welt eines Schwerverbrecher-Gefängnisses in Alaska führt. Zwei der Gefangenen (Jon Voight, Eric Roberts) entkommen der Knute des Direktors, sehen sich aber alsbald auf einem Zug gefangen, der führerlos und mit zunehmender Geschwindigkeit durch die Schneelandschaft rast. Ein streckenweise atemberaubender Thriller, der die Essenz des Zugfilms in Bilder umsetzt. – Ab 16.

Foto aus „Der (erste) große Eisenbahnraub“: MGM

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