54. Solothurner Filmtage

Samstag, 02.02.2019

Das Schweizer Filmfestival erwies sich als Gradmesser der Befindlichkeit im helvetischen Filmschaffen

Diskussion

Zwei Dokumentarfilme dominierten die 54. Solothurner Filmtage: „Immer und ewig“ von Fanny Bräuning sowie „Gateways to New York“ von Martin Wirtz. In den Diskussionen und Debatte ums Schweizer Filmschaffen ging es viel um aktuelle Befindlichkeiten und ambitionierte Projekte wie die Online-Plattform „Swissflix“.


Beim helvetischsten aller Schweizer Filmfestivals, den Solothurner Filmtagen, die sich fast ausschließlich dem Schweizer Film widmen, gibt es nur zwei Preise: den „Prix du Soleure“, der von einer Jury bestimmt wird, und den „Prix du public“, den Publikumspreis.

Die Jury der 54. Filmtage (24.-31.1.2019) vergab ihren mit 60.000 Schweizer Franken dotierten Preis hälftig an Produktion und Regie von „Immer und ewig“, in dem die in Berlin lebenden Schweizer Dokumentaristin Fanny Bräuning ihre Eltern auf einer Reise durch den Süden Europas begleitet. Am Steuer des eigenhändig umgebauten Campers sitzt ihr Vater, Niggi Bräuning, ein ausgebildeter Fotograf und leidenschaftlicher Tüftler. Neben ihm seine Frau Annette, die vom Hals abwärts gelähmt ist, seitdem sie vor 20 Jahren aus einem Koma erwachte. Sie habe ihre jung auf Multiple Sklerose diagnostizierte Mutter nie gesund erlebt, hat die Filmemacherin in einem Interview gesagt.

Anders ihr Vater. Er begegnete seiner Frau bei der Aufnahmeprüfung zur Kunstschule. Als sie aus dem Koma erwachte, hat er seinen Beruf an den Nagel gehängt, Annette nach Hause geholt und sich die gemeinsame Alltagsbewältigung zur Lebensaufgabe gemacht. Jährlich gehören dazu auch mehrere Reisen, bei denen Niggi sich allein um die zu Hause von Pflegern und Therapeuten betreute Frau kümmert.


Ein Schicksal, das Fragen an alle stellt<

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