La Mala Educación - Schlechte Erziehung (arte)

Dienstag, 07.05.2019

16.5., 00.25-02.10, arte

Diskussion

Ein erfolgreicher Regisseur (Fele Martínez) begegnet in den 1980er-Jahren in Madrid einem angeblichen Freund aus seiner Internatszeit, der ihn mit einer Novelle um einen Transvestiten bekannt macht. Diese wirft den Filmemacher in seine eigene Kindheit zurück und konfrontiert ihn mit verdrängten Erinnerungen an sexuelle Übergriffe durch einen Priester, aber auch mit der Initiation ins Kino.

Pedro Almodóvar erzählt in Bildern von atemberaubender Schönheit eine düstere, vom Film noir inspirierte Geschichte, wobei die "femme fatale" in diesem Fall ein junger Mann ist, der seine erotische Verführungskraft skrupellos einsetzt. In dicht verwobenen Erzählsträngen nähert sich der Film der Vergangenheit in der Möglichkeitsform; mehrfach spiegelt er die sexuelle Identität der Figuren und löst neben der Schaulust auch viel Trauer und Wut aus.

Das meisterliche Drama über die repressive religiöse Erziehung während der Franco-Ära entwickelt sich als vielstimmige Hommage an den Film noir, die insbesondere durch die mehrere kunstvoll verwobene Zeitebenen umfassende Geschichte die fließenden Übergänge zwischen Macht und Ohnmacht, Sex und Missbrauch, Autobiografischem und Fiktivem markiert.


Foto: arte/Tobis

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren