Kurzschluss: Kurzfilmfest in Frankreich (arte)

Donnerstag, 07.03.2019

16.3., 00.25-02.15, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Rund 270 Kurzfilm-Festivals finden jährlich in Frankreich statt, so viele wie vermutlich in keinem anderen Land der Welt. Vom Boom des französischen Kurzfilms kündet auch die Auswahl der aktuellen „Kurzschluss“-Sendung, in der Genrebeiträge, dramatische wie komödiantische Stoffe, Real- und Animationsarbeiten zusammenkommen. „Rettet Pollux“ von Michaël Dichter stellt zwei Jugendliche in den Mittelpunkt, die an einem Jugend-Freizeitcamp teilnehmen wollen und durch die Arbeitsplatz-Sorgen ihrer Eltern dazu getrieben werden, das nötige Geld auf eigenen Wegen zu besorgen.

Ums liebe Geld geht es auch im Animationsfilm „5 Euro“ von Serge Elissalde, in dem ein Mann nach 33 folgenlosen Praktika vom Vater aus dem Haus geworfen wird und mit der titelgebenden Geldsumme sein neues Leben beginnen muss. Die Hauptfigur in „Manivald“ von Chintis Lundgren kämpft mit einer ähnlichen Ausgangssituation, doch schwenkt der Plot dieses Animationsfilms bald in ein Liebesdreieck um: Die Anwesenheit eines gutaussehenden Handwerkers verstört den 33-jährigen Manivald, der mangels Arbeit bei seiner Mutter wohnt, da diese dem Besucher unverhohlen schöne Augen macht; die Interessen des Mannes scheinen aber anderswo zu liegen.

Um aus der Normalität fallenden zwischenmenschlichen Kontakt geht es in Romain Andrés „Wahrscheinlich wild“, in dem ein Mann angesichts einer allnächtlichen Steinmarder-Heimsuchung das Rathaus informiert und an eine ungewöhnlich verständnisvolle Mitarbeiterin gerät. „Der Schein trügt“ von Sandrine Veysset gehört zu einer Reihe von Kurzfilmen, die die renommierte Regisseurin 2013 mit Jeanne Moreau drehte: In diesem Film spielt sie die eifrige Nutzerin einer Dating-Agentur für Senioren, die von ihrer Freundin Monique (Bernadette Lafont) geleitet wird – wobei es ihr weniger um Liebesbedürfnisse als um die Befriedigung ihrer Neugier geht.

Abgerundet wird die abwechslungsreiche Sendung durch den satirischen Animationsfilm „Brexicuted“ von Chris Shepherd. Echte Aussagen von Briten, die den Ausstieg aus der EU „begründen“, werden mit Bildern unterlegt, aus denen die Absurdität ihrer Aussagen hervorsticht. – Ab 16.

Foto aus „Brexicuted“: Autour de Minuit Productions

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