Konfetti 42: „Toi... le venin“

Freitag, 29.03.2019

In seinem 42. Blogbeitrag entdeckt Siegfried-Kracauer-Stipendiat Lukas Foerster im französischen Thriller „Toi… le venin“ (1958) eine Szene, die den Film für einen Moment in eine neue Richtung zu treiben scheint.

Diskussion

Es gibt Ausnahmen, aber im Allgemeinen scheint das Kino nur noch wenig Interesse zu haben am Fluss des Alltagslebens, wie es sich im öffentlichen, und ganz besonders im urbanen Raum manifestiert. Dabei war das über lange Zeit ein zentrales Thema des Kinos, in den ersten Jahren nach der Erfindung des Mediums vielleicht sogar sein wichtigstes. Unzählige „Straßenszenen“ wurden zwischen 1896 und den frühen 1900er-Jahren von den Kameras der Lumière-Brüder und ihrer Konkurrenten aufgezeichnet, das Publikum des jungen Kinos konnte sich, so scheint es, nicht sattsehen an den Rhythmen, Moden und Texturen der Straßen und Plätze, die es selbst, vor und nach dem Kinobesuch, bevölkerte.

Noch bis mindestens in die 1960er-Jahre bleibt das Kino neugierig auf das Straßenleben, dessen Teil es immer auch selbst war (eine etwas spekulative These: mit der Verdrängung des Kinos aus den Innenstädten setzte auch die Verdrängung der Innenstädte aus dem Kino ein…). Längst nicht nur in Filmen, die an Originalschauplätzen gedreht werden, sondern auch in vielen reinen Studioproduktionen aus der klassischen Ära des Kinos finden sich Miniaturen des mal hektischen, mal relaxten urbanen Betriebs, manchmal komplett losgelöst von der eigent

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