In memoriam Waltraut Pathenheimer

Mittwoch, 09.01.2019

Ein Nachruf auf die DEFA-Filmfotografin (17.2.1932-21.12.2018)

Diskussion

Als im Jahr 2002 der einst verbotene und nunmehr restaurierte DEFA-Film „Die Schönste“ (1957) uraufgeführt wurde, sollten möglichst viele Mitwirkende zur Premiere geladen werden. Natürlich hatten sich, 45 Jahre nach den Dreharbeiten, die Reihen erheblich gelichtet. Doch immerhin kamen mit Gisela May als Hauptdarstellerin und Erich Mehl als westdeutschem Produktionspartner noch zwei der Hauptbeteiligten ins Berliner Kino Babylon. Auch die Filmfotografin Waltraut Pathenheimer hatte damals zum Stab gehört, und weil ich mit der Rekonstruktion des Films und der Vorbereitung der Premiere befasst war, stand auch sie auf meiner Liste.

Frau Pathenheimer wohnte damals in einer kleinen Wohnung im Prenzlauer Berg. Als ich sie besuchte, hatte sie ein paar Szenen- und Arbeitsfotos aus der „Schönsten“ schon für mich vorbereitet. Nur ein paar Erinnerungsstücke, denn sie hatte stets Wert darauf gelegt, ihre Aufnahmen komplett im DEFA-Fotoarchiv zu hinterlegen, nicht bei sich zu Hause. Die DEFA, zu der sie 1950 als 18-Jährige gekommen war, bedeutete für sie so etwas wie ihre Heimstatt. Das Studio als Lebensmittelpunkt, über vierzig Jahre lang, bis zum Ende 1991. Als Abiturientin hatte sie eine Annonce der Babelsberger Fotoabteilung gelesen. Weil sie gern zeichnete und sich für Kunst interessierte, glaubte sie sich dort am rechten Ort. Nach vierjähriger Lehre wusste

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren