75. Geburtstag Helmut Berger (3sat)

Mittwoch, 15.05.2019

25.5., 20.15-23.35, 3sat

Diskussion

Ende der 1960er-Jahre verhalf der italienische Regisseur Luchino Visconti einem jungen Österreicher zu einem Weltruhm, der zwar nur kurze Zeit mit erstklassigen Filmen einherging, seinen Namen aber dauerhaft in die Filmgeschichte einschrieb: Der am 29. Mai 1944 geborene Helmut Berger trat dreimal für Visconti vor die Kamera, darunter als „Märchenkönig“ Ludwig II. und in dem Gesellschaftskammerspiel „Gewalt und Leidenschaft“ (21.35-23.35). Hauptdarsteller ist darin der an seinen „Leopard“-Glanzleistung anknüpfende Burt Lancaster als alter Professor und Gemälde-Sammler, in dessen stillen römischen Palazzo eine angebliche Marchesa (Silvana Mangano) samt Anhang einfällt, darunter ein junger Liebhaber (Berger). Das bewegende, Skepsis und Lebenshoffnung verbindende Alterswerk war Viscontis vorletzter Film, in dem er noch einmal für ihn wichtige Themen ästhetisch ausgefeilt variierte.

Neben dem Klassiker zeigt 3sat zum 75. Geburtstag von Helmut Berger heute auch den Dokumentarfilm „Helmut Berger, meine Mutter und ich“ (20.15-21.35), der sich einer Ikone annähert, die ab Mitte der 1970er-Jahre mindestens ebenso mit Skandalen, Alkohol- und Drogenproblemen und bizarren Auftritten wie mit Filmen von sich reden machte. Ausgangspunkt ist der Wunsch der Mutter der Filmemacherin Valesca Peters, Helmut Berger zu einer ordentlichen Beschäftigung zu verhelfen. Ihre fixe Idee wird zum Ausgangspunkt eines dokumentarischen Porträts, das zwischen Beziehungsgeschichte und Sozialprogramm changiert. Trotz stilisierender Mittel wie inszenierter Szenen und von Berger gesprochener Off-Texte wird der Film von dem etwas aufdringlichen Vorhaben getragen, den „wahren“ Menschen hinter der Kunstfigur Berger ausfindig zu machen. – Ab 16.


Fotos: Koch/Salzgeber

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