Retrospektive Paul Newman

Mittwoch, 10.04.2019

Vom 12. April bis 26. Juni 2019 erinnert das Filmmuseum München in einer Filmschau ans Schaffen des Hollywoodstars.

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Paul Newman ist ein perfekter Spieler auf der Klaviatur des Understatements. Von Anfang an war ihm die Schauspielerei nicht Lebensinhalt, nicht der einzig mögliche Weg zur Selbstverwirklichung. Er hätte sich durchaus vorstellen können, die Firma seines Vaters, ein gut gehendes Sportartikelgeschäft in Shaker Heights, Ohio, zu übernehmen. Doch dann versuchte er es doch mit etwas anderem. Andererseits war und ist das, was bei Newman fast immer beiläufig aussieht, das Ergebnis harter, zielstrebiger Arbeit. Sein Spiel sei nie das Ergebnis von Intuition, er arbeite nicht aus dem Bauch heraus; für ihn sei der Kopf das wichtigste Instrument bei der Arbeit an der Rolle“: So charakterisierte Michael Hanisch in einem Porträt anlässlich seines 80. Geburtstags 2005 den 1925 geborenen Hollywoodstar, der zu einem der großen Idole des Hollywoodkinos der 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahre aufstieg. Sein Handwerk lernte Newman direkt auf der Theaterbühne und bei den legendären Actors Studios, wo Geraldine Page, Eli Wallach und James Dean seine Mitschüler, Elia Kazan und Lee Strasberg seine Lehrer waren; 1953 schaffte er mit einem Sieben-Jahresvertrag des Hollywood-Studios Warner Bros. den Sprung in die Filmindustrie.

Vom 12. April bis 26. Juni 2019 erinnert das Filmmuseum München in einer umfangreichen Filmschau unter dem Titel „Der Unbeugsame“ ans Schaffen des Hollywoodstars, der so erfolgreich einen Bogen vom alten Hollywood ins „New Hollywood“ schlug und bis in die frühen 2000er-Jahre hinein als Filmschaffender aktiv blieb (einen seiner letzten Parts spielte er in Sam Mendes‘ „Road to Perdition“) und der auch als Regisseur und Produzent aktiv war. Zu sehen sind 27 seiner Filme, wobei neben legendären Leinwandauftritten etwa in „Zwei Banditen“ und „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ auch eine Auswahl seiner Regiearbeiten zu sehen ist: seine Romanadaption Rachel, Rachel (1968), in der seine Ehefrau Joanne Woodward die Hauptrolle spielte, das 1972 entstandene Familiendrama „Die Wirkung von Gammastrahlen auf Ringelblumen“ oder „Harry & Sohn“ (1984) um eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung.



Foto: Aus "Die Katze auf dem heißen Blechdach" © Warner Bros

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