Lebenserfahrungen: 9 Filme von Hans-Dieter Grabe

Montag, 21.01.2019

Diskussion

„Dem Fernsehen ist es zu danken, wenn wir heute über einen allerdings kaum gesichteten und ausgewerteten Schatz von Lebenserzählungen verfügen.“  (Hans-Dieter Grabe)


Die Vergessenen haben den Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe immer weitaus mehr interessiert als die sogenannten „großen Namen“ der Geschichte oder prominente Zeitgenossen. Von daher überraschte es vielleicht, dass die neue DVD-Box „Lebenserfahrungen. 9 Filme von Hans-Dieter Grabe 1970-2017“ ausgerechnet mit einem Porträt des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann als erstem Film aufwartet („Es gibt schwierige Vaterländer, eins davon ist Deutschland – Gustav Heinemann in Holland, Dänemark, Norwegen“ 1970). Doch auch das ist irgendwie konsequent: So wie Grabe später immer wieder reißerische Titel nutzte, um das Interesse an seinen Protagonisten zu schüren (etwa „Gisela Bartsch oder Warum haben Sie den Mörder geheiratet?, 1977, oder „Fritz Teufel oder Warum haben Sie nicht geschossen?“, 1982; beide sind Teil der Edition), so liefert Grabe hier nur vordergründig einen Film über Heinemann. Vielmehr geht es um die Frage, ob eine „Aussöhnung“ Deutschlands mit den europäischen Nachbarn 25 Jahre nach Kriegsende möglich ist – und welche Rolle die Person Heinemann dabei spielt.


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Zu Wort kommen neben Heinemann vor allem Vertreter der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in den Niederlanden, Dänemark und Norwegen. In diesen Ländern war Heinemann als erstes bundesdeutsches Staatsoberhaupt nach dem Krieg offiziell zu Besuch.

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